{"id":106776,"date":"2022-03-29T07:26:00","date_gmt":"2022-03-29T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=106776"},"modified":"2022-03-28T12:17:34","modified_gmt":"2022-03-28T10:17:34","slug":"oko-innovationen-mit-biomasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oko-innovationen-mit-biomasse\/","title":{"rendered":"\u00d6ko-Innovationen mit Biomasse"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Zwei Tage lang stand das Hotel Alte Werft in Papenburg ganz im Zeichen nachwachsender Rohstoffe: Das Kompetenzzentrum 3N hatte zur deutsch-niederl\u00e4ndischen Konferenz \u201e<a href=\"https:\/\/www.3-n.info\/news-und-termine\/aktuelle-meldungen\/biooekonomie\/aktueller-denn-je-oeko-innovationen-fuer-den-rohstoff-und-energiesektor.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00d6ko-Innovationen mit Biomasse<\/a>\u201c (EIC 2022) geladen. Der erste Tag legte einen Fokus auf die nachhaltige Ressourcennutzung in der Bio\u00f6konomie. An Tag zwei konzentrierten sich die Vortr\u00e4ge unter anderem auf CO2-Minderungsstrategien, das Potenzial der Paludikultur, Agroforstkonzepte, klimafreundliche Landwirtschaft und Algenbiomasse.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Rohrkolben.jpg\" alt=\"Paludikulturen, beispielsweise mit Rohrkolben, verbinden Landwirtschaft und Klimaschutz.\" class=\"wp-image-106914\" width=\"780\" height=\"439\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Rohrkolben.jpg 1280w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Rohrkolben-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Rohrkolben-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Rohrkolben-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Rohrkolben-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Rohrkolben-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px\" \/><figcaption>Paludikulturen, beispielsweise mit Rohrkolben, verbinden Landwirtschaft und Klimaschutz. Quelle<br>Marzena7\/Pixabay; CC0<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">D\u00e4mmstoffe, Kunststoffe und Verbundwerkstoffe<\/h3>\n\n\n\n<p>Als Beispiel f\u00fcr eine erfolgreiche bio\u00f6konomische Interreg-Kooperation Deutschlands und der Niederlande stellten die Referentinnen Ilona Heijen, Anita Buijs und Karin Eden die Ems-Dollart-Region vor, in der Landwirtschaft und gr\u00fcne Chemie vorangetrieben werden. Sven Stielstra erg\u00e4nzte die ebenfalls durch ein Interreg-Programm gef\u00f6rderten Bem\u00fchungen um eine zirkul\u00e4re Bio\u00f6konomie.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiele aus der Forschung, wie D\u00e4mmstoffe aus Rohrkolben, Kunststoffe aus Reststr\u00f6men und Verbundwerkstoffe aus Naturfasern produziert werden k\u00f6nnen, pr\u00e4sentierten Andr\u00e9 Herres von der TU Groningen und J\u00f6rg M\u00fcssig von der Hochschule Bremen. Doch die Konferenz zeigte sich auch praxisnah: Mehrere Unternehmen stellten bio\u00f6konomische Innovationen vor, mit denen sie bereits am Markt oder kurz vor der Vermarktung sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Biopolymere in Europa kaum produziert<\/h3>\n\n\n\n<p>So nutzt die Firma Waldpack recycelte Holzfasern, um daraus Einwegversandboxen herzustellen, die als kombinierte Verpackung f\u00fcr Tiefk\u00fchl-, K\u00fchl- und Trockenware dienen und so Styroporboxen ersetzen k\u00f6nnen. H&amp;P Moulding produziert im Spritzguss Trinkbecher aus dem biobasierten und bioabbaubaren Kunststoff PLA. Dabei kritisierte Bart Labrie, dass er den Kunststoff bislang aus China beziehen m\u00fcsse, weil regional lediglich PHA angeboten werde. Auch Bas Krins von Sinbis Polymer Innovations bedauerte, dass 70% aller Biopolymere in Asien produziert w\u00fcrden und Europa den Anschluss verpasst h\u00e4tte. Seine Firma nutzt einen eigens entwickelten Werkstoff aus biologisch abbaubaren Polymeren f\u00fcr bestimmte Stricke, die an Fischnetzen angebracht werden, um diese vor Sch\u00e4den am Meeresboden zu sch\u00fctzen. Mit der Zeit l\u00f6sen sich diese Stricke jedoch und die bislang aus Polyethylen bestehenden Str\u00e4nge verbleiben als M\u00fcll im Meer und an Str\u00e4nden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bioclear Earth entwickelt einen alternativen Prozess zur Betonherstellung. Anstelle des extrem klimasch\u00e4dlichen Zements kombiniert das Verfahren Sand, Kies und Schotter mit Bakterien. Deren Ablagerungsprozesse \u00fcbernehmen die Bindemittelfunktion, die sonst Zement erf\u00fcllt. Die Firma DEULA wiederum hat biobasierte Bew\u00e4sserungsrohre f\u00fcr die Landwirtschaft entwickelt, in die Stickstoff eingepresst wurde. Im Wurzelraum verlegt k\u00f6nnen die Pflanzen so bedarfsgenau bew\u00e4ssert werden und den Stickstoff, der sich aus den Rohren ausw\u00e4scht, besser verwerten, sodass weniger Stickstoff in den Boden gelangt und dort zur Klimaerw\u00e4rmung beitr\u00e4gt. Die Rohre zersetzen sich komplett und m\u00fcssen nach etwa einem halben Jahr erneuert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Moore wiedervern\u00e4ssen und nachhaltig nutzen<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben den zunehmend etablierten Prozessen wie etwa Bioraffinerien und der Herstellung von Wasserstoff oder Bio-LNG ging es am zweiten Tag meist um entwickelte, aber in der Praxis noch selten anzutreffende Konzepte. Jasper von Belle von der TU Leeuwarden stellte einen Ansatz vor, um den Wert von \u00d6kosystemleistungen finanziell zu quantifizieren und Landwirte daf\u00fcr zu belohnen, wenn sie durch Paludikulturen Moorb\u00f6den wiedervern\u00e4sst nutzen. In Deutschland finden acht Prozent der Landwirtschaft auf Moorb\u00f6den statt, von denen 92 % dazu entw\u00e4ssert worden sind. Diese Moorb\u00f6den sind f\u00fcr rund ein Drittel aller Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft verantwortlich, lernten die Konferenzteilnehmer. Allein die Frage, wie wir Moore managen, entscheide global \u00fcber 0,1 Grad Unterschied in der Erderw\u00e4rmung, erg\u00e4nzte Vytas Huth von der Universit\u00e4t Rostock.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp Gerhardt von der Baumfeldwirtschaft Wiesenburg stellte das Potenzial des Wassermanagements durch Agroforstwirtschaft heraus. Er warb f\u00fcr \u201eKeyline-Strukturen\u201c, was bedeutet, Landschaften entlang nat\u00fcrlicher Gel\u00e4ndestrukturen zu gestalten, um nat\u00fcrliche Wasserl\u00e4ufe zu f\u00f6rdern, durch B\u00e4ume und deren Wurzelraum das Wasser zu lenken und gleichzeitig \u00c4cker so zu planen, dass gute Fahrlinien f\u00fcr Arbeitsfahrzeuge entstehen. \u201eWir haben mit unserer Landschaft einen Fehler gemacht\u201c, kritisierte Gerhardt die Strukturen, die heute \u00dcberschwemmungen und D\u00fcrren f\u00f6rdern. Reich strukturierte Geh\u00f6lzlandschaften m\u00fcssten wiederhergestellt werden \u2013 das sei ein weit gr\u00f6\u00dferer Hebel als die Umstellung auf Bioanbau.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Esskastanie als untersch\u00e4tzter Landschaftsbaum<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein untersch\u00e4tztes Anbauprodukt bewarb Franziska Wolpert von der Baumschule Wurzelwerk: die Esskastanie. Diese sei sehr langlebig, als Tiefwurzler resistent gegen St\u00fcrme, zudem trockentolerant, mache als Plumsfrucht mit wenig Schnittaufwand wenig Arbeit in der Bewirtschaftung und erziele mit rund 250 Euro pro Baum attraktive Ernteertr\u00e4ge. W\u00e4hrend in Frankreich bereits gr\u00f6\u00dfere Plantagen existierten, w\u00fcrden in Deutschland jetzt die ersten Plantagen angepflanzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Abschluss der Konferenz machte die Blaue Bio\u00f6konomie mit Beispielen aus dem Innovationsraum BaMS. Dabei ging es um den Einsatz von Algen als Wasserstoffproduzenten sowie als Rohstoffe der Textilindustrie und f\u00fcr spezielle Bioraffinerien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Tage lang stand das Hotel Alte Werft in Papenburg ganz im Zeichen nachwachsender Rohstoffe: Das Kompetenzzentrum 3N hatte zur deutsch-niederl\u00e4ndischen Konferenz \u201e\u00d6ko-Innovationen mit Biomasse\u201c (EIC 2022) geladen. 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