{"id":105817,"date":"2022-03-09T07:26:00","date_gmt":"2022-03-09T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=105817"},"modified":"2022-03-04T12:51:25","modified_gmt":"2022-03-04T11:51:25","slug":"erste-industrielle-produktionsstatte-fur-biokerosin-in-deutschland-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erste-industrielle-produktionsstatte-fur-biokerosin-in-deutschland-2\/","title":{"rendered":"Erste industrielle Produktionsst\u00e4tte f\u00fcr Biokerosin in Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"714\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-scaled.jpg\" alt=\"\n\nDie bp Raffinerie in Lingen aus der Panorama-Perspektive. Auf der rechten Seite im Bild: Der standorteigene Hafen mit neuer Entladestelle f\u00fcr gebrauchte Speise\u00f6le.\" class=\"wp-image-105842\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-scaled.jpg 2560w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-300x84.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-1024x286.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-150x42.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-768x214.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-1536x428.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-2048x571.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-400x112.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/03\/Panorama-1320x368.jpg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><figcaption>Die bp Raffinerie in Lingen aus der Panorama-Perspektive. Auf der rechten Seite im Bild: Der standorteigene Hafen mit neuer Entladestelle f\u00fcr gebrauchte Speise\u00f6le.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Nachhaltigeres Fliegen ist das Ziel. Der Weg dorthin ist jedoch technisch herausfordernd und mit hohem Aufwand verbunden. Einen wichtigen Schritt unternimmt bp nun in seiner Raffinerie in Lingen: Seit Mitte Februar produziert die Raffinerie nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, kurz: SAF) aus gebrauchtem Speise\u00f6l im sogenannten \u201eCo-Processing\u201c-Verfahren. Die bp Anlage in Lingen ist die erste industrielle Produktionsst\u00e4tte in Deutschland, die dieses Verfahren f\u00fcr die SAF-Herstellung auf Basis von Biomasse von Abf\u00e4llen und Reststoffen anwendet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eBiomassebasierten Flugkraftstoffen kommt eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs zu. Denn im Vergleich zu herk\u00f6mmlichem Kerosin bewirkt SAF eine signifikante CO2-Reduktion \u00fcber den gesamten Lebenszyklus des Kraftstoffes. Zudem k\u00f6nnen ihn Fluggesellschaften ohne technischen Umbau sofort einsetzen\u201c, sagt <strong>Arno Appel<\/strong>, Vorstandsmitglied der BP Europa SE und Leiter der Raffinerie in Lingen. \u201eMit dem Start dieser industriellen Produktion von SAF in Deutschland stellen wir nicht nur unsere Raffinerie in Lingen f\u00fcr die Zukunft auf, sondern unterst\u00fctzen auch die Luftfahrtbranche dabei, sich zu dekarbonisieren.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Bei dem in Lingen angewendeten Verfahren wird das gebrauchte Speise\u00f6l gemeinsam mit Roh\u00f6l in den vorhandenen Anlagen verarbeitet, was man als \u201aCo-Processing\u2018 bezeichnet. Das Endprodukt (SAF) hat die gleichen Eigenschaften wie herk\u00f6mmliches Kerosin. Dank entsprechender Normung ist es auch international f\u00fcr den Flugverkehr mit 5% biogenem Anteil ohne Abstriche bei Leistung und Sicherheit zugelassen. Bei herk\u00f6mmlichen Produktionsmethoden f\u00fcr Biokraftstoffmischungen, zum Beispiel von Diesel oder Benzin, wird die biogene Komponente erst nach der Kraftstoffherstellung beigemischt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Raffinerieleiter <strong>Appel<\/strong>: \u201eDas in Lingen angewandte Verfahren zur Herstellung von SAF ist in Deutschland einmalig. \u201aCo-Processing\u2018 erm\u00f6glicht es uns, die bestehende Anlage mit einigen Modifikationen und Erweiterungen weiter zu betreiben. Damit tragen wir unmittelbar zur Dekarbonisierung bei.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Start der SAF-Produktion hat bp am Standort Lingen eine neue Entladestelle gebaut, einen Tank zur Lagerung der biogenen Rohstoffe aufger\u00fcstet und diesen mit der zuvor aufw\u00e4ndig gewarteten Hydrocracker-Anlage verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Perspektivisch m\u00f6chte das Unternehmen weltweit einen Marktanteil von 20 Prozent SAF erreichen, denn das Potenzial der \u201aCo-Processing\u2018-Technologie ist gro\u00df \u2013 sowohl f\u00fcr den Luft \u2013 als auch f\u00fcr den Stra\u00dfenverkehr. Diese Technologie wird im geltenden EU-Rechtsrahmen grunds\u00e4tzlich erm\u00f6glicht, allerdings hat der Gesetzgeber in Deutschland daf\u00fcr noch keine Rechtssicherheit geschaffen. Deshalb sind die im \u201aCo-Processing\u2018 gewonnenen Produkte in Deutschland bisher nicht zur Anrechnung der Treibhausgas-Quotenverpflichtung zugelassen und werden somit in andere L\u00e4nder exportiert, die eine Anrechnung erm\u00f6glichen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eIn Erwartung einer Anpassung der deutschen Gesetzgebung tritt bp hier in Deutschland in Vorleistung, weil wir in Bioenergie einen der wesentlichen Treiber der Energiewende sehen\u201c, sagt <strong>Appel<\/strong>.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>\u00dcber nachhaltige Kraftstoffe<\/h3>\n\n\n\n<p>Sustainable Aviation Fuel (SAF) deckt als Oberbegriff f\u00fcr nachhaltige Flugkraftstoffe eine Reihe nicht-fossiler Einsatzstoffe und Herstellungsverfahren ab. Gem\u00e4\u00df den bestehenden Normen f\u00fcr Flugkraftstoff sind verschiedene bio- und thermochemische SAF-Herstellungsverfahren zugelassen. Bei dem in Lingen angewandten Verfahren basierend auf Biomasse von Abf\u00e4llen und Reststoffen spricht man im Fachjargon von \u201eb-SAF\u201c oder \u201ebio-SAF\u201c. Derzeit gibt es hierf\u00fcr \u2013 sowie f\u00fcr SAF im Allgemeinen \u2013weltweit nur wenige Hersteller. Die Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe kann den Kohlenstoffaussto\u00df \u00fcber den gesamten Lebenszyklus \u2013 je nach verwendetem nachhaltigem Rohstoff, der Produktionsmethode und der Lieferkette zum Flughafen \u2013 um etwa 80 Prozent im Vergleich zu dem dadurch ersetzten herk\u00f6mmlichen D\u00fcsenkraftstoff reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber bp<\/h3>\n\n\n\n<p>Seit \u00fcber einem Jahrzehnt unternimmt bp zahlreiche Schritte, um eine kohlenstoff\u00e4rmere Luftfahrtindustrie zu gestalten. So war das Energieunternehmen an der Betankung des ersten SAF-Fluges einer Fluggesellschaft im Februar 2008 beteiligt. Seitdem hat bp innovative Testfl\u00fcge erm\u00f6glicht, in nachhaltige Alternativen investiert und SAF an \u00fcber 20 Standorte auf drei Kontinenten geliefert. Seit 2016 ist das Unternehmen zudem der erste Anbieter von Flugkraftstoff, der f\u00fcr die Flugzeugbetankung an allen Standorten weltweit als klimaneutral zertifiziert ist. bp hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 oder fr\u00fcher ein klimaneutrales Unternehmen zu sein und sieht in diesem Zusammenhang Bioenergie als einer der wesentlichen Motoren dieser Transformation. Dazu geh\u00f6ren Biofuels, inklusive SAF, und Biogas. So hat bp am 8. Februar 2022 unter anderem die Pl\u00e4ne bekannt gegeben, in f\u00fcnf gr\u00f6\u00dfere Bioprojekte zu investieren. Dies beinhaltet auch die Umr\u00fcstung von bis zu zwei Raffinerien im bp Portfolio in Bioraffinerien.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland besch\u00e4ftigt bp rund 4.600 Mitarbeitende, davon 750 am Standort Lingen im Emsland, und nimmt mit einem Umsatz von knapp 23 Milliarden Euro im Jahr 2020 (inkl. Energiesteuer) eine Spitzenposition unter den f\u00fchrenden Wirtschaftsunternehmen ein. Mit den Produkten und Dienstleistungen der Marken bp, Aral und Castrol erreicht das Unternehmen t\u00e4glich Millionen Kunden. Zudem betreibt bp hierzulande das zweitgr\u00f6\u00dfte Raffineriesystem und ist im Tankstellengesch\u00e4ft mit rund 2.400 Aral Stationen Marktf\u00fchrer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltigeres Fliegen ist das Ziel. Der Weg dorthin ist jedoch technisch herausfordernd und mit hohem Aufwand verbunden. 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