{"id":105438,"date":"2022-03-01T07:19:00","date_gmt":"2022-03-01T06:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=105438"},"modified":"2022-02-28T12:32:55","modified_gmt":"2022-02-28T11:32:55","slug":"eu-will-afrika-zum-weltmeister-der-wasserstoffexporte-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-will-afrika-zum-weltmeister-der-wasserstoffexporte-machen\/","title":{"rendered":"EU will Afrika zum Weltmeister der Wasserstoffexporte machen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Kein Land spielt f\u00fcr die Wasserstoffimportambitionen der EU eine so gro\u00dfe Rolle wie Afrika. Es fehlt Europa schlichtweg an Platz und Sonnenstunden, um wettbewerbsf\u00e4higen \u201cgr\u00fcnen\u201d Wasserstoff \u2013 der durch billigen Solarstrom hergestellt wird \u2013 in ausreichendem Ma\u00df zu produzieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/image-28.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-105440\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/image-28.jpeg 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/image-28-300x169.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/image-28-150x84.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/image-28-768x432.jpeg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/image-28-400x225.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>EU-Kommissionsvize Frans Timmermans hat gro\u00dfe Ambitionen f\u00fcr den Handel mit gr\u00fcnem Wasserstoff aus Afrika. \u00a9&nbsp;Euractiv. EPA-EFE\/JULIEN WARNAND \/ POOL<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u201cEin florierendes Europa ohne die Umsetzung der Ziele f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in Afrika ist unm\u00f6glich,\u201d erkl\u00e4rte Frans Timmermans, der Vizechef der Europ\u00e4ischen Kommission, w\u00e4hrend dem siebten EU-Afrika Wirtschaftsforum am Montag (14. Februar).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cWir sind Schwesterkontinente, und unsere Zukunft ist miteinander verkn\u00fcpft\u201d, so Timmermans in einer Woche, die ganz im Zeichen des Gipfeltreffens der EU mit der Afrikanischen Union am 17. und 18. Februar steht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cEine Abkehr von fossilen Brennstoffen kann die Beziehungen zwischen der EU und Afrika auf eine neue Grundlage stellen\u201d, sagt auch Eleonora Moro, Wasserstoff-Spezialistin beim Think-Tank E3G.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zukunft, die Timmermans Afrika verspricht, ist eine des gr\u00fcnen Stroms, denn der Kontinent hat \u201ceines der weltbesten Potenziale f\u00fcr erneuerbare Energien\u201c, kombiniert mit vergleichsweise niedrigem Energieverbrauch.<\/p>\n\n\n\n<p>Timmermans verspricht dem Kontinent daher dreifache Profite aus dem Ausbau von erneuerbaren Energien. Denn durch die dezentrale Natur von Erneuerbaren k\u00f6nnen Haushalte in Afrika einfacher und mit weniger Aufwand an das Stromnetz angeschlossen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Timmermans ist allerdings der zweite Aspekt zentral: \u201cMit billigem Strom aus erneuerbaren Energiequellen kann man gr\u00fcnen Wasserstoff zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen herstellen.\u201d<br><br>Denn die EU hat hehre Ziele, was die Verwendung von gr\u00fcnem Wasserstoff anbelangt. Die H\u00e4lfte der Nachfrage in Europa soll k\u00fcnftig von gr\u00fcnem, anstatt von Erdgas-Wasserstoff gedeckt werden und auch im Verkehrsbereich wird Wasserstoff beim Langstrecken-Transport von Waren eine wichtige Rolle spielen, so Timmermans.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cSeien wir ehrlich, wir wollen, dass ihr in der gr\u00fcnen Wasserstoffproduktion f\u00fchrend seid.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem soll die Produktion von Wasserstoff Afrika erlauben, seine Wirtschaft zu diversifizieren. Timmermans verspricht dem Kontinent daher eine Abkehr von seiner Rolle als Exporteur von Rohstoffen, indem der gr\u00fcne Wasserstoff dort verarbeitet wird. Die dortige Wirtschaft k\u00f6nne so \u201cSektoren mit h\u00f6herer Wertsch\u00f6pfung wie die Produktion von gr\u00fcnem Stahl oder gr\u00fcnem D\u00fcnger\u201d erschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cDenn Afrika kann und muss mehr tun, als Rohstoffe zu exportieren\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch vor Ort scheint man optimistisch zu sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cDies ist eine Gelegenheit unsere F\u00e4higkeiten als Afrikaner unter Beweis zu stellen und auch alle unsere L\u00e4nder zur Zusammenarbeit zu bewegen,\u201d erkl\u00e4rte Innocent Uwuijaren, CEO der Hydrogen Africa Partnership.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn gen\u00fcgend Geld und Aufwand in Afrika investiert wird, dann w\u00fcrde der Kontinent im Gegenzug dazu beitragen, das Ziel der Netto-Null Emissionen fr\u00fcher als geplant zu erreichen, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Berechtigte Bedenken<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Allerdings sehen nicht alle die Zukunft Afrikas als Ausfuhrregion von gr\u00fcnem Strom in Form von Wasserstoff so rosig wie die Europ\u00e4ische Kommission und die Wasserstoffwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Beobachter rechnen mit zwei m\u00f6glichen Szenarien. Im \u201cbest Case\u201d Szenario wird der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft dazu f\u00fchren, dass Arbeiter in Afrika zus\u00e4tzliche Kompetenzen erlernen und die entstehenden Wertsch\u00f6pfungsketten dazu f\u00fchren, dass die besagten \u201cgr\u00fcnen\u201d Stahl- und D\u00fcngerfabriken entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im besten Falle w\u00fcrde der Kontinent somit zu einem Exporteur von gr\u00fcnen Industrieprodukten werden, wobei allerdings nicht alle L\u00e4nder gleichzeitig davon profitieren k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland setzt hierbei klar auf Nigeria und Angola, das Ausw\u00e4rtige Amt hat in den Hauptst\u00e4dten der beiden afrikanischen L\u00e4nder sogenannte \u201cWasserstoffb\u00fcros\u201d er\u00f6ffnet, die den Aufbau und den Export von Wasserstoff aus den dortigen Regionen begleiten sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits besteht laut Beobachtern die reale Gefahr, dass die Wasserstoffproduktion wichtigen Raum f\u00fcr die Herstellung von erneuerbarem Strom f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung beansprucht, was dazu f\u00fchren k\u00f6nnte, dass die Strompreise in Afrika in die H\u00f6he schnellen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztendlich wird die neue Art, mit gr\u00fcnen Rohstoffen zu handeln und die Art und Weise, wie Europa und Afrika miteinander umgehen, vom Gestaltungswillen der EU abh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cDamit Wasserstoff nicht in der alten, extraktiven Art des Handelns stecken bleibt, muss die EU den Einsatz erneuerbarer Energien, strenge Nachhaltigkeitsstandards und die Unterst\u00fctzung neuer Industrien in den Mittelpunkt ihres Engagements f\u00fcr Afrika stellen,\u201d so die Wasserstoff-Expertin Moro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Land spielt f\u00fcr die Wasserstoffimportambitionen der EU eine so gro\u00dfe Rolle wie Afrika. 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