{"id":10668,"date":"2008-01-18T00:00:00","date_gmt":"2008-01-17T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080118-06n"},"modified":"2017-10-19T10:21:51","modified_gmt":"2017-10-19T08:21:51","slug":"vhi-stellt-erstes-qualitaetssiegel-fuer-holz-polymer-werkstoffe-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vhi-stellt-erstes-qualitaetssiegel-fuer-holz-polymer-werkstoffe-vor\/","title":{"rendered":"VHI stellt erstes Qualit\u00e4tssiegel f\u00fcr Holz-Polymer-Werkstoffe vor"},"content":{"rendered":"<p><b><img decoding=\"async\" style=\"margin-right: 10px;\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080118-06\/pruefung.jpg\" alt=\"m\" align=\"left\" border=\"0\" \/>Terassendielen sind f\u00fchrend &#8211; und zwar bei der Reklamationsh\u00e4ufigkeit. Davon ist die Arbeitsgemeinschaft \u00f6ffentlich bestellter und vereidigter Sachverst\u00e4ndigter f\u00fcr Holz und Holzschutz \u00fcberzeugt. Auch bei Dielen aus Wood-Plastic-Composites bem\u00e4ngeln die Sachverst\u00e4ndigen, die bisherigen Lobeshymnen der Hersteller k\u00f6nnten die Versprechungen nicht halten, denn Verformungen, Ausbleichen und Verspr\u00f6den seien bislang nicht auszuschlie\u00dfen. Derweil war die Branche nicht unt\u00e4tig: Seit Dezember sorgen einheitliche Qualit\u00e4tskriterien f\u00fcr mehr Verl\u00e4sslichkeit bei der Beurteilung der Eigenschaften von WPC. Das neue Qualit\u00e4tssiegel stellt der Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (<a href=\"http:\/\/www.vhi.de\/\">VHI<\/a>) vor:<\/b><\/p>\n<p>Das erste Qualit\u00e4tssiegel f\u00fcr Holz-Polymer-Werkstoffe stellten die <a href=\"http:\/\/www.qg-holzwerkstoffe.de\/\">Qualit\u00e4tsgemeinschaft Holzwerkstoffe e.V.<\/a> und der Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) anl\u00e4sslich des vom <a href=\"http:\/\/www.nova-institut.de\/nr\">nova-Institut<\/a> veranstalteten zweiten <a href=\"http:\/\/www.wpc-kongress.de\/\">WPC-Kongresses<\/a> in K\u00f6ln vor. Damit gibt es erstmals verbindliche Qualit\u00e4tskriterien f\u00fcr das noch junge Produkt. Wood Plastic Composites (WPC), so der englische Begriff f\u00fcr Holz-Polymer-Werkstoffe, sind Ende der 90er Jahre aus den USA nach Europa gekommen. Sie bestehen bis zu 80 Prozent aus dem Naturprodukt Holz, das mithilfe von Kunststoff haltbar gemacht wird.<\/p>\n<p>Haupteinsatzbereich sind zurzeit Decking-Profile f\u00fcr Terrassen, Schwimmbadumrandungen und andere Bodenbel\u00e4ge im Au\u00dfenbereich, die der Witterung ausgesetzt sind. Das Material \u00fcberzeugt durch seine naturnahe Holzoptik und Struktur. Der eingesetzte Kunststoff macht es besonders wetterfest, wartungsarm und splitterfrei. Aufw\u00e4ndige Schutzma\u00dfnahmen wie bei herk\u00f6mmlichen Holzbel\u00e4gen sind \u00fcberfl\u00fcssig. WPC-Deckings sind einfach wie Holz zu verarbeiten und besitzen eine h\u00f6here Steifigkeit als Kunststoffe. \u00dcber den Holzfachhandel und die Baum\u00e4rkte sind die Bodenbel\u00e4ge fl\u00e4chendeckend zu bekommen. Zunehmend entdecken auch die Automobilindustrie, die M\u00f6bel- und Konsumg\u00fcterhersteller die Vorteile des beliebig formbaren und stabilen Werkstoffs.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"margin-left: 10px;\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080118-06\/zertifikat_291107.jpg\" alt=\"zertifikat_291107.jpg\" align=\"right\" border=\"0\" \/><b>G\u00fctesiegel schlie\u00dft Norm-L\u00fccke<\/b><br \/>\nDas in K\u00f6ln erstmals der \u00d6ffentlichkeit vorgestellte G\u00fctesiegel f\u00fcr Holz-Polymer-Werkstoffe legt die Qualit\u00e4tsmerkmale f\u00fcr Deckingprofile fest. Der VHI-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Peter Sauerwein begr\u00fcndet diesen Schritt damit, dass die Beschaffenheit von WPC-Profilen bisher von keiner Norm definiert wurde. Die CEN\/TS 15534 hat als Technische Spezifikation 2006 zwar Pr\u00fcfverfahren festgelegt, jedoch keine technischen Werte.<\/p>\n<p>&#8220;Bisher hat jeder Hersteller diese Werte f\u00fcr sich selbst bestimmt. Das G\u00fctesiegel der Qualit\u00e4tsgemeinschaft Holzwerkstoffe soll jetzt einheitliche Kriterien schaffen&#8221;, erl\u00e4utert Sauerwein. F\u00fcr den Handel und die Verbraucher bedeutet das, dass sie in Zukunft ein technisch sicheres und gesundheitlich unbedenkliches Produkt definierter G\u00fcte erwerben. Rund 80 Prozent der in Deutschland verkauften Deckings aus Holz-Polymer-Werkstoffen haben sich den Anforderungen des Siegels bereits angeschlossen. Das entspricht dem Marktanteil der in der Qualit\u00e4tsgemeinschaft Holzwerkstoffe zusammengeschlossenen Hersteller.<\/p>\n<p><b>Erste Zertifizierungen im Januar<\/b><br \/>\nAlle Mitglieder haben sich verpflichtet, die Zertifizierung in ihrem Unternehmen durchzuf\u00fchren. Die ersten werden im Januar 2008 abgeschlossen sein, so dass zu Beginn der n\u00e4chsten Gartensaison die ersten gepr\u00fcften Produkte im Markt sein werden. Die Erstpr\u00fcfungen nehmen unabh\u00e4ngige Institute vor. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen die Produzenten ein internes Qualit\u00e4tsmanagement nachweisen und protokollieren. Einmal j\u00e4hrlich kontrollieren das wiederum unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfer.<\/p>\n<p>Um sich mit dem Qualit\u00e4tszeichen Holzwerkstoffe schm\u00fccken zu k\u00f6nnen, muss das Unternehmen folgende Eigenschaften seiner Produkte belegen und laufend \u00fcberwachen:<br \/>\nDie eingearbeiteten Naturfasern m\u00fcssen zu 100 Prozent aus Holz bestehen, das aus garantiert nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Sie m\u00fcssen das Siegel der Waldschutzorganisationen <a href=\"http:\/\/www.pefc.org\/\">PEFC<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.fsc.org\/\">FSC<\/a> tragen. Um die Qualit\u00e4t des Polymergemischs sicherstellen zu k\u00f6nnen, soll nur frisch hergestellter Kunststoff bzw. Reststoffe einer einmaligen industriellen Produktion verwendet werden.<\/p>\n<p><b>Gepr\u00fcft best\u00e4ndig gegen Last und Klima<\/b><br \/>\nBei den physikalischen Eigenschaften \u00fcberpr\u00fcfen die Experten die Biegeeigenschaften, die Best\u00e4ndigkeit gegen Temperatur und Feuchtigkeitsschwankungen und das Verhalten bei Wechselbelastungen. Mit Hilfe der Dreipunktbiegung wird die Stabilit\u00e4t der Profile festgestellt. Eine punktuelle Gewichtsbelastung bis zu 330 Kilogramm muss das Material aushalten ohne zu brechen. Die Diele darf sich nicht mehr als zwei Millimeter durchbiegen, wenn auf sie ein Druck von 500 Newton, das entspricht 50 Kilogramm ausge\u00fcbt wird. Das soll verhindern, dass sich im Terrassendeck Senken bilden, in denen sich Wasser ansammeln kann. Auch Dauerbelastungen durch Gewicht und Temperaturen von 50 Grad Celsius werden getestet, um die Best\u00e4ndigkeit gegen Hitze und kontinuierliche Gewichtsbelastung zum Beispiel durch abgestellte Gegenst\u00e4nde sicher zu stellen. Damit die Stabilit\u00e4t auch bei extremen Klimaschwankungen garantiert werden kann, erproben die Experten das Verhalten der Profile durch mehrfache Zyklen von Kaltwasserlagerung, Gefrieren und Trocknen.<\/p>\n<p>Eine Kochwasserlagerung bildet die Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Feuchtigkeit ab. Dazu werden die Profile f\u00fcnf Stunden in kochendem Wasser gelagert und anschlie\u00dfend in ein Kaltwasserbad getaucht. Nach dieser Behandlung \u00fcberpr\u00fcfen die Qualit\u00e4tsbeauftragten die Quellung und Ausdehnung des Materials. Diese darf bestimmte Grenzwerte nicht \u00fcberschreiten, um gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen, dass die Profile auch unter Witterungsbelastung ihre Form behalten und es zu keinen Quellungen oder Verwerfungen kommt. Zur Sicherheit der Benutzer kontrollieren die Pr\u00fcfer die Rutschbest\u00e4ndigkeit der Oberfl\u00e4chen gem\u00e4\u00df den Bestimmungen der DIN 51097 (Rutschhemmung Barfu\u00dfbereiche).<\/p>\n<p>&#8220;Mit der Vorlage dieser Pr\u00fcfbestimmungen haben wir einen gro\u00dfen Schritt in Richtung Qualit\u00e4tssicherung von Holz-Polymer-Werkstoffen getan&#8221;, zeigt sich VHI-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Sauerwein zufrieden und k\u00fcndigt an, dass die Qualit\u00e4tsgemeinschaft den Pr\u00fcfkatalog laufend erweitern will. Dar\u00fcber hinaus will sie die Ergebnisse der firmeninternen Qualit\u00e4tskontrollen dazu nutzen, die bestehenden Bestimmungen zu optimieren. &#8220;Das G\u00fctesiegel Holz-Polymer-Werkstoffe der Qualit\u00e4tsgemeinschaft Holzwerkstoffe soll sich fortentwickeln und stets auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden&#8221;, k\u00fcndigt Sauerwein an.<\/p>\n<p><b>Positive Marktentwicklung<\/b><br \/>\nDas wird seiner Meinung nach dazu beitragen, dass sich WPC-Terrassendecks weiter durchsetzen werden. 2006 belief sich ihr Marktanteil bei den Holz-Bel\u00e4gen im Au\u00dfenbereich noch auf sechs Prozent. Tropenh\u00f6lzer stellten wegen ihrer Haltbarkeit mit 54 Prozent den L\u00f6wenanteil. Doch wird gerade die Entwicklung dieser sogenannten braunen Decks durch die Verf\u00fcgbarkeit und Umweltdiskussion gepr\u00e4gt. Hier sieht der Verband in den Holz-Polymer-Werkstoffen eine interessante umweltvertr\u00e4gliche Alternative &#8211; und das in einem wachsenden Marktsegment. Seit 2003 verzeichnet der Terrassenmarkt kontinuierliche Zuw\u00e4chse. 2006 belief sich das Marktvolumen auf 224 Millionen Euro (Quelle B&amp;L Marktdaten 08\/2007). Bis 2010 erwarten Experten j\u00e4hrliche Zuwachsraten bis zu zehn Prozent. Von diesem Kuchen wollen sich die WPC-Hersteller ein immer gr\u00f6\u00dferes St\u00fcck abschneiden.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080118-06\/Urkunde-qg-VHI.pdf\">Muster-Zertifikat<\/a> (PDF-Dokument)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080118-06\/Fact_Sheet.pdf\">Holz-Polymer-G\u00fctesiegel: Qualit\u00e4ts- und Pr\u00fcfbestimmungen (Zusammenfassung\/ Datenblatt)<\/a> (PDF-Dokument)<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vhi.de\/\">Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.qg-holzwerkstoffe.de\/\">Qualit\u00e4tsgemeinschaft Holzwerkstoffe e.V.<\/a><br \/>\nUrsulum 18<br \/>\nD-35396 Gie\u00dfen<br \/>\nTel.: 0641-975 47-0<br \/>\nFax: 0641\u2013975 47-99<br \/>\nE-Mail: <a href=\"http:\/\/vhimail@vhi.de\/\">vhimail@vhi.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/mail@qg-holzwerkstoffe.de\/\">mail@qg-holzwerkstoffe.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-kongressbericht-wpc-kongress-wichtigster-treffpunkt-der-wachsenden-branche\/\">2007-12-07<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wpc-im-moebelbau-brauchen-bessere-oberflaechen\/\">2006-04-12<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fnr-veroeffentlicht-wpc-studie\/\">2006-05-24<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Terassendielen sind f&uuml;hrend &#8211; und zwar bei der Reklamationsh&auml;ufigkeit. 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