{"id":10745,"date":"2008-03-14T00:00:00","date_gmt":"2008-03-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080314-02n"},"modified":"2017-10-19T10:30:55","modified_gmt":"2017-10-19T08:30:55","slug":"bayern-clusterstudie-forst-und-holz-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bayern-clusterstudie-forst-und-holz-vorgestellt\/","title":{"rendered":"Bayern: Clusterstudie Forst und Holz vorgestellt"},"content":{"rendered":"<p><b>Unter dem Motto &#8220;Bayerische W\u00e4lder &#8211; Klimaschutz und Wirtschaftsfaktor&#8221; veranstaltete <a href=\"http:\/\/www.carmen-ev.de\/\">C.A.R.M.E.N.<\/a>, die bayerische Koordinierungseinrichtung f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe, am 10. M\u00e4rz 2008 sein 15. Forum im Straubinger Herzogschloss. Kooperationspartner war der <a href=\"http:\/\/www.bayer-waldbesitzerverband.de\/\">Bayerische Waldbesitzerverband<\/a>, die berufsst\u00e4ndische Vertretung des privaten, kommunalen und kirchlichen Waldbesitzes.<\/b><\/p>\n<p>Laut Bayerns Forstminister Josef Miller machen sich derzeit vier Herausforderungen mit ungeheurer Dynamik bemerkbar, der Hunger nach Nahrung und Wasser, der Hunger nach Energie, der Erhalt der biologischen Vielfalt und die Abmilderung der Folgen des Klimawandels. Zu allen diesen Punkten k\u00f6nnen Land- und Forstwirtschaft wertvolle Beitr\u00e4ge leisten. Neben der reinen Holzproduktion hat der Wald noch weitere wichtige Funktionen, als Ruhe- und Erholungsraum f\u00fcr Menschen und R\u00fcckzugsraum f\u00fcr Tiere und Pflanzen sowie die Erf\u00fcllung von Schutzfunktionen wie Boden-, Trinkwasser- oder Hochwasserschutz.<\/p>\n<p>Die bayerische Forstpolitik verfolgt hier den Ansatz der naturnahen Forstwirtschaft auf ganzer Fl\u00e4che, um eine klimaschonende Holznutzung und Arbeitspl\u00e4tze zu sichern sowie den l\u00e4ndlichen Raum zu st\u00e4rken. Mit einer Cluster-Studie wurde erstmals eine umfassende Branchen- und Strukturanalyse f\u00fcr die Forst- und Holzwirtschaft in Bayern erstellt, in die alle Akteure einbezogen wurden.<\/p>\n<p><b>Cluster Forst und Holz in Bayern<\/b><br \/>\nDie Ergebnisse der Studie wurden auf dem C.A.R.M.E.N.-Forum von Dr. Gabriele Weber-Blaschke vom <a href=\"http:\/\/www.wzw.tum.de\/blm\/eul\">Lehrstuhl f\u00fcr Rohstoff- und Energietechnologie<\/a> der TU-M\u00fcnchen erstmals vorgestellt. Dazu wurden, bezogen auf das Jahr 2006, die Holzstr\u00f6me in Bayern analysiert. An die S\u00e4geindustrie werden demnach die gr\u00f6\u00dften Holzanteile geliefert. Der Privatwald ist gr\u00f6\u00dfter Nadelholzlieferant f\u00fcr die bayerische Holzindustrie, Laubholz wird \u00fcberwiegend aus bayerischem Staatsforst geliefert. Insgesamt wird bayerisches Holz zu 2\/3 stofflich und zu 1\/3 energetisch verwertet. Die konkreten Ergebnisse werden in K\u00fcrze im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.rohstofftechnologie.de\/\">www.rohstofftechnologie.de<\/a> bereitgestellt.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Forstwirtschaft in Bayern erl\u00e4uterte Olaf Schmidt, Pr\u00e4sident der Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Wald und Forstwirtschaft (<a href=\"http:\/\/www.lwf.bayern.de\/\">LWF<\/a>). Anhand sogenannter Klimah\u00fcllen verdeutlichte Schmidt, dass sich die Buche zwar weiterhin in Bayern wohlf\u00fchlen wird, f\u00fcr die Fichte, die etwa 44 Prozent Anteil am bayerischen Nadelholz besitzt, wird es jedoch in Zukunft zu warm werden. Eine forstliche Zukunftsaufgabe besteht darin, diesen Anteil zu senken, um die Anf\u00e4lligkeit der W\u00e4lder zu mindern.<\/p>\n<p><b>Holz und Klimaschutz<\/b><br \/>\n&#8220;Klimaschutz durch High-Tech-H\u00e4user aus der Natur&#8221;, lautete das Referatsthema von Robert Bergm\u00fcller von der <a href=\"http:\/\/www.bergmueller-holzbau.de\/\">Bergm\u00fcller Holzbau GmbH<\/a> aus Bayerbach. Auch wenn Bergm\u00fcller anhand seiner einleitenden Umfrage feststellen musste, dass nur wenige der dem Wald sehr verbundenen Forumsteilnehmer selber in einem Holzhaus wohnen, hat sich der Holzhausbau insgesamt doch schon einen Anteil von 15 Prozent unter den Neubauten erobert. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig, z. B. dass es m\u00f6glich ist, Holzh\u00e4user als Kraftwerke zu konzipieren, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen und sich dabei an den Vorbildern aus der Natur orientieren.<\/p>\n<p><b>WPC: Biowerkstoffe aus Holz<\/b><br \/>\nWood Plastic Composites (WPC) als innovativer Allround-Werkstoff wurden von Dr. J\u00fcrgen Kreiter von der <a href=\"http:\/\/www.werzalit.de\/\">Werzalit GmbH<\/a> vorgestellt. Diese modernen Kunststoffe aus Holzsp\u00e4nen und Polymeren wie Polypropylen besitzen durchaus Zukunftspotenzial. Vorteile sind z. B. die holz\u00e4hnlichen Eigenschaften bei der Verarbeitung mit gleichzeitig hoher Witterungsbest\u00e4ndigkeit. Einsatzgebiete k\u00f6nnen im Spritzgussverfahren hergestellte PKW-Bauteile sein, aber auch Terrassenplatten oder Paletten.<\/p>\n<p>Dr. Ralph Lehnen von der <a href=\"http:\/\/www.uni-hamburg.de\/\">Uni Hamburg<\/a> pr\u00e4sentierte Phenol-Formaldehyd-Harze auf Basis Nachwachsender Rohstoffe. Diese Harze werden in Formteilen, Lacken oder Automobilteilen eingesetzt. Etwa drei Millionen werden weltweit unter Verwendung von Roh\u00f6l produziert. Nachwachsende Rohstoffe auf Basis von Lignin oder Tannin k\u00f6nnen Roh\u00f6l hier teilweise oder auch vollst\u00e4ndig ersetzen, dennoch ist noch ein erheblicher Forschungs- und Entwicklungsbedarf hinsichtlich der Konkurrenzf\u00e4higkeit von Klebstoffen auf Nawaros-Basis erforderlich.<\/p>\n<p><b>Holz als Brennstoff<\/b><br \/>\nViel weiter ist bereits der Markt f\u00fcr Holzpellets entwickelt. \u00dcber die Wertsch\u00f6pfung am Pelletmarkt berichtete Thomas Schmidmeier von der Straubinger Firma <a href=\"http:\/\/www.compactec.de\/\">CompacTec GmbH<\/a>. Bei Betrachtung der \u00d6lpreisentwicklung steht f\u00fcr die CompacTec der Slogan &#8220;Pellets statt \u00d6l&#8221; im Vordergrund. Konsequente Markenpflege, Internet und Maximalpreisgarantie sollen dem Unternehmen bei der wirtschaftlichen Entwicklung helfen.<\/p>\n<p>Die Brennstofflogistik war Thema von Volkmar Sch\u00e4fer von der <a href=\"http:\/\/www.eta-energieberatung.de\/\">eta Energieberatung GbR<\/a>. Er machte deutlich, dass es einen bundesweiten Handel mit Energieholz und Waldhackschnitzeln derzeit noch nicht gibt. Besonders im Privatwald liegen gr\u00f6\u00dfere fl\u00e4chenbezogene Mengenpotenziale, bei deren Vermarktung Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbauernvereinigungen helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00dcber das Thema &#8220;Ressource Wald &#8211; Potenzial und langfristige Sicherung&#8221; referierte Dr. Herbert Borchert von der LWF. Auf Grundlage der Bundeswaldinventuren wurden Nutzungsszenarien f\u00fcr die Entwicklung des Holzaufkommens \u00fcber einen Zeitraum von 30 Jahren entwickelt. Aufgrund von klimaschutzbedingten Waldumbauma\u00dfnahmen sowie durch Trockenheit und Borkenk\u00e4ferbefall k\u00f6nnten die Holzvorr\u00e4te der Fichte abgebaut werden. Schnellwachsende Baumarten k\u00f6nnen helfen, dass Rohholzpotenzial zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Dr. Rudolf Freidhager von der <a href=\"http:\/\/www.baysf.de\/\">Bayerischen Staatsforsten A\u00f6R<\/a> berichtete \u00fcber die Holzvermarktung. Datenerhebungen der Staatsforsten zeigen einen geringeren Zuwachs im bayerischen Staatswald als die Bundeswaldinventur angibt. Die Bayerische Staatsforsten wird auf dem Holzmarkt in den n\u00e4chsten Jahren eher weniger Holz anbieten. Dabei wird sich die Vermarktungsstrategie eher in Richtung langfristige Vertr\u00e4ge mit Gro\u00df- und Kleinkunden entwickeln.<\/p>\n<p>Die &#8220;Vermarktung von Biomasse am Beispiel Hackschnitzel&#8221; erl\u00e4uterte Karl Oberschmid von der Planko-Bio-Net GmbH &amp; Co. KG. Die Potenziale Erneuerbarer Energien sind in allen Sparten noch ausbauf\u00e4hig. Im Heizbereich wird Biomasse eine Schl\u00fcsselrolle spielen, weshalb hier weiterhin Arbeitspl\u00e4tze entstehen werden. Dabei gewinnen Hackschnitzelheizungen zunehmend an Bedeutung. Die \u00f6ffentliche Hand sollte hier weiter beispielgebend vorangehen.<\/p>\n<p>Ein Tagungsband zur Veranstaltung f\u00fcr 15,95 Euro (zzgl. MwSt. und Versand) ist bei C.A.R.M.E.N. erh\u00e4ltlich. Die Vortr\u00e4ge k\u00f6nnen <a href=\"http:\/\/www.carmen-ev.de\/dt\/portrait\/foren\/forum08.htm\">hier<\/a> auf der C.A.R.M.E.N.-Homepage heruntergeladen werden.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.carmen-ev.de\/\">C.A.R.M.E.N. e.V.<\/a><br \/>\nTel.: 09421-960-300<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:contact@carmen-ev.de\">contact@carmen-ev.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bayern-foerderung-von-biomasseheizwerken-bis-2010-fortgefuehrt\/\">2008-03-10<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/miller-startet-cluster-forst-und-holz\/\">2006-04-24<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Unter dem Motto &#8220;Bayerische W&auml;lder &#8211; Klimaschutz und Wirtschaftsfaktor&#8221; veranstaltete C.A.R.M.E.N., die bayerische Koordinierungseinrichtung f&uuml;r Nachwachsende Rohstoffe, am 10. M&auml;rz 2008 sein 15. 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