{"id":10635,"date":"2008-02-08T00:00:00","date_gmt":"2008-02-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080208-01n"},"modified":"2008-02-08T00:00:00","modified_gmt":"2008-02-07T22:00:00","slug":"biokraftstoffe-zertifizierung-wird-konkret","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokraftstoffe-zertifizierung-wird-konkret\/","title":{"rendered":"Biokraftstoffe: Zertifizierung wird konkret"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Produktion von Biomasse und Biokraftstoffen muss nachhaltig erfolgen. Hierzu hat die Bundesregierung mit der Verabschiedung des Entwurfs der Biomasse-Nachhaltigkeits-Verordnung f\u00fcr Biokraftstoffe Regelungen zugestimmt, nach denen die steuerlich und ordnungsrechtliche F\u00f6rderung der Biokraftstoffe an die Einhaltung von definierten Nachhaltigkeitskriterien gebunden werden soll.<\/b><\/p>\n<p>Auch auf europ\u00e4ischer Ebene laufen entsprechende Aktivit\u00e4ten. So strebt die EU-Kommission mit ihrem im Januar vorgelegten Vorschlag zu einer Erneuerbaren Energien-Richtlinie ebenfalls Regelungen zur nachhaltigen Produktion von Biokraftstoffen als Voraussetzung f\u00fcr eine F\u00f6rderung und die Anrechnung auf EU-Biokraftstoffziele an.<\/p>\n<p>Zum Nachweis der Einhaltung der rechtlich definierten Anforderungen dienen Zertifizierungssysteme. Die Entwicklung entsprechender Nachweissysteme ist jedoch au\u00dferordentlich komplex. Es gibt viele Studien zu Nachhaltigkeitsthemen, aber nur wenige Ans\u00e4tze f\u00fcr eine konkrete Umsetzung in die Praxis.<\/p>\n<p>Im letzten Jahr hatte das K\u00f6lner Unternehmen me\u00f3 corporate development GmbH (me\u00f3) im Rahmen eines vom Bundeslandwirtschaftsministerium (<a href=\"http:\/\/www.bmelv.de\/\" >BMELV<\/a>) gef\u00f6rderten Projektes einen Vorschlag f\u00fcr die Zertifizierung von Biokraftstoffen und Biomasse erarbeitet. Danach sollen Zertifikate die Einhaltung der Anforderungen an eine nachhaltige Produktion von insbesondere Biokraftstoffen und deren Rohstoffen nachweisen.<\/p>\n<p>Das von me\u00f3 in Zusammenarbeit mit diversen Unternehmen und Institutionen erarbeitete Konzept ist so weit entwickelt, dass jetzt die Praxis in einer zweij\u00e4hrigen Pilotphase zeigen soll, was wirklich funktioniert und was f\u00fcr einen Dauerbetrieb noch optimiert werden kann. Neben der EU sind mit Argentinien, Brasilien, Indonesien und Malaysia auch wichtige Rohstoffproduzenten in den Praxistest eingebunden.<\/p>\n<p>Das Projektmanagement liegt bei me\u00f3. Die K\u00f6lner haben Unternehmen aus Landwirtschaft, Handel, Biokraftstoffindustrie, Automobil- und Mineral\u00f6lindustrie sowie Forschungs- und Umweltschutzeinrichtungen in das Projekt einbezogen.  NGOs sollen intensiv an der konkreten Ausgestaltung des Zertifizierungssystems beteiligt werden.<\/p>\n<p>Im Wesentlichen umfasst die mit BMELV-Mitteln gef\u00f6rderte Pilotphase sechs Aufgabenpakete:<\/p>\n<ul>\n<li>Auswahl einer geeigneten Zertifizierungsmethode f\u00fcr den Nachhaltigkeitsnachweis \u00fcber die gesamten nationalen und internationalen Beschaffungsketten<\/li>\n<li>Nachweis der Treibhausgasemissionen entlang der Wertsch\u00f6pfungsketten<\/li>\n<li>Etablierung von Verifizierungs- und Monitoringinstrumenten<\/li>\n<li>Entwicklung eines Metasystems zur Integration anderer Zertifizierungsans\u00e4tze und \u2013systeme<\/li>\n<li>Entwicklung und Operationalisierung von rohstoff- und regionenspezifischen Mindeststandards f\u00fcr die Zertifizierung<\/li>\n<li>Validierung des Zusammenspiels der verschiedenen Systemkomponenten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8220;Das Projekt ist der zurzeit wohl am weitesten gediehene und konkreteste Ansatz zum Nachweis der Erf\u00fcllung von Nachhaltigkeitsanforderungen. Zugleich ist es sehr umfassend: Es bezieht nicht nur die meisten gro\u00dfen Anbau- und Handelsl\u00e4nder mit ein, sondern deckt mit Soja, Zuckerrohr, \u00d6lpalmen, Mais, Raps, Weizen und Zuckerr\u00fcben auch alle wichtigen Rohstoffe ab,&#8221; erkl\u00e4rt Andreas Sch\u00fctte, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (<a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >FNR<\/a>), die das Vorhaben als Projekttr\u00e4ger des BMELV betreut.<\/p>\n<p>&#8220;Wichtig ist aber,&#8221; so Sch\u00fctte weiter, &#8220;Nachhaltigkeitsanforderungen m\u00f6glichst schnell vom Biokraftstoffbereich auf die gesamte Agrarrohstoffe verarbeitende Industrie zu \u00fcbertragen. Sonst kommt es zu einer Verschiebung des Problems \u2013 Biokraftstoffe z.B. aus Pflanzen\u00f6len sind dann nachhaltig, daf\u00fcr weicht die Produktion f\u00fcr den Lebensmittel- oder technischen Sektor auf Regenwaldfl\u00e4chen aus.&#8221; <\/p>\n<p>Die Hoffnungen, die auf dem Vorhaben ruhen, n\u00e4mlich der gesicherte Nachweis der Einhaltung bestehender Nachhaltigkeitsanforderungen, sind gro\u00df. <\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ufop-legt-studie-zur-biomasse-nachhaltigkeitsverordnung-vor\/\" >2008-01-22<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fnr-zertifizierung-von-biokraftstoffen\/\" >2006-11-27<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Produktion von Biomasse und Biokraftstoffen muss nachhaltig erfolgen. 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