{"id":10614,"date":"2008-02-15T00:00:00","date_gmt":"2008-02-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080214-11n"},"modified":"2008-02-15T00:00:00","modified_gmt":"2008-02-14T22:00:00","slug":"vhi-eu-kommission-verkennt-tatsaechlichen-flaechenbedarf-und-verbrauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vhi-eu-kommission-verkennt-tatsaechlichen-flaechenbedarf-und-verbrauch\/","title":{"rendered":"VHI: EU-Kommission verkennt tats\u00e4chlichen Fl\u00e4chenbedarf und Verbrauch"},"content":{"rendered":"<p><b>Nach Auffassung des Verbands der deutschen Holzwerkstoffindustrie (<a href=\"http:\/\/www.vhi.de\/\" >VHI<\/a>) ist das am 23. Januar 2008 von der Europ\u00e4ischen Kommission geschn\u00fcrte Paket kaum geeignet, den globalen Klimawandel zu stoppen. Die Kommissionsvorschl\u00e4ge basieren auf einer v\u00f6llig unzureichenden Datenbasis \u00fcber den Fl\u00e4chenbedarf und den aktuellen Verbrauch nachwachsender Rohstoffe in Europa. Das gilt insbesondere f\u00fcr Holz, so der VHI. Aus Klimaschutzgr\u00fcnden biete die vermehrte Holzverwendung in M\u00f6beln oder im Bausektor eine bessere Garantie, das Kohlendioxidgas in der Atmosph\u00e4re zu reduzieren, als werthaltiges Holz gleich zu verbrennen.<\/b><\/p>\n<p>Das Vorschlagspaket der EU-Kommission sieht u. a. vor, in Europa den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df bis 2020 im weltweiten Alleingang um mindestens 20% gegen\u00fcber 1990 zu senken. Deutschland m\u00fcsste demnach gegen\u00fcber 2005 seinen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df um 14% reduzieren. &#8220;Ein EU-Alleingang ist nur ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein, das hat schon die <a href=\"http:\/\/www.gws-os.de\/\" >GWS<\/a>\/<a href=\"http:\/\/www.prognos.com\/\" >Prognos<\/a>-Studie vom Oktober 2007 gezeigt&#8221;, erl\u00e4utert Dr. Peter Sauerwein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VHI, &#8220;die weltweiten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen k\u00f6nnten in zehn Jahren gerade mal um 1,7% gebremst werden.&#8221; Der Energieexperte im VHI, Dr. Axel Kn\u00f6rr bef\u00fcrchtet, dass die EU-Staaten mit ihren Erneuerbaren Energie-Zielen den CO<sub>2<\/sub>-intensiven Wachstumsprozess, beispielsweise in China und Indien, aber auch in Amerika subventionieren und diesen noch beschleunigen.<\/p>\n<p>Um dem Klimawandel effektiv zu begegnen, ist es nach Auffassung des VHI erforderlich, das Kohlenstoffangebot weltweit zu begrenzen. Denn nur in dem Ma\u00dfe, wie es gelingt die Kohlenstoffe im Boden, im Wald und in Holzprodukten zu halten, kann ein Anstieg des Kohlendioxidgases in der Atmosph\u00e4re verhindert werden. Daher sind laut VHI Aufforstungsprogramme auf Brachlandfl\u00e4chen in Europa und die vermehrte Holzverwendung sinnvoller als die sofortige Holzverbrennung. Diese kann am Ende einer stofflichen Nutzung immer noch erfolgen. <\/p>\n<p>Die \u00dcberlegungen der Kommission zum Verkehrssektor sehen eine Verpflichtung der Mitgliedstaaten zu einem Mindestanteil von 10% Biokraftstoffen bis in Jahr 2020 vor. Berechnungen der Internationalen Energieagentur (<a href=\"http:\/\/www.iea.org\/\" >IEA<\/a>) zufolge, m\u00fcsste die EU damit 38% ihrer gesamten Agrarfl\u00e4che zur Produktion von biologischen Brennstoffen zur Verf\u00fcgung stellen, f\u00fcr Deutschland w\u00e4ren es laut <a href=\"http:\/\/www.cesifo-group.de\/\" >ifo Institut<\/a> sogar 52%. Der VHI weist darauf hin, dass diese Zahlen deutlich machen, dass die EU-Ziele unrealistisch sind, die ben\u00f6tigten Fl\u00e4chen in Europa nicht zur Verf\u00fcgung stehen und die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln und Rohstoffen auf dem Spiel steht.<\/p>\n<p>Auch ein Import von Biosprit scheidet aus. Denn f\u00fcr die Herstellung von Biodiesel, beispielsweise aus Palm\u00f6l, m\u00fcssten die bestehenden Tropenw\u00e4lder zun\u00e4chst gerodet werden, um \u00d6lpalmen zu pflanzen. Nach Berechnungen der Environmental Protection Encouragement Agency (<a href=\"http:\/\/www.epea.com\/\" >EPEA<\/a>) wird es in Malaysia oder Indonesien 74 Jahre dauern, bis der negative Treibhauseffekt durch die Umwandlung von bestehenden W\u00e4ldern in landwirtschaftliche Fl\u00e4chen wettgemacht wird. Bei der Sojabohnenproduktion in den brasilianischen Regenw\u00e4ldern sind es nach diesen Untersuchungen sogar 450 Jahre.<\/p>\n<p>&#8220;Noch immer wird das energetisch nutzbare Holzpotenzial bei weitem \u00fcbersch\u00e4tzt&#8221;, erkl\u00e4rt Sauerwein. &#8220;Warum schaut die Kommission nicht in die Unterlagen der United Nations Economic Commission for Europe (<a href=\"http:\/\/www.unece.org\/\" >UNECE<\/a>) und der Food and Agriculture Organization of the United Nations (<a href=\"http:\/\/www.fao.org\/\" >FAO<\/a>), die deutlich gemacht haben, dass die EU-Pl\u00e4ne zu einem Defizit in Europa zwischen 448 Mio. m<sup>3<\/sup> und 317 Mio. m<sup>3<\/sup> Holz im Jahr 2020 f\u00fchren werden&#8221;, so Sauerwein weiter.<\/p>\n<p>Der VHI fordert beim Energieholz daher das Prinzip der Kaskadennutzung: Holz zun\u00e4chst m\u00f6glichst mehrfach stofflich und erst dann energetisch zu verwenden. Denn die zunehmende Brennholznutzung f\u00fchrt zu einer verk\u00fcrzten Nutzungsdauer des in Holz und Holzprodukten gespeicherten Kohlenstoffs. Besser sei es daher, so der VHI, den Kohlenstoff \u00fcber Jahrzehnte in verbautem Holz oder in M\u00f6beln zu speichern und gro\u00df angelegte Programme zur Aufforstung zu starten. Der Verband bedauert in diesem Zusammenhang, dass in dem Kommissionsvorschlag hierzu keinerlei Aussagen getroffen wurden und auch jegliche Vorschl\u00e4ge zur Energieeffizienz und Energieeinsparung fehlen. <\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080214-11\/Stellungnahme_EU-Klimapaket-13feb08.pdf\" >Stellungnahme des VHI zum Vorschlag der EU-Kommission zur F\u00f6rderung Erneuerbarer Energien<\/a> (PDF-Dokument)<\/li>\n<li>GWS\/Prognos-Studie &#8220;\u00d6konomische Kriterien zur Bewertung alternativer Verhandlungsl\u00f6sungen f\u00fcr eine Weiterentwicklung des Klimaregimes nach 2012&#8221; (<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080214-11\/gws-prognos-studie-klima-endbericht.pdf\" >Endbericht<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080214-11\/gws-prognos-studie-klima-zusammenfassung,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf\" >Zusammenfassung<\/a>, PDF-Dokumente)<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-kommission-neue-foerderrichtlinie-fuer-erneuerbare-energien-vorgeschlagen\/\" >2008-02-01<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-kongressbericht-alternative-rohstoffe-fuer-die-holzwerkstoffindustrie\/\" >2007-12-17<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vhi-um-moebelindustrie-besorgt-rohstoffpreise-werden-weiter-steigen\/\" >2007-07-19<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Nach Auffassung des Verbands der deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) ist das am 23. 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