{"id":10549,"date":"2007-12-04T00:00:00","date_gmt":"2007-12-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20071119-10n"},"modified":"2007-12-04T00:00:00","modified_gmt":"2007-12-03T22:00:00","slug":"biokunststoffe-als-option-normale-kunststoffe-bringen-giftstoffe-in-die-nahrungskette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoffe-als-option-normale-kunststoffe-bringen-giftstoffe-in-die-nahrungskette\/","title":{"rendered":"Biokunststoffe als Option? Normale Kunststoffe bringen Giftstoffe in die Nahrungskette"},"content":{"rendered":"<p>Neue Erkenntnisse \u00fcber die Umwelteigenschaften konventioneller Kunststoffe, von denen j\u00e4hrlich 230 Mio. t produziert werden, lassen aufschrecken und liefern neue Argumente f\u00fcr den st\u00e4rkeren Einsatz von Biokunststoffen. Nachdem US-Wissenschaftler von einem 50 m dicken, fast geschlossenen M\u00fcllteppich von der Gr\u00f6\u00dfe Zentraleuropas im Nordost-Pazifik berichteten, der eine Art Todeszone f\u00fcr alle Lebewesen darstellt, zeigt die neue Studie von Richard Thompson, das die Gefahr durch nicht-abbaubare Kunststoffe noch viel globaler ist.<\/p>\n<p>In San Francisco (Kalifornien) sind &#8211; u.a. aus diesen Gr\u00fcnden &#8211; ab 2008 nicht abbaubare Plastikt\u00fcten in Superm\u00e4rkten verboten. Weitere K\u00fcstenst\u00e4dte \u00fcberlegen \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen. Nach dieser Einleitung nun aber zu eigentlichen Studie.<\/p>\n<p><b>Weltweit sind Str\u00e4nde und Ozeane mit feinen Kunststoffk\u00f6rnchen verschmutzt, die nur Bruchteile von Millimetern gro\u00df sind. &#8211; Zeugen mangelnder Abbaubarkeit herk\u00f6mmlicher Kunststoffe. Wie Britische Forscher nun gezeigt haben, binden diese Teilchen ein Vielfaches an  Giftstoffen wie PCB im Vergleich zu \u00e4hnlich gro\u00dfen Sedimentteilchen auf. Viele Tiere nehmen die K\u00f6rnchen mit der Nahrung auf, so dass die Konzentration der Giftstoffe in der Nahrungskette ansteigt. Die Ergebisse der Forscher um Richard Thompson an der <a href=\"http:\/\/www.plymouth.ac.uk\/\" >Universit\u00e4t Plymouth<\/a> sind ein weiterer Beleg f\u00fcr der Notwendigkeit, biologisch voll abbaubare Kunststoffe einzusetzen.<\/b><\/p>\n<p>Bereits vor drei Jahren hatte Richard Thompson nachgewiesen, dass der Sand auf dem Meeresgrund und an den Str\u00e4nden fast \u00fcberall auf der Welt winzige Kunststoffpartikel enth\u00e4lt, die nur Bruchteile eines Millimeters gro\u00df sind. Sie entstehen, wenn gr\u00f6\u00dfere Kunststoffteile, etwa Verpackungsreste oder anderer Plastikschrott, verwittern oder zermahlen werden. Zus\u00e4tzlich werden die kleinen K\u00f6rnchen in Scheuermitteln eingesetzt, die im Haushalt und der Schiffsindustrie verwendet werden, und gelangen dann mit dem Abwasser in die Ozeane.<\/p>\n<p>Hinweise darauf, dass diese kleinen Kunststoffpartikel auf ihrer Oberfl\u00e4che organische Substanzen ansammeln k\u00f6nnen, gab es bereits in fr\u00fcheren Studien. Um nun das tats\u00e4chliche Ausma\u00df unter nat\u00fcrlichen Bedingungen zu untersuchen, setzten Thompson und seine Kollegen feine K\u00f6rnchen aus Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und Polyvinylchlorid (PVC), drei der g\u00e4ngigsten Kunststoffe, verschiedenen Konzentrationen von Phenanthren aus, einer Chemikalie, die bei chemischen Prozessen als Zwischenstufe anf\u00e4llt. Zum Vergleich sammelten die Forscher Sandproben vom Meeresgrund und brachten diese ebenfalls mit der Substanz in Verbindung.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: An die Kunststoffteilchen heftete sich sehr viel schneller sehr viel mehr Phenanthren an als an die nat\u00fcrlichen Sedimentpartikel. Hochgerechnet bedeute dies, so die Forscher, dass wenige Millionstel Gramm solcher kontaminierter K\u00f6rnchen im Meeresboden ausreichen, um beispielsweise die Belastung von Wattw\u00fcrmern mit Phenanthren oder anderen Giftstoffen nahezu zu verdopplen. Das sei besonders deswegen problematisch, weil solche Tiere am Anfang der Nahrungskette stehen und sich die Substanzen demnach in der Nahrungskette immer weiter anreichern. Zudem sind die kleinen Kunststoffteilchen so leicht, dass sie auf dem Wasser schwimmen und so, mit den Meeresstr\u00f6mungen treibend, die Giftstoffe auch in entlegene Gebiete transportieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen:<\/b><br \/>E.L. Teuten, S. J. Rowlans, R. Thompson (2007): <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20071119-10\/es071737s.pdf\" >Potential for Plastics to Transport Hydrophobic Contaminants.<\/a> (PDF-Datei)  In: <a href=\"http:\/\/pubs.acs.org\/journals\/esthag\/index.html\" >Environmental Science &#038; Technology<\/a>, Vol. 41, No. 22, 2007, pp. 7759 ff.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/marktstudie-informiert-ueber-73-biokunststoffe\/\" >2007-10-19<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/novelle-der-verpackungsverordnung-passiert-bundeskabinett\/\" >2007-09-20<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Erkenntnisse &uuml;ber die Umwelteigenschaften konventioneller Kunststoffe, von denen j&auml;hrlich 230 Mio. t produziert werden, lassen aufschrecken und liefern neue Argumente f&uuml;r den st&auml;rkeren Einsatz<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10549","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10549"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10549\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10549"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}