{"id":105167,"date":"2022-02-25T07:26:00","date_gmt":"2022-02-25T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=105167"},"modified":"2022-02-21T16:04:03","modified_gmt":"2022-02-21T15:04:03","slug":"spielwaren-auf-nachhaltigkeitskurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/spielwaren-auf-nachhaltigkeitskurs\/","title":{"rendered":"Spielwaren auf Nachhaltigkeitskurs"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Immer mehr Spielwaren werden nachhaltig produziert, dabei hat Kunststoff ein schlechtes Image \u2013 was ist die L\u00f6sung?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kinderzimmer geht es k\u00fcnftig nachhaltig zu \u2013 dies zumindest haben sich die meisten gro\u00dfen Spielwarenhersteller auf die Fahnen geschrieben: Marktprimus Lego will bis 2030 seine Produkte aus nachhaltigen Materialien fertigen. Infrage kommen zum Beispiel aus Einweg-PET-Flaschen rezyklierte oder biobasierte Werkstoffe. Mattel, die Nummer 3 auf dem Weltmarkt, will seine Spielzeuge und Verpackungen bis 2030 auf 10% recycelte, recycelbare oder biobasierte Kunststoffe umzustellen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/heunec_bottle2_oktopus.jpg\" alt=\"Die Pl\u00fcschtiere der \u201eBottle 2 Buddy\u201c Serie von Heunec machen auf die Umweltverschmutzung durch Plastikm\u00fcll aufmerksam: Der Hersteller mit Sitz in Neustadt bei Coburg stellt sie zu 100 % aus recyceltem PET-Kunststoff her. \" class=\"wp-image-105200\" width=\"698\" height=\"465\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/heunec_bottle2_oktopus.jpg 930w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/heunec_bottle2_oktopus-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/heunec_bottle2_oktopus-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/heunec_bottle2_oktopus-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/02\/heunec_bottle2_oktopus-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><figcaption>Die Pl\u00fcschtiere der \u201eBottle 2 Buddy\u201c Serie von Heunec machen auf die Umweltverschmutzung durch Plastikm\u00fcll aufmerksam: Der Hersteller mit Sitz in Neustadt bei Coburg stellt sie zu 100 % aus recyceltem PET-Kunststoff her. \u00a9 Heunec<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Playmobil macht aus alten K\u00fchlschr\u00e4nken Spielfiguren<\/h3>\n\n\n\n<p>Playmobil legt sich nicht so konkret fest; die Zirndorfer sagen lediglich, dass bis 2030 \u201edie Gesch\u00e4ftsmodelle m\u00f6glichst zirkul\u00e4r sein, sprich Teil von geschlossenen Materialkreisl\u00e4ufen\u201c sollen. Dass es der Spielwarenhersteller Ernst meint mit dem Thema Nachhaltigkeit, zeigt die neue Produktreihe \u201eDiscover the Planet\u201c. Sie besteht im Schnitt aus \u00fcber 80% nachhaltigen Materialien. Dabei kommen Post-Consumer Recyclingmaterialien \u2013 gro\u00dfteils aus ausgedienten K\u00fchlschr\u00e4nken gewonnen \u2013 und biobasierte Kunststoffe zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Spielwarenbranche denkt seit zwei Jahren um<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDie Hersteller sind mit Vollgas Richtung Nachhaltigkeit unterwegs. Dies ist f\u00fcr sie alle eine Mammutaufgabe, der sie sich aber stellen\u201c, sagte Axel Dammler, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter beim M\u00fcnchner Marktforschungsunternehmen Iconkids &amp; Youth International Research auf der Spielwarenmesse Digital Anfang Februar. \u201eDer Klimawandel ist ins Bewusstsein der Kunden ger\u00fcckt. Und in der Industrie hat seit zwei Jahren ein klares Umdenken eingesetzt \u2013 das ist zum Teil vorauseilender Gehorsam, weil zum Beispiel k\u00fcnftig neue Anforderungen etwa im Hinblick auf Materialverbote auf sie zukommen werden. Die Industrie will hier schon einen Schritt voraus sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNachhaltigkeit ist zwar noch eine Nische, aber eindeutig ein Trend in der Spielwarenbranche und wird immer wichtiger in den kommenden Jahren\u201c, betonte auch Pablo Bus\u00f3 Alos, Bereichsleiter Nutzerforschung am AIJU Technologischen Institut f\u00fcr Kinder- und Freizeitprodukte in Spanien. Er und andere Experten waren sich einig: Kunststoff hat es unter dem Nachhaltigkeitsaspekt schwer, die Nummer 1 unter den Werkstoffen zu bleiben. Rezyklierte und biobasierte Kunststoffe haben hingegen ein gutes Image.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Holz wird als nachhaltig eingesch\u00e4tzt, Kunststoff nicht<\/h3>\n\n\n\n<p>Das verwendete Material ist f\u00fcr Konsumenten ein wichtiger Indikator, ob eine Spielware nachhaltig ist, zeigt eine aktuelle Studie von AIJU, einem Technologiezentrum f\u00fcr Kinder- und Freizeitprodukte in Spanien. F\u00fcr die Studie wurden 2800 Haushalte weltweit befragt. Das Ergebnis: F\u00fcr 74 % steht Holz f\u00fcr Nachhaltigkeit. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Material der Produkte assoziieren Verbrauchter am st\u00e4rksten mit nachhaltigem Spielzeug. Und hier wird Holz ganz klar als nachhaltiger empfunden als Kunststoff \u2013 und dies obwohl das genutzte Holz vielleicht von einem anderen Kontinent stammt und somit nicht von lokaler Herkunft ist\u201c, sagte AIJU-Experte Alos. Das AIJU hat in Kooperation mit der Spielwarenmesse 2.800 Haushalte mit Kindern in Deutschland, Italien, Frankreich, China, Spanien, Gro\u00dfbritannien und den USA zu deren Wahrnehmungen bei nachhaltigem Spielzeug befragt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePlastik ist das gr\u00f6\u00dfte Problem der Spielwarenbranche, da der Werkstoff beim Produkt nicht so einfach ersetzt werden kann\u201c, sagte Dammler. \u201eWill man Kunststoff ersetzen, dann geht es ans Eingemachte, denn der Werkstoff pr\u00e4gt ganz ma\u00dfgeblich die Eigenschaften eines Spielzeugs \u2013 und das ist heute der Standard f\u00fcr den Konsumenten.\u201c Der Marktforscher hob die hervorragenden Materialeigenschaften von Kunststoffen (\u201esplittert nicht\u201c) ebenso hervor wie die \u201eunendlichen Designm\u00f6glichkeiten in Bezug auf Form und Farbe, die mit anderen Werkstoffen nicht umsetzbar sind\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mais steht als Kunststoff-Alternative nicht gen\u00fcgend zur Verf\u00fcgung<\/h3>\n\n\n\n<p>Mancher Hersteller versuche derzeit, Kunststoff durch Mais zu ersetzen. \u201eZwar ist Mais ein nachwachsender Rohstoff, aber leider nicht in der notwendigen Menge f\u00fcr die Spielwarenhersteller verf\u00fcgbar\u201c, stellte Dammler klar. Er empfiehlt der Branche das Recycling von Spielwaren aus Kunststoff und damit den Einstieg in die Kreislaufwirtschaft. \u201eHier k\u00f6nnte der Spielwarenhandel eingebunden werden \u2013 analog zum Getr\u00e4nkehandel, der PET-Flaschen zur\u00fccknimmt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Qualit\u00e4tssiegel und Zertifikate geben Orientierung beim Kauf<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eBarbie Loves the Ocean\u201c ist die erste Puppenlinie von Mattel aus recyceltem Ocean-Bound-Plastik. Dieses besteht zu 90 % aus Kunststoff, der in einem Umkreis von 50 km von Wasserstra\u00dfen in Gebieten ohne offizielle M\u00fcllabfuhr gewonnen wird. Mattel will seine Spielzeuge und Verpackungen bis 2030 auf 100 % recycelte, recycelbare oder biobasierte Kunststoffe umzustellen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse der AIJU-Studie machen auch deutlich, dass die Verbraucher je nach Land auf unterschiedliche Aspekte der Nachhaltigkeit Wert legen: So finden Deutsche, Italiener und Spanier den Werkstoff des Spielzeugs und dessen Schadstofffreiheit am wichtigsten, w\u00e4hrend f\u00fcr die Franzosen Qualit\u00e4t und Langlebigkeit\/Haltbarkeit im Fokus stehen und bei den Chinesen Qualit\u00e4t und die Rezyklierbarkeit der Verpackung. \u201eEinigkeit besteht aber auf der ganzen Welt darin, dass man sich beim Kauf von nachhaltigem Spielzeug am liebsten an Qualit\u00e4tssiegeln und Zertifikaten orientert. Sie sind f\u00fcr die Verbraucher wichtiger als Herstellerinformationen\u201c, stellt Alos klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den mit nachhaltigen Spielwaren verbundenen Werten stellt er indes auf den M\u00e4rkten Unterschiede fest: Insbesondere in Deutschland, aber auch in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und den USA ist damit in erster Linie verbunden, dass die Produkte teurer sind als vergleichbare Produkte. \u201eChinesische Familien hingegen verbinden mit nachhaltigem Spielzeug vor allem Langlebigkeit\u201c, sagt Alos.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Deutsche wollen f\u00fcr nachhaltiges Spielzeug keinen Mehrpreis zahlen<\/h3>\n\n\n\n<p>Diese unterschiedlichen Einstellungen dr\u00fccken sich auch in der Bereitschaft aus, ob der Verbraucher bereit ist, f\u00fcr nachhaltig produziertes Spielzeug einen Aufpreis zu bezahlen: W\u00e4hrend in Deutschland die meisten Befragten nicht bereit sind, mehr zu zahlen, ist es in China grundlegend anders: Hier w\u00fcrden 35% einen Aufpreis von 5 bis 10% zahlen. \u201eDie Verbraucher wollen letztlich nicht viel mehr zahlen als f\u00fcr herk\u00f6mmlich produzierte Ware. Hersteller m\u00fcssen sich dar\u00fcber im klaren sein, dass sie bei einem Aufpreis von mehr als zehn Prozent ein ganz anderes Marktsegment adressieren\u201c, so Alos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr Spielwaren werden nachhaltig produziert, dabei hat Kunststoff ein schlechtes Image \u2013 was ist die L\u00f6sung? Im Kinderzimmer geht es k\u00fcnftig nachhaltig zu \u2013 dies zumindest haben sich die meisten gro\u00dfen Spielwarenhersteller auf die Fahnen geschrieben: Marktprimus Lego will bis 2030 seine Produkte aus nachhaltigen Materialien fertigen. 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