{"id":10548,"date":"2007-12-06T00:00:00","date_gmt":"2007-12-05T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20071206-02n"},"modified":"2007-12-06T00:00:00","modified_gmt":"2007-12-05T22:00:00","slug":"energie-und-klimaprogramm-der-bundesregierung-beschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/energie-und-klimaprogramm-der-bundesregierung-beschlossen\/","title":{"rendered":"Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung beschlossen"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Bundeskabinett hat heute das umfassendste Ma\u00dfnahmenpaket zur Energie- und Klimapolitik in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beschlossen. Das integrierte Energie- und Klimaprogramm ist die Antwort auf die Herausforderungen, die sich durch den Klimawandel und die steigende Energienachfrage bei knapper werdenden fossilen Ressourcen stellen.<\/b><\/p>\n<p>Die Bundesregierung macht mit diesem Programm einen gro\u00dfen Schritt zur Erreichung des deutschen Klimaschutzziels, im Rahmen eines internationalen Abkommens die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent zu senken. Deutschland wird damit seiner Vorreiterrolle im Klimaschutz gerecht.<\/p>\n<p>Im Haushaltsjahr 2008 stehen f\u00fcr die Klimapolitik insgesamt rund 3,3 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung. Dies sind im gesamten Bundeshaushalt 1,8 Milliarden Euro mehr als im Haushalt 2005.<\/p>\n<p>Mit dem Programm hat die Bundesregierung in nur wenigen Monaten die 29 Eckpunkte konkretisiert, die Ende August 2007 bei der Kabinettklausur in Meseberg beschlossen wurden. Das Programm setzt stabile Rahmenbedingungen f\u00fcr Investitionen von Energiewirtschaft, Industrie und Verbrauchern. Es gibt dar\u00fcber hinaus wichtige Impulse f\u00fcr die Entwicklung neuer Technologien in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz und tr\u00e4gt damit dazu bei, die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands zu steigern.<\/p>\n<p>Die Gesetzes-\/Verordnungs-Entw\u00fcrfe definieren Ziele bis 2020 und unterlegen dies mit konkreten Ma\u00dfnahmen, insbesondere: <\/p>\n<ul>\n<li><b>Kraft-W\u00e4rme-Kopplung<\/b> (KWK): bis 2020 Verdopplung des Anteils an der Stromproduktion von derzeit rund 12 auf rund 25 Prozent \u2013 zum Beispiel durch F\u00f6rderung von Anlagen ohne Gr\u00f6\u00dfenbeschr\u00e4nkung sowie Aus- und Neubau von W\u00e4rmenetzen (Novelle des KWK-Gesetzes) und Selbstverpflichtung der Wirtschaft.<\/li>\n<li>Ausbau der <b>Erneuerbaren Energien (EE) im Strombereich<\/b>: Ausbau von derzeit rund 12 auf 25 bis 30 Prozent bis 2020. Hierf\u00fcr werden unter anderem die Verg\u00fctungen f\u00fcr Offshore-Windparks neu geregelt (Novelle des EE-Gesetzes).<\/li>\n<li>F\u00f6rderung der <b>Erneuerbaren Energien im W\u00e4rmebereich<\/b>: Ausbau auf 14 Prozent bis 2020. Ab 2009 ist es unter Wahrung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit Pflicht, in Neubauten erneuerbare Energien zu verwenden. Bei Altbauten wird die Verwendung nicht vorgeschrieben, der Einsatz erneuerbarer Energien wird aber gro\u00dfz\u00fcgig gef\u00f6rdert. Insgesamt wird die Bundesregierung die finanzielle F\u00f6rderung auf bis zu 500 Mio. Euro pro Jahr bis 2012 erh\u00f6hen (EE-W\u00e4rme-Gesetz).<\/li>\n<li><b>Biogaseinspeisung<\/b> ins Erdgasnetz wird deutlich erleichtert und wirtschaftlicher (Novelle der Gasnetzzugangs- und Netzentgeltverordnung). Bis 2030 ist ein Anteil von 10 Prozent Biogas m\u00f6glich. Wir erh\u00f6hen die Energieversorgungssicherheit durch Senkung der Erdgasimporte.<\/li>\n<li>Bessere <b>Netzintegration<\/b> der Erneuerbaren Energien \u2013 unter anderem mit Regelungen f\u00fcr vordringliche Leitungsneubauvorhaben sowie geb\u00fcndelten Zulassungsverfahren f\u00fcr Seekabel zur Anbindung von Wind-Offshore-Anlagen (Eckpunkte Netzausbaupaket).<\/li>\n<li><b>Einsparung von Energiekosten und Effizienzsteigerung beim Stromverbrauch<\/b>: Das Strom-Messwesen wird liberalisiert. Das erm\u00f6glicht und f\u00f6rdert innovative Messverfahren und lastabh\u00e4ngige, zeitvariable Tarife (Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes und in einem zweiten Schritt eine neue Verordnung).<\/li>\n<li>Mehr <b>Energieeffizienz bei Geb\u00e4uden<\/b>: Stufenweise, wirtschaftlich vertretbare Erh\u00f6hung der energetischen Anforderungen (um durchschnittlich 30 Prozent 2009, nach 2012 erneut in vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfenordnung); Austausch von Nachtstromspeicherheizungen (1. Tranche 2020; Novelle der Energieeinsparverordnung).<\/li>\n<li>Verstetigung bestehender und Start neuer <b>F\u00f6rderprogramme<\/b> zur energetischen Sanierung von Geb\u00e4uden und sozialer Infrastruktur: Das bestehende CO<sub>2<\/sub>-Geb\u00e4udesanierungsprogramm wird weiterentwickelt und auf 1 Milliarde Euro pro Jahr verstetigt. Zudem wird das Energiesparpotenzial in st\u00e4dtischen Strukturen und sozialer Infrastruktur st\u00e4rker ausgesch\u00f6pft (CO<sub>2<\/sub>-Geb\u00e4udesanierungs\u00adprogramm, Programm zur Sanierung von Bundesgeb\u00e4uden, Investitionspakt Bund-L\u00e4nder-Kommunen).<\/li>\n<li><b>F\u00f6rderung von energieeffizienten Ger\u00e4ten und Dienstleistungen<\/b>: Die Bundesverwaltung wird k\u00fcnftig energieeffiziente Ger\u00e4te und Dienstleistungen in ihrer Beschaffungspolitik bevorzugen. Dies gibt nicht nur ein deutliches Signal f\u00fcr Hersteller und Importeure, sondern spart dar\u00fcber hinaus Geld f\u00fcr Strom und Brennstoffe. Die Bundesregierung wird sich auch in der EU daf\u00fcr einsetzen, dass anspruchsvolle Standards f\u00fcr Energieeffizienz nach dem Top-Runner-Ansatz gesetzt werden (Leitlinien zur bevorzugten Beschaffung durch die Bundesbeh\u00f6rden, Umsetzung der \u00d6ko-Design-Richtlinie).<\/li>\n<li><b>Biokraftstoffe<\/b>: Ausbau bis 2020 auf etwa 20 Volumenprozent (entspricht energetisch 17 Prozent). Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die hierf\u00fcr ben\u00f6tigte Biomasse nicht aus \u00d6kodumping stammt, sondern Mindestanforderungen an eine nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen erf\u00fcllt. Zudem m\u00fcssen Biokraftstoffe ein bestimmtes Potenzial zur Verminderung von Treibhausgasen aufweisen (Novelle des Biokraftstoffquotengesetzes und Nachhaltigkeitsverordnung).<\/li>\n<li><b>Umstellung der Kfz-Steuer<\/b> von Hubraum auf Schadstoff- und CO<sub>2<\/sub>-Basis f\u00fcr Neufahrzeuge ab 2009 (Eckpunkte als Vorschlag an die Bundesl\u00e4nder).<\/li>\n<li>Reduktion der <b>Emissionen fluorierter Treibhausgase<\/b> aus mobilen und station\u00e4ren K\u00fchlanlagen (Chemikalienklimaschutzverordnung).<\/li>\n<li>Neue Initiativen in der <b>Energieforschung und Innovation<\/b>: Schwerpunkte: Klimaschutz, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und CO<sub>2<\/sub>-Speicherung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Ressorts, die an der Umsetzung beteiligt sind, werden im November 2010 und danach alle zwei Jahre einen Monitoring-Bericht \u00fcber Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit des Gesamtprogramms und der Einzelma\u00dfnahmen vorlegen. Noch ausstehende Beschl\u00fcsse wie zum Beispiel zur Energieeinsparverordnung, zur Umstellung der Kfz-Steuer, zur Beschleunigung des Stromleitungsbaus und zur \u00c4nderung der LKW-Maut soll das Bundeskabinett im Mai 2008 fassen.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20071206-02\/2007-12-05-zusammenfassung-energiepaket,property=publicationFile-1.pdf\" >Zusammenfassung des Energie- und Klimaprogramms<\/a> (PDF-Dokument)<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/klima-und-energieprogramm-branchenreaktionen-vorwiegend-positiv\/\" >2007-12-06<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bundeskabinett-beschliesst-eckpunkte-zum-klimaschutz\/\" >2007-08-27<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Das Bundeskabinett hat heute das umfassendste Ma&szlig;nahmenpaket zur Energie- und Klimapolitik in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beschlossen. 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