{"id":10774,"date":"2008-03-04T00:00:00","date_gmt":"2008-03-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080304-04n"},"modified":"2008-03-04T00:00:00","modified_gmt":"2008-03-03T22:00:00","slug":"ueberkapazitaeten-bei-pelletproduzenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ueberkapazitaeten-bei-pelletproduzenten\/","title":{"rendered":"\u00dcberkapazit\u00e4ten bei Pelletproduzenten"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Deutsche Energie-Pellet-Verband e.V. (<a href=\"http:\/\/www.depv.de\/\" >DEPV<\/a>) sieht nach einem unbefriedigenden Gesch\u00e4ftsjahr 2007 aktuell wieder Anlass f\u00fcr st\u00e4rkeres Wachstum. Bei der Mitgliederversammlung in Fulda gab Vorsitzende Beate Schmidt eine positive Prognose f\u00fcr das laufende Jahr ab. Danach wird von einer Zunahme der Verkaufszahlen um 20 bis 30 Prozent ausgegangen, wodurch im Jahr 2008 die Schallmauer von 100.000 Pelletheizungen in Deutschland durchbrochen werden kann. &#8220;F\u00fcr den Energietr\u00e4ger Holzpellets ist eine positive Stimmung zu verzeichnen. Sie wird getragen durch seine im Vergleich zu fossilen Energietr\u00e4gern niedrigen Kosten, durch gute F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten und die hervorragenden Eigenschaften von Pellets zur CO<sub>2<\/sub>\u2013Einsparung&#8221;, so die DEPV-Vorsitzende.<\/b><\/p>\n<p>Im Jahr 2008 wird nach Einsch\u00e4tzung des Deutschen Energie-Pellet-Verbands e.V. (DEPV) der Bestand an Pelletheizungen in Deutschland die 100.000-Schallmauer durchbrechen. Dies soll mit einem gegen\u00fcber dem Vorjahr um ein Drittel st\u00e4rkeren Wachstum erreicht werden. W\u00e4hrend in 2007 mit 13.000 Heizungen ein aus Branchensicht relativ schlechtes Ergebnis erzielt wurde, sollen dieses Jahr rund 20.000 Pelletheizungen verkauft werden. <\/p>\n<p>Zum Vergleich: Im Jahr 2000 gab es erst 3.000 Pelletheizungen in Deutschland. Das bisher st\u00e4rkste Wachstum war im Jahr 2006 mit 26.000 verkaufen Anlagen zu verzeichnen. &#8220;Wir sind f\u00fcr das Jahr 2008 zuversichtlich, denn die Stimmung beim Endverbraucher hat sich gegen\u00fcber dem Vorjahr deutlich gebessert&#8221;, sagte Beate Schmidt. &#8220;Pelletheizungen werden sowohl als preisg\u00fcnstige Option gegen\u00fcber fossilen Heizungen wie auch als umweltfreundliche Alternative gesehen, da sie CO<sub>2<\/sub>-neutral in der Verbrennung sind.&#8221; Um den gegenw\u00e4rtig positiven Trend zu unterst\u00fctzen, k\u00fcndigte der DEPV verst\u00e4rkte gemeinsame Marketingbem\u00fchungen der Branche an.<\/p>\n<p><b>Anlagen mit Leistung zwischen 50 und 100 kW haben ihren Anteil verdoppelt<\/b><br \/>Die Verteilung der Marktanteile beim Pelletkesselverkauf nach Leistungsst\u00e4rken liegt nach Aussage der DEPV-Vorsitzenden nach wie vor im Ein- und Zweifamilienhaus, mit rund 70 Prozent der Anlagen im Leistungsbereich bis 25 Kilowatt (kW). Im Jahr 2004 waren dies noch rund 80 Prozent. Damit wird eine langsame, aber kontinuierliche Entwicklung hin zu gr\u00f6\u00dferen Anlagen deutlich. Die Anlagen im Leistungsbereich oberhalb von 50 kW haben ihren Anteil innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt. &#8220;Hierbei handelt es sich vor allem um Heizungen in kommunalen und gewerblichen Geb\u00e4uden. Auf diesem Sektor erkennt man deutlich den wirtschaftlichen Vorteil von Holzpellets&#8221;, betonte Beate Schmidt. In S\u00fcddeutschland werden die Vorz\u00fcge des Energietr\u00e4gers eher erkannt als im Norden und Osten, wie die Zahlen des DEPV belegen. Mit 42 Prozent der verkauften Pelletkessel liegt Bayern im Jahr 2007 deutlich vor Baden-W\u00fcrttemberg (18 Prozent). Es folgen Nordrhein-Westfalen (9 Prozent) vor Hessen (8 Prozent) und Niedersachsen (5 Prozent).<\/p>\n<p>Mit dem Anziehen der Verkaufszahlen f\u00fcr Pelletheizungen in 2008 wird nach Einsch\u00e4tzung des DEPV allerdings noch keine grunds\u00e4tzliche Aufl\u00f6sung des Modernisierungsstaus in den deutschen Heizungskellern verbunden sein. Der gesamte Heizungsmarkt befindet sich auf einem historischen Tiefpunkt. Aufgrund des hohen Austauschpotenzials rechnet der DEPV f\u00fcr das Jahr 2009 mit einem deutlich st\u00e4rkeren Wachstum. Mittelfristig rechnet der Verband mit j\u00e4hrlichen Pelletheizungsverk\u00e4ufen in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von bis zu 50.000 Anlagen. Im Jahr 2015 sollen nach Einsch\u00e4tzung des DEPV bundesweit deutlich mehr als 500.000 Pelletheizungen installiert sein.<\/p>\n<p><b>Stabile Preise<\/b><br \/>Bei der Produktion von Holzpellets profitiert Deutschland von seinen gro\u00dfen Holzvorr\u00e4ten, mit denen es in Mitteleuropa f\u00fchrend ist (3,4 Milliarden Kubikmeter). Dadurch konnte sich in Deutschland eine wettbewerbsf\u00e4hige S\u00e4geindustrie ansiedeln, die aus europ\u00e4ischer Sicht spitze ist. Da die Pelletproduktion heute zum Gro\u00dfteil auf der Basis von S\u00e4genebenprodukten wie z.B. S\u00e4gemehl und S\u00e4gesp\u00e4nen erfolgt, findet sie bei den S\u00e4gewerken hervorragende Standorte. An rund 40 Standorten werden heute bundesweit Pellets produziert, mit Schwerpunkten in den bewaldeten Mittelgebirgen von Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Rund 10 weitere Standorte sind geplant. Dabei ist eine Ausweitung nach Norden festzustellen.<\/p>\n<p>Die Produktionskapazit\u00e4t f\u00fcr Pellets hat sich im Jahr 2007 gegen\u00fcber 2005 auf 1,8 Millionen Tonnen (t) vervierfacht. F\u00fcr das Jahr 2008 wird mit einem Wert von 2,3 Millionen t gerechnet. Aufgrund der wenig zufriedenstellenden Absatzsituation wurde in 2007 mit 0,9 Millionen t jedoch nur die H\u00e4lfte der Kapazit\u00e4t auch tats\u00e4chlich in Produktion \u00fcberf\u00fchrt. Bei verbesserten Absatzbedingungen lautet die Prognose des DEPV f\u00fcr die Pelletproduktion 2008 1,1 Millionen t. <\/p>\n<p>Die in den vergangenen beiden Jahren deutlich ausgeweitete Pelletproduktion wird vom DEPV auch als Beleg f\u00fcr eine stabile Preis- und Versorgungssituation angesehen. Der Pelletpreis selbst befindet sich nach einem kurzen, vor\u00fcbergehenden Preishoch im Winter 2006, seit dem Fr\u00fchjahr 2007 wieder auf einem gleichm\u00e4\u00dfigen Niveau im Bereich von 190 Euro (entspricht ca. 3,9 ct\/kWh; im Vergleich: \u00d6l und Gas liegen bei ca. 7 ct\/kW). In einem Haushalt, der rund 3.000 Liter \u00d6l im Jahr verbraucht, lassen sich nach Berechnungen des DEPV beim Umstieg auf Pellets rund 1.000 Euro Heizkosten im Jahr einsparen.<\/p>\n<p><b>Rahmenbedingungen verbessern Kaufklima f\u00fcr Heizungen<\/b><br \/>Die Rahmenbedingungen f\u00fcr Pelletheizungen haben sich seit Beginn des Jahres 2008 weiter verbessert. Das dr\u00fcckt sich vor allem in den guten F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten \u00fcber das Marktanreizprogramm zur F\u00f6rderung Erneuerbarer Energien (MAP) aus. Die unstete Mittelausstattung dieses Programms in den vergangenen Jahren war ein st\u00e4ndiger Kritikpunkt des Verbandes, da die F\u00f6rdert\u00f6pfe teilweise schon im August leer waren. Mit der diesj\u00e4hrigen Mittelaufstockung im MAP auf 340 Milliarden Euro setzt die Bundesregierung ein richtiges Signal zum Ausbau des W\u00e4rmemarktes.<\/p>\n<p>Auch die mit den Klimaschutzbem\u00fchungen verbundenen ordnungspolitischen Aktivit\u00e4ten, wie das in Baden-W\u00fcrttemberg bereits verabschiedete Erneuerbare-W\u00e4rme-Gesetz oder das auf Bundesebene noch in der parlamentarischen Beratung befindliche Pendant, k\u00f6nnen den Einsatz von Pelletheizungen nach Einsch\u00e4tzung des DEPV weiter voran bringen. Die Bundesregelung, die sich gegenw\u00e4rtig in der parlamentarischen Beratungsphase befindet, muss noch deutlich nachgebessert werden. Es sei aktuell noch nicht klar, inwieweit L\u00e4nderregelungen, die \u00fcber das Bundesgesetz hinausgingen, nicht auch Nachteile f\u00fcr die F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten bedeuteten.<\/p>\n<p>Zwar erachtet der DEPV eine anteilige Zwangsverpflichtung der Verbraucher, wie sie als sogenannte Nutzungspflicht in den Gesetzen auftaucht, als eine suboptimale M\u00f6glichkeit. Dennoch werde sich die Erkenntnis durchsetzen, dass Heizen mit Pellets in der Regel einen 100-Prozent-Anteil der im Haushalt ben\u00f6tigten W\u00e4rme auf erneuerbarer Basis erzielt und gleichzeitig einen maximalen Beitrag zur CO<sub>2<\/sub>-Reduzierung leistet. F\u00fcr diese, \u00fcber die gesetzlichen Anforderungen hinaus gehende Erf\u00fcllungsrate muss der Gesetzgeber auch eine besondere F\u00f6rderung vorsehen.<\/p>\n<p>&#8220;Eine Versch\u00e4rfung der Feinstaubgrenzwerte, wie sie in der Novellierung der Verordnung f\u00fcr kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) vorgesehen ist, wird f\u00fcr Pelletheizungen dagegen kein Problem darstellen&#8221;, betonte DEPV-Vorsitzende Beate Schmidt. Im Gegenteil, der DEPV erkennt darin einen Wettbewerbsvorteil. Verbrennungs\u00fcberwachung, automatische Brennstoffzuf\u00fchrung und Luftregelung f\u00fchren, zusammen mit dem genormten (aschearmen), trockenen Brennstoff dazu, dass Pelletheizungen schon heute ohne Filter die strengen Feinstaubgrenzwerte der Novelle der 1. BImSchV \u2013 sogar in ihrer 2. Stufe \u2013 einhalten k\u00f6nnen. Als Problem wird vom DEPV daher nicht die Novellierung der 1. BImSchV an sich gesehen, sondern die sich unn\u00f6tig lang hinziehende Diskussion \u00fcber deren Inkrafttreten.<\/p>\n<p>(Vgl. <a href=\"http:\/\/www.nachwachsende-rohstoffe.info\/nachrichten.php?archiv=PREIS\" >Preisindizes Holzpellets<\/a> sowie Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pellets-massiver-preisrueckgang-gegenueber-vorjahr\/\" >2008-02-13<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bafa-foerderung-regenerativer-waermeerzeugung-ausgeweitet\/\" >2008-01-14<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pelletsproduktion-in-zwei-jahren-fast-vervierfacht\/\" >2007-09-11<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Deutsche Energie-Pellet-Verband e.V. (DEPV) sieht nach einem unbefriedigenden Gesch&auml;ftsjahr 2007 aktuell wieder Anlass f&uuml;r st&auml;rkeres Wachstum. 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