{"id":10582,"date":"2007-11-19T00:00:00","date_gmt":"2007-11-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20071119-09n"},"modified":"2007-11-19T00:00:00","modified_gmt":"2007-11-18T22:00:00","slug":"oesterreich-immer-mehr-biologisch-abbaubare-kunststoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-immer-mehr-biologisch-abbaubare-kunststoffe\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich: Immer mehr biologisch abbaubare Kunststoffe"},"content":{"rendered":"<p><b>Obwohl die Kunststoffherstellung nur f\u00fcr einen geringen Teil des Erd\u00f6lgesamtverbrauchs steht, sollten auch in diesem Bereich Anstrengungen unternommen werden, um der fossilen Ressourcen-Verknappung und dem Klimawandel entgegenzuwirken. So genanntes Bioplastik wird &#8211; anstelle von Erd\u00f6l &#8211; aus erneuerbaren Rohstoffen wie St\u00e4rke (Zuckerr\u00fcben, Getreide), Milchs\u00e4ure (Gras, Luzerne) oder Zellulose (Holz) gewonnen und verf\u00fcgt \u00fcber viele g\u00fcnstige Eigenschaften.<\/b><\/p>\n<p>Beispielsweise bleibt in Biokunststoff eingepacktes Obst und Gem\u00fcse l\u00e4nger frisch und die Folien beziehungsweise Beh\u00e4lter sind nach ihrer Verwendung biologisch abbaubar. In Zukunft gelte es, den Konsumenten derartige Vorteile verst\u00e4rkt zu vermitteln, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Bioplastik weiter zu steigern, betonten zahlreiche Experten auf dem vom Institute for International Research (<a href=\"http:\/\/www.iir.at\/\" >IIR<\/a>) organisierten Bio-Verpackungskongress vergangene Woche in Wien. Parallel dazu sollen auch weitere Forschungs- und Entwicklungst\u00e4tigkeiten f\u00fcr zus\u00e4tzliche und verbesserte Einsatzm\u00f6glichkeiten sorgen.<\/p>\n<p><b>Verdreifachung der weltweiten Produktionskapazit\u00e4t bis 2009 angek\u00fcndigt<\/b> <br \/>Laut Harald K\u00e4b, dem Vorstandsvorsitzenden des Verbandes <a href=\"http:\/\/www.european-bioplastics.org\/\" >European Bioplastics e. V.<\/a>, wurden im Jahr 2006 weltweit bereits rund 260.000 Tonnen Bioplastik hergestellt, 70.000 t davon in Europa. Im Vergleich dazu umfasst der gesamte globale Kunststoffmarkt 200 Mio. t. Biokunststoffe w\u00fcrden derzeit vorwiegend noch in Kleinanlagen produziert, ein Massenvertrieb sei noch nicht entwickelt, so K\u00e4b. Bis 2009 erwartet der Verband allerdings eine Verdreifachung der weltweiten Produktionskapazit\u00e4t und dann nochmals eine Verdoppelung bis 2011. Laut K\u00e4b werden alle Biokunststoffkategorien wachsen. Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Experten auf dem Kongress aber der Polymilchs\u00e4ure (PLA), die beispielsweise aus Gras und Luzerne gewonnen werden kann, aber auch St\u00e4rke-Kunststoffen.<\/p>\n<p><b>Gute Kompostierbarkeit als Triebkraft der Marktentwicklung<\/b><br \/>Triebkr\u00e4fte der Marktentwicklung seien die vielf\u00e4ltigen technischen Eigenschaften der neuen Polymerprodukte, die Reduzierung der Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Rohstoffen, die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit, die gute Kompostier- oder Recyclierbarkeit der Materialien, der Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, die hohe Verbraucherakzeptanz und die Unterst\u00fctzung regionaler Wirtschaftsbereiche, so K\u00e4b. Heutzutage werden Biokunststoffe vor allem im Verpackungsbereich, als Einkaufssackerln, Mulchfolien oder Bioabfall-Beutel eingesetzt, doch den m\u00f6glichen Anwendungsbereichen scheinen keine Grenzen gesetzt. Die Industrie unternimmt laut K\u00e4b bereits auf der ganzen Welt erhebliche Anstrengungen, um neue Produkte auf den Markt zu bringen. Handyschalen, Computergeh\u00e4use, Multi-Layerfolien, Gartenartikel und Baumaterialien sind nur einige Beispiele daf\u00fcr. Wichtig w\u00e4re es, weltweit die Rahmenbedingungen zur Dynamisierung des Markteinf\u00fchrungs-Prozesses weiter zu verbessern, so K\u00e4b. Mathias Hahn, Leiter des <a href=\"http:\/\/www.polymer-pilotanlagen.de\/\" >Fraunhofer-Pilotanlagenzentrums<\/a> f\u00fcr Polymersynthese und -verarbeitung, h\u00e4lt ebenso wie K\u00e4b ein Substitutionspotenzial von 10% f\u00fcr absolut realistisch, selbst wenn man den steigenden Biokraftstoff- und Bioenergiebedarf mit in Betracht zieht.<\/p>\n<p><b>In \u00d6sterreich bereits einige Produkte auf dem Markt<\/b>&#8220;<br \/>Auch in \u00d6sterreich sind bereits einige Biokunststoff-Erzeugnisse auf dem Markt. Handelsketten wie <a href=\"http:\/\/www.spar.at\/\" >Spar<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.rewe.at\/\" >Rewe<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.adeg.at\/\" >Adeg<\/a> f\u00fchren bereits in Bioplastik eingepackten Salat- beziehungsweise Einkaufssackerln aus Maisst\u00e4rke. Au\u00dferdem wurden bereits einige Initiativen wie <a href=\"http:\/\/www.n-packts.at\/\" >N packt&#8217;s<\/a> in Nieder\u00f6sterreich sowie das <a href=\"http:\/\/www.loop-linz.at\/\" >Loop Linz<\/a>-Projekt und eine Pilotoffensive der Schulmilchbauern in Ober\u00f6sterreich gestartet, um die Markteinf\u00fchrung voranzutreiben. Auch die \u00f6sterreichische Bundesregierung unterst\u00fctzt laut European Bioplastics diese Entwicklung. Laut K\u00e4b haben bereits einige Marktforschungsstudien ergeben, dass die Idee, Kunststoff-Verpackungen durch biologisch abbaubare zu ersetzen, bei einer \u00fcberwiegenden Mehrheit der Bev\u00f6lkerung gut ankommt. Da auch im Bioplastik-Bereich viel Wert auf Qualit\u00e4t gelegt wird, wurde eine Zertifizierung eingef\u00fchrt, die f\u00fcr nachweislich kompostierbare Biokunststoffe steht. Nur solche d\u00fcrfen mit dem gesch\u00fctzten &#8220;Keimlings&#8221;-Zeichen versehen werden.<\/p>\n<p><b>Zukunft: Regionalit\u00e4t und Nutzungskaskaden<\/b><br \/>Nachhaltigkeits- und Naturstoffexperten, wie beispielsweise Veronika Reinberg von der <a href=\"http:\/\/www.wieselburg.fhwn.ac.at\/\" >Fachhochschule Wiener Neustadt, Standort Wieselburg<\/a>, sehen noch Verbesserungsbedarf, was die Herkunft der Rohstoffe betrifft. Mittel- bis langfristig sollte es auch mehr und mehr gelingen, vor allem regionale, gentechnik-freie Rohstoffe einzusetzen. Erheblicher Wert sei auch auf eine umfassende Verwertung der Rohmaterialien \u00fcber sogenannte Nutzungskaskaden (&#8220;Bio-Cascading&#8221;) zu legen, da so viel Energie, aber auch Kosten eingespart werden k\u00f6nnten. Zu diesem Zweck eignen sich besonders sogenannte Bioraffinerien, wie derzeit eine in Ober\u00f6sterreich errichtet wird.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Lebensmininsterium \u00d6sterreich<br \/>Gerhard Popp<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:gerhard.popp@lebensministerium.at\">gerhard.popp@lebensministerium.at<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-stoffliche-nawaro-nutzung-hat-zukunft\/\" >2007-07-27<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/klimaschutz-mit-bioplastik\/\" >2007-05-31<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Obwohl die Kunststoffherstellung nur f&uuml;r einen geringen Teil des Erd&ouml;lgesamtverbrauchs steht, sollten auch in diesem Bereich Anstrengungen unternommen werden, um der fossilen Ressourcen-Verknappung und dem<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10582","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10582","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10582"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10582\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10582"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10582"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10582"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10582"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}