{"id":10688,"date":"2008-01-10T00:00:00","date_gmt":"2008-01-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080110-02n"},"modified":"2008-01-10T00:00:00","modified_gmt":"2008-01-09T22:00:00","slug":"kein-klarer-hinweis-auf-globale-waldverluste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kein-klarer-hinweis-auf-globale-waldverluste\/","title":{"rendered":"Kein klarer Hinweis auf globale Waldverluste"},"content":{"rendered":"<p><b>Daten \u00fcber die tats\u00e4chlichen Waldbest\u00e4nde in tropischen Regionen sind so l\u00fcckenhaft, dass eine Aussage dar\u00fcber, ob die W\u00e4lder wachsen oder zerst\u00f6rt werden, kaum getroffen werden kann, berichtet Alan Grainger von der School of Geography an der <a href=\"http:\/\/www.leeds.ac.uk\/\" >University of Leeds<\/a> in der j\u00fcngsten Ausgabe des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences <a href=\"http:\/\/www.pnas.org\/\" >PNAS<\/a>. Der Forscher hat Daten der vergangenen 30 Jahre untersucht und ist zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. In diesem Zusammenhang fordert der Wissenschaftler die Schaffung eines globalen Monitoring Programms.<\/b><\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.un.org\/\" >UNO<\/a> hat in zahlreichen Untersuchungen Daten best\u00e4tigt, wonach tropische W\u00e4lder weltweit im R\u00fcckgang begriffen sind. Grainger ist sich allerdings nicht sicher, ob das bedeutet, dass es zu einer globalen Abnahme der Waldbest\u00e4nde gekommen ist. &#8220;Es steht au\u00dfer Zweifel, dass gro\u00dfe Waldgebiete in den vergangenen Jahren gerodet wurden. Es gibt allerdings auch Hinweise daf\u00fcr, dass in anderen Regionen die W\u00e4lder zugenommen haben&#8221;, so der Forscher. &#8220;Unsere Analyse beweist nicht, dass es keinen Verlust tropischer Regenw\u00e4lder gibt &#8211; daf\u00fcr gibt es gen\u00fcgend lokale Beweise &#8211; sondern eher dass es schwierig ist, verl\u00e4ssliche Daten dar\u00fcber zu bekommen.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Forschungsarbeit hat Grainger Daten der <a href=\"http:\/\/www.fao.org\/\" >FAO<\/a> seit den 1980ern genauer untersucht. Von den dortigen Waldbestandsaufnahmen, die alle zehn Jahre ver\u00f6ffentlicht werden, konnte man eine deutliche Abnahme der trockenen und feuchten tropischen Regenw\u00e4lder ableiten. Das FAO Global Forest Resources Assessment f\u00fcr das Jahr 2000 wies aus, dass die tropischen Waldgebiete im Zeitraum von 1990 bis 2000 von 1,926 Mio. Hektar auf 1,799 Mio. Hektar geschrumpft waren. Im Bericht von 1990 war hingegen zu lesen, dass die tropischen W\u00e4lder zwischen 1980 und 1990 von 1,9 Mio. Hektar auf 1,756 Mio. Hektar geschrumpft waren. Die Fl\u00e4chenangaben betrafen genau die gleichen 90 L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Grainger betont, dass die FAO sehr genau arbeite, sich f\u00fcr ihre Untersuchungen allerdings auch auf nationale Statistiken verlassen m\u00fcsse. &#8220;Die Ungenauigkeiten sind demnach unausweichlich&#8221;, schlie\u00dft der Geograph, der als internationaler Experte f\u00fcr tropische W\u00e4lder gilt. Das Tragische an den Ungenauigkeiten dieser Daten sei auch, dass viele international arbeitende Wissenschaftler sich auf diese Daten st\u00fctzen. Die einzige L\u00f6sung dieser Probleme sieht Grainger in neuen hochsensiblen Satellitenbildern, die verl\u00e4ssliche Bestandsdaten bringen sollen.<\/p>\n<p>Trotz der relativ ungenauen Datenlage, gebe es in einigen L\u00e4ndern deutliche Hinweise auf eine Ausdehnung der Waldgebiete, schreibt der Forscher. Dies sei etwa im westafrikanischen Gambia und im s\u00fcdostasiatischen Vietnam der Fall. In beiden L\u00e4ndern lag die Rate der Abholzung deutlich unter jener der Wiederaufforstung. &#8220;Genau das ist das Problem&#8221;, erkl\u00e4rt der Waldexperte von <a href=\"http:\/\/www.global2000.at\/\" >Global 2000<\/a>, Thomas Lackner, im pressetext-Interview. Wald sei nicht gleich Wald. Man m\u00fcsse die Qualit\u00e4t des \u00d6kosystems miteinbeziehen. <\/p>\n<p>&#8220;Die so genannten Prim\u00e4rw\u00e4lder sind es, die besonders viel CO<sub>2<\/sub> aufnehmen k\u00f6nnen. W\u00e4lder, die mit schnell wachsenden Eukalyptusb\u00e4umen oder anderen Hybriden aufgepflanzt werden, sind hingegen kein wertvolles \u00d6kosystem&#8221;, so der Experte, der solche Jubelmeldungen \u00fcber den Zuwachs an tropischen Waldgebieten immer sehr skeptisch sieht. &#8220;In einer Ver\u00f6ffentlichung des deutschen Umweltministeriums zur Lage der W\u00e4lder in den Tropen, wurde klar von einer globalen Verringerung dieser gesprochen&#8221;, erkl\u00e4rt Lackner.<\/p>\n<p>Eigenen Angaben zufolge habe der Boom bei den so genannten Biotreibstoffen die Situation zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft. Das sei sowohl in Indonesien als auch in S\u00fcdamerika deutlich sp\u00fcrbar. &#8220;Bekannt geworden sind nun auch gro\u00dffl\u00e4chige Rodungen der W\u00e4lder in Paraguay. Generell kann man sagen, dass der Druck auf diese urspr\u00fcnglichen Habitate deutlich zugenommen hat&#8221;, erkl\u00e4rt Lackner. Zahlreiche Berichte w\u00fcrden dies unterstreichen. &#8220;M\u00f6glicherweise sind in den Daten von 2006 die Rodungen zugunsten der Biotreibstoffe noch nicht eingeflossen&#8221;, so der Experte abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/waldflaeche-nimmt-weltweit-weiter-ab\/\" >2007-03-14<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holzeinschlag-im-amazonasbecken-unterschaetzt\/\" >2005-10-21<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Daten &uuml;ber die tats&auml;chlichen Waldbest&auml;nde in tropischen Regionen sind so l&uuml;ckenhaft, dass eine Aussage dar&uuml;ber, ob die W&auml;lder wachsen oder zerst&ouml;rt werden, kaum getroffen werden<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10688","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10688","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10688"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10688\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10688"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}