{"id":105880,"date":"2022-03-08T07:07:00","date_gmt":"2022-03-08T06:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=105880"},"modified":"2022-03-08T07:53:15","modified_gmt":"2022-03-08T06:53:15","slug":"birken-entfernen-mikroplastik-aus-dem-boden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/birken-entfernen-mikroplastik-aus-dem-boden\/","title":{"rendered":"Birken entfernen Mikroplastik aus dem Boden"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Erstmals zeigen Forschende unter Leitung des IGB, dass die H\u00e4nge-Birke w\u00e4hrend der Wachstumsphase Mikroplastik \u00fcber die Wurzeln aufnimmt. Eine gute Nachricht, denn B\u00f6den sind um ein Vielfaches h\u00f6her mit Mikroplastik verschmutzt als Meere und Ozeane.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/image-5.jpeg\" alt=\"Birken als Bodenreiniger f\u00fcr Mikroplastik\" class=\"wp-image-105882\" width=\"830\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/image-5.jpeg 1000w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/image-5-300x169.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/image-5-150x84.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/image-5-768x432.jpeg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/image-5-400x225.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><figcaption>Birken als Bodenreiniger f\u00fcr Mikroplastik. I Foto: Kat Austen \u00a9 IGB<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Bisher wei\u00df man wenig dar\u00fcber, wie Mikroplastik mit Landpflanzen h\u00f6herer Ordnung interagiert. J\u00fcngste Studien haben gezeigt, dass Mikroplastik in den Wurzeln landwirtschaftlich genutzter Pflanzen wie Weizen aufgenommen wird. Das Forschungsteam des IGB und vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) hat in einem interdisziplin\u00e4ren Vorreiterprojekts des Berliner Kunststudios Studio Austen&nbsp;nun erstmals gezeigt, dass&nbsp;auch l\u00e4ngerlebige Geh\u00f6lze wie B\u00e4ume Mikroplastik in ihr Gewebe aufnehmen und speichern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Birken werden schon zur Bodensanierung genutzt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die H\u00e4nge-Birke (<em>Betula pendula&nbsp;<\/em>Roth.)&nbsp;wird bereits zur Sanierung kontaminierter B\u00f6den eingesetzt, weil sie industrielle Schadstoffe und Schwermetalle in ihrem Gewebe speichern kann. Mikroben, welche die B\u00e4ume besiedeln, k\u00f6nnen dann die polyaromatischen Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle abbauen. Da diese Baumart zudem flach unterhalb der Bodenoberfl\u00e4che wurzelt, wo die Mikroplastikverschmutzung nachweislich am h\u00f6chsten ist, w\u00e4hlte das Team die H\u00e4nge-Birke f\u00fcr ihre Studie aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>5 bis 17 Prozent der untersuchten Wurzelabschnitte nahmen Mikroplastik auf<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Forschenden&nbsp;markierten Mikroplastikk\u00fcgelchen&nbsp;(5-50\u03bcm) mit fluoreszierendem Farbstoff und gaben sie in die Erde von eingetopften B\u00e4umen. Nach f\u00fcnf Monaten untersuchten sie Wurzelproben mithilfe von Fluoreszenz- und konfokaler Laser-Scanning-Mikroskopie. Sie fanden fluoreszierendes Mikroplastik in verschiedenen Abschnitten und Schichten des Wurzelwerks. Der prozentuale Anteil der Wurzelabschnitte mit Mikroplastikpartikeln betrug bei den Versuchsb\u00e4umen 5 bis 17 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8220;Die Aufnahmerate von Mikroplastik und die Auswirkungen auf die kurz- und langfristige Gesundheit der B\u00e4ume m\u00fcssen noch untersucht werden. Aber diese Pilotstudie deutet darauf hin, dass die Birke ein echtes Potenzial f\u00fcr langfristige L\u00f6sungen zur Bodensanierung hat &#8211; einschlie\u00dflich der Verringerung der Menge an Mikroplastik im Boden und m\u00f6glicherweise im Wasser&#8221;, sagt <strong>Kat Austen<\/strong>, die Hauptautorin der Studie, die das Studio Austen leitet und am IGB Projektkoordinatorin f\u00fcr das b\u00fcrgerwissenschaftliche Projekt ACTION ist.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Studie mit dem IGB von 2018 hat quantifiziert: Verschmutzung von B\u00f6den durch Mikroplastik gr\u00f6\u00dfer als in Meeren<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Weltweit werden j\u00e4hrlich mehr als 400 Millionen Tonnen Plastik produziert. Sch\u00e4tzungsweise ein Drittel allen Plastikm\u00fclls findet dabei seinen Weg in B\u00f6den oder Binnengew\u00e4sser. Ein Gro\u00dfteil dieser Plastikteile zerf\u00e4llt in Partikel kleiner als f\u00fcnf Millimeter, also in Mikroplastik, und weiter in Nanopartikel mit einer Gr\u00f6\u00dfe von weniger als 0,1 Mikrometer. Die Verschmutzung durch Mikroplastik an Land ist dabei viel gr\u00f6\u00dfer als in den Meeren \u2013 sie wird je nach Umgebung auf das vier- bis 23-fache gesch\u00e4tzt. Ein wichtiger Faktor zur Verbreitung von Mikroplastik ist beispielsweise Abwasser. 80 bis 90 Prozent der darin enthaltenen Partikel, etwa von synthetischen Kleidungsfasern, verbleiben im Kl\u00e4rschlamm. Dieser wird in Deutschland zum Gro\u00dfteil verbrannt. Weltweit gesehen wird er zum Teil aber auch als D\u00fcnger auf Felder ausgebracht, wodurch j\u00e4hrlich viele Hunderttausend Tonnen Mikroplastik auf und in den B\u00f6den landen (Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/ps.boell.org\/sites\/default\/files\/2020-09\/Plastic%20Atlas%202020%20-%20English.pdf\">Plastikatlas 2020<\/a>). Daher sind die Mikroplastikkonzentrationen auf Feldboden auch besonders hoch \u2013 genauso wie an Stra\u00dfenr\u00e4ndern, denn der Reifenabrieb ist eine weitere bedeutende Quelle f\u00fcr Mikroplastik.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"592\" height=\"334\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-03-08-um-07.46.49-1.png\" alt=\"Unter dem Mikroskop erscheinen die von der Birke absorbierten Mikroplastikpartikel in Hellgr\u00fcn.\" class=\"wp-image-105997\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-03-08-um-07.46.49-1.png 592w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-03-08-um-07.46.49-1-300x169.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-03-08-um-07.46.49-1-150x85.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-03-08-um-07.46.49-1-400x226.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><figcaption>Unter dem Mikroskop erscheinen die von der Birke absorbierten Mikroplastikpartikel in Hellgr\u00fcn. <br>Foto: Kat Austen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmals zeigen Forschende unter Leitung des IGB, dass die H\u00e4nge-Birke w\u00e4hrend der Wachstumsphase Mikroplastik \u00fcber die Wurzeln aufnimmt. 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