{"id":10552,"date":"2007-11-29T00:00:00","date_gmt":"2007-11-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20071129-07n"},"modified":"2007-11-29T00:00:00","modified_gmt":"2007-11-28T22:00:00","slug":"eu-kommission-will-importzoelle-fuer-getreide-aussetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-kommission-will-importzoelle-fuer-getreide-aussetzen\/","title":{"rendered":"EU: Kommission will Importz\u00f6lle f\u00fcr Getreide aussetzen"},"content":{"rendered":"<p><b>Die <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/\" >Europ\u00e4ische Kommission<\/a> hat die Aussetzung der Einfuhrz\u00f6lle auf alle Getreidesorten au\u00dfer Hafer bis zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres am 30. Juni 2008 vorgeschlagen. Dies ist eine Reaktion auf die au\u00dfergew\u00f6hnlich angespannte Lage auf den Getreidem\u00e4rkten weltweit und in der EU sowie auf die Rekordpreise f\u00fcr Getreide. Obwohl schon jetzt der Au\u00dfenschutz bei Getreide verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig niedrig ist, werden weiterhin Einfuhrz\u00f6lle f\u00fcr bestimmte Getreidearten erhoben, die f\u00fcr das Gleichgewicht auf dem EU-Markt wichtig sind. Der Vorschlag muss vom Ministerrat gebilligt werden, vorzugsweise auf der am 18. Dezember beginnenden Tagung.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Ich hoffe, dass dieser Vorschlag dazu beitragen wird, die Getreideeinfuhren aus Drittl\u00e4ndern zu erleichtern und Spannungen auf den europ\u00e4ischen Getreidem\u00e4rkten abzubauen&#8221;, erkl\u00e4rte Kommissionsmitglied Mariann Fischer Boel, zust\u00e4ndig f\u00fcr Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung. &#8220;Die Getreideernte in Europa ist m\u00e4\u00dfig ausgefallen und die Preise sind sowohl auf dem europ\u00e4ischen Markt als auch auf dem Weltmarkt gestiegen. Obwohl der Au\u00dfenschutz bei Getreide relativ niedrig ist, werden noch immer Einfuhrz\u00f6lle f\u00fcr bestimmte Getreidesorten erhoben, die f\u00fcr das Gleichgewicht auf dem EU-Markt wichtig sind.&#8221;<\/p>\n<p><b>Lage der Getreidem\u00e4rkte<\/b><br \/>Zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2007\/8 im Juli waren die gesamten Best\u00e4nde (private Lagerbest\u00e4nde und Interventionsbest\u00e4nde) um 13,2 Millionen Tonnen niedriger als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Dies ist auf die schwache Getreideernte 2006\/7 und auf die Auslagerung bedeutender Interventionsmengen in der Gemeinschaft zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Ernte 2007 wurde durch die ung\u00fcnstigen Witterungsbedingungen schwerer Schaden zugef\u00fcgt. Die Gesamterzeugung in der EU wird auf 256 Millionen Tonnen gesch\u00e4tzt; das sind 10 Millionen Tonnen bzw. 3,5% weniger als in dem bereits schlechten Wirtschaftsjahr 2006\/7. Der Erzeugungsr\u00fcckgang tritt zu einem Zeitpunkt ein, da die Getreidebest\u00e4nde in der EU bereits niedrig sind. Folglich muss die Europ\u00e4ische Union im Wirtschaftsjahr 2007\/08 mehr Getreide einf\u00fchren als 2006\/7. Im laufenden Wirtschaftsjahr 2007\/8 ist die EU (traditionell Nettoausf\u00fchrer) seit 1. Juli 2007 Nettoeinf\u00fchrer (5,2 Millionen Tonnen am 20. November)<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ischen Getreidepreise haben sich seit Beginn des Wirtschaftsjahres 2007\/8 spektakul\u00e4r entwickelt. Sowohl die Halmgetreidesorten als auch Mais stehen unter Druck. Diese Lage ist auf die geringen Weichweizen- und Maisvorr\u00e4te, die hinter den Voraussch\u00e4tzungen zur\u00fcckbleibende Qualit\u00e4t der Ernte und die Aussch\u00f6pfung der Interventionsbest\u00e4nde zur\u00fcckzuf\u00fchren, die nur noch 0,5 Millionen Tonnen betragen.<\/p>\n<p>Der Preis f\u00fcr Brotweizen in Rouen ist vom Beginn des neuen Wirtschaftsjahres bis September 2007 von 179 EUR\/t auf fast 300 EUR\/t gestiegen. In Deutschland wurde Brotweizen Mitte August bereits um 70% teurer verkauft als im Vorjahr. Die Preise f\u00fcr Futtergerste sind genauso gestiegen wie die f\u00fcr Weizen. Auf dem franz\u00f6sischen Markt hat sich der Preis f\u00fcr Futtergerste gegen\u00fcber dem Sommer 2006 mehr als verdoppelt; Ende September 2007 kostete die Tonne in Rouen bis zu 270 EUR. Der hohe Gerstenpreis hat zu einer verst\u00e4rkten Nachfrage nach Futtermais gef\u00fchrt. Bei franz\u00f6sischem Mais in Bayonne war seit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres am 2. Juli 2007 die gleiche Tendenz und ein Anstieg von 183 EUR\/t bis auf einen H\u00f6chststand von 255 EUR\/t Mitte September 2007 zu beobachten.<\/p>\n<p><b>Einfuhrz\u00f6lle f\u00fcr Getreide: Hintergrund<\/b><br \/>Die EU hat die Z\u00f6lle f\u00fcr alle im GATT ber\u00fccksichtigten Getreidesorten gebunden. Sie wendet aber verschiedene Zolls\u00e4tze an. Das System hat seinen Ursprung im Blair-House-Abkommen mit den USA und sieht die Festsetzung von Z\u00f6llen auf der Grundlage der weltweiten Referenzpreise f\u00fcr spezifische Getreidearten vor. Der Einfuhrzoll errechnet sich auf der Grundlage der Differenz zwischen dem tats\u00e4chlichen Interventionspreis der EU, einschlie\u00dflich der monatlichen Zuschl\u00e4ge, multipliziert mit 1,55 und einem repr\u00e4sentativen cif-Preis in Rotterdam.<\/p>\n<p>Der auf diese Weise berechnete Zollsatz betr\u00e4gt zurzeit 0 f\u00fcr Hartweizen, Qualit\u00e4tsweichweizen, Roggen und Sorghum. Der Zoll f\u00fcr Mais hat seit Beginn des laufenden Wirtschaftsjahrs geschwankt, und zwar zwischen dem H\u00f6chststand von 16,21 EUR\/t und 0 seit 1. Oktober 2007. Au\u00dferhalb dieser Kontingente gilt ein Zollsatz von h\u00f6chstens 93 EUR\/t bzw. 95 EUR\/t. 2003 wurden als Reaktion auf umfangreiche Einfuhren aus L\u00e4ndern der Gemeinschaft unabh\u00e4ngiger Staaten Zollkontingente f\u00fcr Gerste und f\u00fcr Weizen mittlerer und geringer Qualit\u00e4t er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>F\u00fcr Weichweizen mittlerer und geringer Qualit\u00e4t wurde ein j\u00e4hrliches Zollkontingent von 2.989.240 t er\u00f6ffnet. Darin enthalten sind zwei l\u00e4nderspezifische Subkontingente von 572.000 t f\u00fcr Einfuhren aus den Vereinigten Staaten und von 38 853 t f\u00fcr Kanada. Ein drittes Subkontingent von 2.378.387 t wird in vier gleiche Tranchen zu 594.597 t aufgeteilt, wobei jeweils eine Tranche pro Quartal f\u00fcr Einfuhren aus anderen Drittl\u00e4ndern zur Verf\u00fcgung steht. Der Zollsatz auf Einfuhren im Rahmen des Kontingents ist auf 12 EUR\/t festgesetzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Gerste wurde ein j\u00e4hrliches Zollkontingent von 306.215 t er\u00f6ffnet, wobei sich der Kontingentszollsatz auf 16 EUR\/t bel\u00e4uft. Bei dem Zollkontingent f\u00fcr 50.000 t Braugerste bel\u00e4uft sich der Zoll auf 8 EUR\/t.<\/p>\n<p>2006 wurde f\u00fcr Mais ein zollfreies Kontingent von 242.074 t festgesetzt, das in zwei gleiche, allen Drittl\u00e4ndern offenstehende Tranchen unterteilt ist. Dieses Kontingent wurde f\u00fcr 2007 vollst\u00e4ndig ausgesch\u00f6pft. F\u00fcr die Einfuhren von Mais und Sorghum nach Spanien und Portugal gibt es seit dem Beitritt dieser beiden L\u00e4nder zur EU Zollkontingente mit verringerten Zolls\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Bei Hafer bel\u00e4uft sich der Einfuhrzoll auf 89 EUR\/t.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/dbv-nahrungsmittel-nach-wie-vor-preiswert\/\" >2007-09-14<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutsche-bank-research-zeiten-billiger-nahrungsmittel-sind-vorbei\/\" >2007-08-22<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zmp-marktbilanz-getreide-oelsaaten-futtermittel-2007\/\" >2007-07-18<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Europ&auml;ische Kommission hat die Aussetzung der Einfuhrz&ouml;lle auf alle Getreidesorten au&szlig;er Hafer bis zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres am 30. Juni 2008 vorgeschlagen. 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