{"id":10606,"date":"2007-11-07T00:00:00","date_gmt":"2007-11-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20071107-02n"},"modified":"2007-11-07T00:00:00","modified_gmt":"2007-11-06T22:00:00","slug":"oesterreichs-wald-koennte-70-prozent-mehr-holz-liefern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreichs-wald-koennte-70-prozent-mehr-holz-liefern\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreichs Wald k\u00f6nnte 70 Prozent mehr Holz liefern"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Um die Verf\u00fcgbarkeit von Biomasse abzusch\u00e4tzen, hat das Lebensministerium eine Holz- und Biomasseaufkommensstudie in Auftrag gegeben. Die nun vorliegenden Zwischenergebnisse gehen von einem j\u00e4hrlichen Mehrpotenzial an Holz und Biomasse von 7,6 Millionen Erntefestmeter bis 2020 aus. Das ist um knapp 70 Prozent mehr Biomasse als bisher angenommen.&#8221; Dies erkl\u00e4rte Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pr\u00f6ll im Rahmen einer Pressekonferenz zur neuen Holz- und Biomasseaufkommensstudie im Auftrag des <a href=\"http:\/\/www.lebensministerium.at\/\" >Lebensministeriums<\/a>.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Die neue Studie kommt zum Schluss, dass diese Mehrnutzung sowohl \u00f6konomisch rentabel als auch \u00f6kologisch vertretbar ist. Die Ergebnisse zeigen, dass die im nationalen Biomasseaktionsplan aufgezeigten Holzmengen verf\u00fcgbar sind, die Ziele realistisch angesetzt wurden und \u00d6sterreich seine Klimaschutzziele im Bereich heimischer Biomasse erreichen kann. Die zentrale Herausforderung ist nun, das Mehrpotenzial tats\u00e4chlich einer energetischen Verwendung zuzuf\u00fchren. Dies muss durch eine entsprechende Holzmobilisierung erreicht werden, die es nun zu forcieren gilt&#8221;, f\u00fchrte Pr\u00f6ll weiter aus.<\/p>\n<p>Die Studie, die vom Forschungszentrum Wald (<a href=\"http:\/\/bfw.ac.at\/\" >BFW<\/a>) in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur (<a href=\"http:\/\/www.boku.ac.at\/\" >BOKU<\/a>) durchgef\u00fchrt wird, besch\u00e4ftigt sich im Wesentlichen mit Fragen zur Verf\u00fcgbarkeit von Nutzholz und Biomasse sowie deren Entwicklung unter verschiedenen Szenarien in den n\u00e4chsten Jahren. Ausgangspunkt ist, dass in \u00d6sterreich sowohl die Waldfl\u00e4che als auch der Holzvorrat trotz steigender Nutzung in den letzten Jahren zugenommen hat, sodass trotz Mehrnutzung eine nachhaltige Bewirtschaftung gew\u00e4hrleistet ist.<\/p>\n<p>Die nun vorliegenden Zwischenergebnisse orientieren sich an der \u00d6sterreichischen Waldinventur (<a href=\"http:\/\/bfw.ac.at\/700\/700.html\" >\u00d6WI<\/a>) und gehen von einem konstant bleibenden Vorrat aus, das hei\u00dft die Holznutzung erfolgt in einem solchen Umfang, dass der Gesamtholzvorrat bis 2020 gleich bleibt und nur der Zuwachs genutzt wird. Insgesamt liegt das Potenzial f\u00fcr die Gesamtnutzung sowohl f\u00fcr Nutzholz als auch Biomasse bei 24,8 Millionen Erntefestmeter bis 2020. Derzeit werden 17,2 Millionen Erntefestmeter genutzt, davon 11,8 Millionen Erntefestmeter f\u00fcr Nutzholz und 5,4 Millionen Erntefestmeter f\u00fcr Biomasse. Das Mehrpotenzial, das bis 2020 zur Verf\u00fcgung steht, liegt somit bei 7,6 Millionen Erntefestmeter.<br \/><center><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20071107-02\/Biomassepotenzial_OeB3833.jpeg\" align=\"center\" BORDER=\"0\" ALT=\"Biomassepotenzial_OeB3833.jpeg\"\/><\/center><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>Dieses Ergebnis zeigt, dass die im nationalen Biomasseaktionsplan genannten Ziele erreichbar und durchaus realistisch sind. Weiters geht daraus hervor, dass mehr Biomasse im \u00f6sterreichischen Wald vorhanden ist, als bisher angenommen \u2013 und zwar um knapp 70 Prozent mehr. F\u00fcr die energetische Verwertung von Biomasse kann eine 100-prozentige Deckung mit heimischen Ressourcen garantiert werden. Von der Studie ist dar\u00fcber hinaus ableitbar, dass dieser Zustand auch in Zukunft erhalten bleibt.<\/p>\n<p><b>&#8220;Keine Konkurrenzsituation zwischen Biomassenutzung und holzverarbeitender Industrie&#8221;<\/b><br \/>&#8220;Die Ergebnisse der Studie belegen insbesondere, dass keine Konkurrenzsituation zwischen Biomassenutzung und holzverarbeitender Industrie besteht, f\u00fcr beide Nutzungen ist gen\u00fcgend Potenzial vorhanden. Wie aus dem Biomasseaktionsplan hervorgeht, werden f\u00fcr die Biomassenutzung lediglich 4,5 Millionen Erntefestmeter bis 2020 ben\u00f6tigt&#8221;, so Pr\u00f6ll weiter. &#8220;Die Studie zeigt klar, dass zuk\u00fcnftig deutlich mehr Biomasse und Nutzholz verf\u00fcgbar sein werden. \u00dcber die Aufteilung zwischen stofflicher und energetischer Nutzung wird der Markt entscheiden. Ausschlaggebend wird sein, dass die Waldbesitzer entsprechend motiviert werden, den nachwachsenden Rohstoff auch tats\u00e4chlich zu nutzen&#8221;, best\u00e4tigt Markus Neumann, stellvertretender Leiter des Forschungszentrums Wald und Mitautor der Studie. <\/p>\n<p><b>Biomassebedarf kann aus heimischen Produktion gedeckt werden<\/b> <br \/>Biomasse hat in der \u00d6sterreichischen Klimaschutzstrategie einen hohen Stellenwert. Die \u00d6sterreichische Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien von derzeit 23 Prozent auf mindestens 25 Prozent bis 2010 und auf 45 Prozent bis 2020 anzuheben. Derzeit ist die Energiegewinnung durch Biomasse mit 42 Prozent die Nummer 1 &#8211; vor Wasserkraft mit 31 Prozent. Diese Spitzenposition kann und muss weiter ausgebaut werden. Derzeit decken fossile Energietr\u00e4ger den Gro\u00dfteil des Energieeinsatzes in \u00d6sterreich, welche zum \u00fcberwiegenden Teil (72 Prozent) importiert werden. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern in steigendem Ausma\u00df auch die \u00f6sterreichische Handelsbilanz. Die aktuelle Entwicklung der fossilen Rohstoffm\u00e4rkte stellt eine enorme Abh\u00e4ngigkeit dar und unterstreicht gleichzeitig die Wichtigkeit der heimischen Ressourcen.<\/p>\n<p>&#8220;Dass Biomasse auch wirtschaftlich Sinn macht und wir mit unserem Ziel, auf erneuerbare Energietr\u00e4ger zu setzen, vollkommen richtig liegen, zeigt auch der aktuelle Preisvergleich von Heiz\u00f6l und Pellets. Lag der Preisunterschied im J\u00e4nner dieses Jahres noch bei rund 0,70 Cent je kwh, ging die Preisentwicklung in den letzten Monaten wieder deutlich auseinander: So liegt der aktuelle Preis f\u00fcr Pellets bei 3,83 Cent je kwh, der aktuelle Preis f\u00fcr Heiz\u00f6l deutlich h\u00f6her bei 7,05 Cent je kwh \u2013 der Unterschied von 4,75 Cent ist beachtlich&#8221;, so der Minister weiter.<\/p>\n<p>&#8220;Biomasse geh\u00f6rt zu den wichtigsten heimischen Energietr\u00e4gern in \u00d6sterreich, die stark steigende Belastung der \u00f6sterreichischen Handelsbilanz durch immer teurere \u00d6limporte aus Krisenregionen best\u00e4tigt wieder hoch aktuell die gro\u00dfe Bedeutung der eigenen Energieerzeugung f\u00fcr die Versorgungssicherheit in unserem Land&#8221;, stellt Kasimir Nemestothy von der \u00d6sterreichischen Landwirtschaftskammer fest. &#8220;\u00d6sterreich hat im Bereich der Biomassefeuerungen und der Holzerntetechnik im Gebirgsgel\u00e4nde weltweite Technologief\u00fchrerschaft erlangt, jetzt gilt es, diesen Vorsprung weiter auszubauen und die intelligente Nutzung unserer eigenen Ressourcen z\u00fcgig weiter zu entwickeln&#8221;. <\/p>\n<p><b>\u00d6sterreichische Waldinventur (\u00d6WI) neu<\/b> <br \/>Die aktuelle Studie basiert auf den Ergebnissen der \u00d6sterreichischen Waldinventur, die zuletzt in den Jahren 2000 bis 2002 durchgef\u00fchrt wurde. Um neue Daten zu erheben, f\u00e4llt jetzt der Startschuss zur \u00d6WI 2007 bis 2009. Dabei sollen die Nachhaltigkeit der heimischen Forstwirtschaft \u00fcberpr\u00fcft werden und wichtige Eckpunkte zum Umfang und Zustand des Waldes erhoben werden. Konkret liefert die Waldinventur traditionell Eckdaten \u00fcber Waldfl\u00e4che, Holzvorrat und Holzzuwachs. Dar\u00fcber hinaus ist sie in der Lage, Fragen nach der Entwicklung des Waldzustandes und der biologischen Vielfalt zu beantworten. Speziell in Hinblick auf die Holz- und Biomasseaufkommensstudie wird die Waldinventur ausgebaut. So wird nun etwa auch die technische M\u00f6glichkeit zur Holzernte detaillierter erfasst, eine bessere Absch\u00e4tzung der Biomasse und des Wachstums sowie genauere Angaben zur Holzqualit\u00e4t. Neu und wichtig ist weiters die Feststellung von Borkenk\u00e4ferbefall.<\/p>\n<p>Bis 2009 werden daf\u00fcr auf mehr als 11.000 Beobachtungspunkten \u00f6kologische und \u00f6konomische Eckdaten erhoben. Mit den Informationen aus der \u00d6sterreichischen Waldinventur k\u00f6nnen zahlreiche internationale Berichtspflichten der Republik \u00d6sterreich abgedeckt werden, wie etwa f\u00fcr das Kyoto Protokoll, die UN-Klimarahmenkonvention oder die Biodiversit\u00e4tskonvention.<\/p>\n<p>&#8220;Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass keine Biomasse-Importe notwendig sind, um den Bedarf zu decken. Wir k\u00f6nnen auch den steigenden Bedarf aus heimischen W\u00e4ldern abdecken. Daraus geht hervor, dass wir am richtigen Weg sind und trotz technikbasierter Holzbringung im Sinne der nachhaltigen Nutzung einen positiver Gewinn f\u00fcr die Umwelt erzielen&#8221;, so Pr\u00f6ll abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-flaechenressourcen-fuer-bioenergie\/\" >2007-06-04<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-buchbesprechung-ressourcenverknappung-in-der-holzwirtschaft-als-herausforderung-fuer-technologie-und-innovation\/\" >2007-08-23<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-rohstoffe-und-energie-aus-biomasse-als-zukunfts-chance\/\" >2006-12-11<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Um die Verf&uuml;gbarkeit von Biomasse abzusch&auml;tzen, hat das Lebensministerium eine Holz- und Biomasseaufkommensstudie in Auftrag gegeben. 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