{"id":10670,"date":"2008-01-17T00:00:00","date_gmt":"2008-01-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080117-02n"},"modified":"2008-01-17T00:00:00","modified_gmt":"2008-01-16T22:00:00","slug":"kanada-biogas-vom-winzer-und-sprit-aus-der-muelltonne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kanada-biogas-vom-winzer-und-sprit-aus-der-muelltonne\/","title":{"rendered":"Kanada: Biogas vom Winzer und Sprit aus der M\u00fclltonne"},"content":{"rendered":"<p><b>Kanadischer Wein ist au\u00dferhalb der Landesgrenzen wenig bekannt. Noch kurioser mutet die Elektrizit\u00e4tserzeugung aus dessen R\u00fcckst\u00e4nden an. Um dieses Projekt aber Realit\u00e4t werden zu lassen, hat sich jetzt eine der f\u00fchrenden Weinkellereien Kanadas mit einem Biogasproduzenten und einem deutschen Beratungsunternehmen zusammengetan. Letzteres liefert das Know-how und hilft bei der Errichtung der Anlage. Auch Projekte auf Basis anderer Bio-Abf\u00e4lle, von Agrar- bis zu Festm\u00fcll, zeichnen sich auf den Rei\u00dfbrettern ab.<\/b><\/p>\n<p>Die im kanadischen Weinbaugebiet Niagara-On-The-Lake angesiedelte Weinkellerei <a href=\"http:\/\/www.inniskillin.com\/\" >Inniskillin Wines<\/a> entsorgt bislang ihre Abf\u00e4lle aus dem Produktionsprozess (Traubenkerne und -h\u00e4ute) auf einer offenen Abfallhalde. Dort faulen sie vor sich hin und setzen unn\u00fctz Methan frei. Da es hierf\u00fcr jedoch eine umweltfreundlichere Verwendung gibt, wolle man sie auch nutzen, erkl\u00e4rte der Unternehmensleiter Bruce Nicholson im Gespr\u00e4ch mit dem deutschen Bundesamt f\u00fcr Au\u00dfenwirtschaft (<a href=\"http:\/\/www.bfai.de\/\" >bfai<\/a>).<\/p>\n<p>Hierzu hat seine Weinkellerei einen Vertrag mit dem Biogasproduzenten StromFisher Biogas abgeschlossen, der die j\u00e4hrlich anfallenden 2.000 t R\u00fcckst\u00e4nde aus der Weinherstellung abnimmt. Statt wie bisher eine Entsorgungsgeb\u00fchr zu zahlen, erh\u00e4lt Inniskillin Wines fortan einen geringen Betrag f\u00fcr die \u00dcberlassung der Abf\u00e4lle. Diese durchlaufen einen geschlossenen Container und produzieren unter Zusatz von anaeroben Bakterien ein Gas, das haupts\u00e4chlich aus Methan besteht. In einem industriellen Prozess wird dieses dann verbrannt, um einen Generator anzutreiben oder auch Erdgas zu erzeugen. Das von StormFisher geplante Biogas-Werk in Port Colborne ist eines von drei Projekten, die das Unternehmen 2008 und 2009 in der Provinz Ontario errichten will. Jedes der drei Werke werde rund 2,5 MW Elektrizit\u00e4t erzeugen.<\/p>\n<p>Auf der technischen Seite arbeitet StormFisher Biogas mit der deutschen Firma <a href=\"http:\/\/www.kriegfischer.de\/\" >Krieg&#038;Fischer Ingenieure<\/a> zusammen. Das auf Biogas-Anlagen spezialisierte Beratungsunternehmen konzipiert und installiert die Anlagen bis zur schl\u00fcsselfertigen \u00dcbergabe. Bislang befinden sich die Vorhaben noch im Genehmigungsprozess, d\u00fcrften aber 2009 betriebsbereit sein, erkl\u00e4rte Chris Guillon von der Firma StormFisher. Die Maschinen und Ausr\u00fcstungen f\u00fcr die Projekte werden dabei weltweit beschafft, wobei sicherlich auch ein Teil aus Kanada und den USA kommt.<\/p>\n<p><b>Deutschland f\u00fchrend bei Strom aus Biom\u00fcll<\/b><br \/>Die Zusammenarbeit mit einem deutschen Partner biete sich deshalb an, weil Deutschland auf dem Gebiet der Elektrizit\u00e4tserzeugung aus Bio-Abf\u00e4llen als f\u00fchrend gilt. Kanada sei auf diesem Feld noch nicht so weit wie Europa, konstatiert Guillon, gewinne aber an Bedeutung. Schlie\u00dflich spielt die Landwirtschaft im zweitgr\u00f6\u00dften Land der Erde nicht nur traditionell ein wichtige Rolle, sie nimmt auch dank des mittlerweile eingesetzten Agrarbooms kr\u00e4ftig zu. Au\u00dferdem steigt mit den wachsenden M\u00fcllhalden auch das Umweltbewusstsein.<\/p>\n<p>Als Treibstoff f\u00fcr die Biogas-Anlagen von StormFisher kommen nicht nur R\u00fcckst\u00e4nde aus der Weinherstellung in Frage, sondern eine Vielzahl biologischer Rohstoffe: von Schlachthausabf\u00e4llen \u00fcber Viehzuchtdung bis zu R\u00fcckst\u00e4nden aus der zunehmenden Ethanolproduktion. Deshalb klopfte StormFisher bei Landwirtschaftsbetrieben und Lebensmittelverarbeitern im S\u00fcden Ontarios an die T\u00fcr und fand diese unter anderem bei der Inniskillin Wines offen.<\/p>\n<p><b>Treibstoff aus st\u00e4dtischen Abf\u00e4llen<\/b><br \/>Auch mit st\u00e4dtischem Festm\u00fcll l\u00e4sst sich &#8220;gr\u00fcner&#8221; Strom erzeugen. Nachdem in der Landeshauptstadt Ottawa bereits seit Mitte 2007 ein 4-MW-Pilotprojekt t\u00e4glich 85 t Abfall in Elektrizit\u00e4t umwandelt, sollen weitere Vorhaben folgen. Hierzu verf\u00fcgt das Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.plascoenergygroup.com\/\" >PlascoEnergy Group<\/a> \u00fcber ein patentiertes System, das aus st\u00e4dtischem Abfall synthetischen Treibstoff gewinnt, der dann bei niedrigen Emissionen verbrannt und in Elektrizit\u00e4t umgewandelt wird. Dar\u00fcber hinaus kann das Unternehmen nun f\u00fcr 2008 mit 115 Mio. US-$ an frischen Finanzmitteln aus der US-Fondsgesellschaft <a href=\"http:\/\/www.firstreserve.com\/\" >First Reserve<\/a> rechnen. Diese Mittel sind f\u00fcr den Bau und die Inbetriebnahme von mehreren Projekten vorgesehen.<\/p>\n<p>So verf\u00fcge die PlascoEnergy Group bereits \u00fcber eine vorl\u00e4ufige Vereinbarung mit der Abfallbeh\u00f6rde der Zentralregion in der Provinz Alberta. Ziel ist die Errichtung einer Anlage mit einem Durchlauf von 300 t pro Tag in der Stadt Red Deer. Als Bedingung gilt jedoch der erfolgreiche Betrieb des Pilotprojekts in Ottawa. Mit zwei anderen st\u00e4dtischen Gemeinden stehe ein Abschluss kurz bevor, bei zehn Vorhaben sei man im fortgeschrittenen Verhandlungsstadium, erkl\u00e4rte der Plasco-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Rod Bryden laut Pressemeldungen.<\/p>\n<p>Dabei rechnet der Stromerzeuger damit, dass er in der Provinz Ontario von den Stadtverwaltungen rund 65 kanadische Dollar (entspricht rund 44 Euro) pro Tonne Festm\u00fcll erh\u00e4lt. Dies ist weniger als das, was die meisten Gemeinden bezahlen, um den M\u00fcll auf die Halde zu bekommen. Auf der Output-Seite erwartet Plasco 11 kanadische Cents pro Kilowattstunde. Ungef\u00e4hr denselben Preis erhalten auch Elektrizit\u00e4tserzeuger, die Strom aus dem Methan der offenen Abfalldeponien erzeugen. Bei diesem Verfahren geht jedoch fast ein Drittel des Gases verloren.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>StormFisher Biogas<br \/>Mr. Chris Guillon<br \/>20 Laidlaw St. Unit 1113<br \/>Toronto, Ontario, M6K 1X2<br \/>Tel.: 001-416-850 68 04<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:cguillon@stormfisher.com\">cguillon@stormfisher.com<\/a><br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.stormfisher.com\/\" >www.stormfisher.com<\/a><\/p>\n<p>PlascoEnergy Group<br \/>Chief Executive Officer: Mr. Rod Bryden<br \/>1145 Innovation Drive, Suite 100<br \/>Ottawa, Ontario, K2K 3G8<br \/>Tel.: 001-613-591 94 38<br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.plascoenergygroup.com\/\" >www.plascoenergygroup.com<\/a><\/p>\n<p>Bundesagentur f\u00fcr Au\u00dfenwirtschaft (bfai)<br \/>Herr Ehninger<br \/>Tel: 0221-2057-255<br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.bfai.de\/\" >www.bfai.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/canada-government-supports-cellulose-based-biofuels-with-500-mio-canadian-dollars\/\" >2007-09-21<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/strom-aus-weintrauben\/\" >2005-02-14<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Kanadischer Wein ist au&szlig;erhalb der Landesgrenzen wenig bekannt. Noch kurioser mutet die Elektrizit&auml;tserzeugung aus dessen R&uuml;ckst&auml;nden an. 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