{"id":10749,"date":"2008-03-13T00:00:00","date_gmt":"2008-03-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080313-03n"},"modified":"2008-03-13T00:00:00","modified_gmt":"2008-03-12T22:00:00","slug":"wein-zellulosefilter-ersetzt-kieselgur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wein-zellulosefilter-ersetzt-kieselgur\/","title":{"rendered":"Wein: Zellulosefilter ersetzt Kieselgur"},"content":{"rendered":"<p><b>Mit den vom Geisenheimer Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.erbsloeh.com\/\" >Erbsl\u00f6h<\/a> entwickelten Filtercellulosen CelluFluxx&reg; bietet sich eine M\u00f6glichkeit zum Ersatz mineralischer Filterhilfsmittel bei der Weinfiltrierung. Filtrationsversuche und Verkostungen ergaben ermutigende Ergebnisse.<\/b><\/p>\n<p><i>Der Hersteller beschreibt die Anwendung der Zellulosefilter und weist auf dessen Vorteile hin:<\/i> <\/p>\n<p>Die klassische Anschwemmfiltration von Wein mit Kieselgur gilt innerhalb der Weinbranche seit Jahrzehnten als effektive und leistungsf\u00e4hige Methode der Filtration. In den letzten Jahren wird die Verwendung von Kieselgur auf Grund der gesundheitlichen Gef\u00e4hrdung des Anwender und der Entsorgungsproblematik immer st\u00e4rker diskutiert. Mit den neu entwickelten Filtercellulosen CelluFluxx bietet Erbsl\u00f6h eine M\u00f6glichkeit, zuk\u00fcnftig auf den Einsatz von mineralischen Filterhilfsmitteln zu verzichten.<\/p>\n<p><b>100 % Biomasse<\/b><br \/>Die Filtercellulosen werden aus Laub- und Nadelh\u00f6lzern gewonnen und bestehen somit zu 100% aus Biomasse. Durch moderne Mahltechniken entstehen Cellulosefasern mit einer definierten Struktur und von unterschiedlicher Feinheit, die auf die Anforderungen der Getr\u00e4nkefiltration abgestimmt sind. Um eine hohe sensorische Reinheit der Filtercellulosen zu erreichen, k\u00f6nnen nur ausgew\u00e4hlte Rohstoffe verwendet werden. Diese Filtercellulosen bieten besondere Vorteile in deren Anwendung. Au\u00dferdem kann der verbrauchte Filterkuchen problemlos entsorgt werden. In anderen Branchen gibt es statt der Entsorgung interessante Ans\u00e4tze zur Weiterverarbeitung der Filterkuchenr\u00fcckst\u00e4nde in Form der Energiegewinnung mittels Biogasanlage oder Verbrennung, aber auch durch Verf\u00fctterung.<\/p>\n<p><b>Keine gesundheitliche Gef\u00e4hrdung<\/b><br \/>Filtercellulosen sind frei von kristallinen Bestandteilen. Von deren Verwendung geht somit keine gesundheitliche Gef\u00e4hrdung des Anwenders aus. Da die Filtercellulosen beim Einr\u00fchren ebenfalls stauben, empfiehlt sich auch hier das Tragen einer Staubmaske. <\/p>\n<p><b>Anwendung und Filtrationscharakteristik<\/b><br \/>CelluFluxx-Filtercellulosen k\u00f6nnen ohne Umbauarbeiten am vorhandenen Kieselgurfilter eingesetzt werden. Wichtig ist es, mit einer ersten und einer zweiten Voranschwemmung zu arbeiten. Die Dosagemenge \u2013 bei der laufenden Filterhilfsmitteldosage \u2013 kann gegen\u00fcber mineralischen Filterhilfsmitteln in erheblichem Ma\u00dfe reduziert werden, in der Regel um 50%, im Einzelfall sogar bis zu 70%.<\/p>\n<p>Der Druckverlauf w\u00e4hrend der Filtration verl\u00e4uft relativ flach und durch die reduzierte Einsatzmenge an Filterhilfsmittel kann die Standzeit des Filters pro Filteransatz in der Regel verdoppelt werden. Dies bedeutet, dass die Gesamtdurchsatzmenge pro Filteransatz ebenfalls verdoppelt wird und die R\u00fcstzeiten und Sp\u00fclwassermengen entsprechend reduziert werden.<\/p>\n<p>Die Filtriereigenschaften von Filtercellulosen sind gegen\u00fcber denen von Kieselgur unterschiedlich. Es muss verst\u00e4rkt mit Mischungen unterschiedlich feiner Typen gearbeitet werden, um einen effektiven Filterkuchen aufzubauen. Der Filterkuchen ist, insbesondere bei Filtrationsbeginn, empfindlicher gegen\u00fcber Druckst\u00f6\u00dfen. Der Anwender sollte sich deshalb vor der Umstellung gezielt informieren.<\/p>\n<p><b>Produktschonung und reduzierter Produktverlust<\/b><br \/>Durch die deutlich reduzierte Einsatzmenge an Filterhilfsmitteln und die hohe sensorische Reinheit der CelluFluxx-Filtercellulosen verl\u00e4uft die Filtration produktschonender. Die Fruchtaromen bleiben besser erhalten und auch die Farbstoffe bei der Rotweinfiltration werden in geringerem Umfang reduziert. Ein Kilogramm Filterhilfsmittel bindet etwa zwei Liter Produkt. Durch die Halbierung der Einsatzmenge an Filterhilfsmittel wird der Produktverlust ebenfalls um die H\u00e4lfte reduziert. Dies ist vor allem bei hochwertigen Weinen von besonderer Bedeutung.<\/p>\n<p><b>Wirtschaftlichkeit \u2013 trotz h\u00f6herem Einstandspreis<\/b><br \/>Der Preis dieser hochreinen Filtercellulosen liegt durchschnittlich bei drei Euro pro Kilogramm und ist somit etwa dreimal teurer als Kieselgur. Trotz des relativ hohen Einstandspreises f\u00fcr Filtercellulose werden wirtschaftliche Filtrationsergebnisse erreicht und zwar durch die bereits erw\u00e4hnten Vorteile: deutlich reduzierte Einsatzmenge, h\u00f6here Durchsatzmengen, reduzierte R\u00fcstzeiten und Sp\u00fclwassermengen sowie ein verringerter Produktverlust.<\/p>\n<p><b>Anlagenschonend und angenehme Handhabung<\/b><br \/>Die weichen Cellulosefasern sind nicht abrasiv. Pumpen, Rohrleitungen und Dichtungsmaterialien werden geschont und nicht besch\u00e4digt. Ein oft untersch\u00e4tzter Kostenfaktor, der nicht direkt in die Kostenberechnung mit einflie\u00dft! Dar\u00fcber hinaus sind die Cellulosefasern sehr gut sp\u00fclbar und lagern sich nicht im Kanalsystem ab. Dies erleichtert das Abreinigen des Filters erheblich.<\/p>\n<p><b>Fazit des Herstellers<\/b><br \/>Das neue und innovative Filterhilfsmittel CelluFluxx bietet gegen\u00fcber mineralischen Filterhilfsmitteln wesentliche Vorteile hinsichtlich Produktschonung, Wirtschaftlichkeit und Umweltvertr\u00e4glichkeit. Die Umstellung erfordert auf Grund der ver\u00e4nderten Filtrationscharakteristik eine leicht modifizierte Arbeitsweise.<\/p>\n<p><i>Die <a href=\"http:\/\/www.bauernzeitung.at\/\" >Bauernzeitung<\/a> berichtete von Verkostungen mit Zellulose filtrierter Weine:<\/i><\/p>\n<p><b>Erste Testergebnisse<\/b><br \/>Die <a href=\"http:\/\/www.wbs-krems.at\/\" >Wein- und Obstbauschule Krems<\/a> f\u00fchrte in Zusammenarbeit mit der Firma Erbsl\u00f6h beim Jahrgang 2007  mehrere Filtrationsversuche durch. Laut Firmenbeschreibung kann direkt nach der Filtration ein sogenannter Papiergeschmack entstehen \u2013 der jedoch nach ein bis maximal drei Wochen vollkommen verschwinden soll. Beim ersten Versuch wurde ein Wei\u00dfburgunder filtriert. Die Filtration erfolgte genauso wie mit Kieselgur (zuerst anschwemmen und danach Filtration). Nach der Anschwemmphase wurde der Wein verkostet und hatte einen deutlichen Geruch und Geschmack nach Papier. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Filtration wurde dieser Ton etwas leichter, verschwand jedoch nicht. Am Tag nach der Filtration wurde ebenfalls dieser Beiton bemerkt. Nach einer Woche war der &#8220;Papiergeschmack&#8221; nur noch leicht erkennbar. Nach drei Wochen wurde der Wein bei einer Publikumsverkostung pr\u00e4sentiert \u2013 und niemand bemerkte eine negative Beeinflussung. Gleichzeitig wurde ein Chardonnay getestet, das Ergebnis war deckungsgleich.<\/p>\n<p>Nach diesen Erfahrungen folgte der Gr\u00fcne Veltliner. Hier wurde ein Vergleich mit einer herk\u00f6mmlichen Kieselgurfiltration durchgef\u00fchrt. Am Tag der offenen T\u00fcr der Wein- und Obstbauschule Krems wurde dieser Versuch erstmals den Weinbauern pr\u00e4sentiert. Genaue Aussagen dazu sind noch nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p><b>Fazit der Bauernzeitung<\/b><br \/>In Summe gesehen ist die Kieselgurfiltration eine ausgezeichnete Art der Vorfiltration. Auch eine Alternative mit Cellulose als Filterhilfsmittel ist w\u00fcnschenswert. Es muss nicht gleich ein Ersatz von Kieselgur sein \u2013 auch eine Kombination k\u00f6nnte angedacht und versucht werden. Ergebnisse \u00fcber diese und viele andere Versuche findet man unter lako.at (unter Versuche) oder \u00fcber die Homepage der Wein- und Obstbauschule Krems.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Firmenhomepage <a href=\"http:\/\/www.erbsloeh.com\/\" >Erbsl\u00f6h<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.bauernzeitung.at\/?id=2500%2C30713%2C%2C\" >Auch mit Zellulose kann filtriert werden<\/a> (Artikel in der Bauernzeitung vom 2008-03-13)<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Thomas Jung<br \/><a href=\"http:\/\/www.erbsloeh.com\/\" >Erbsl\u00f6h Geisenheim AG<\/a><br \/>Tel. 06722-70 80<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@erbsloeh.com\">info@erbsloeh.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mit den vom Geisenheimer Unternehmen Erbsl&ouml;h entwickelten Filtercellulosen CelluFluxx&reg; bietet sich eine M&ouml;glichkeit zum Ersatz mineralischer Filterhilfsmittel bei der Weinfiltrierung. 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