{"id":10504,"date":"2007-09-21T00:00:00","date_gmt":"2007-09-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070921-01n"},"modified":"2007-09-21T00:00:00","modified_gmt":"2007-09-20T22:00:00","slug":"landnutzungskonkurrenz-entschaerfung-durch-neue-biokraftstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/landnutzungskonkurrenz-entschaerfung-durch-neue-biokraftstoffe\/","title":{"rendered":"Landnutzungskonkurrenz: Entsch\u00e4rfung durch neue Biokraftstoffe?"},"content":{"rendered":"<p><b>Biomasse wird ihre Stellung als Deutschlands regenerativer Energietr\u00e4ger Nr. 1 weiter ausbauen. Zugleich versch\u00e4rft sich damit die Konkurrenz zwischen Energieproduzenten und Nahrungsmittelerzeugern um die Nutzung der land- und forstwirtschaftlichen Anbaufl\u00e4chen. Einen Ausweg aus diesem Konflikt er\u00f6ffnen neuartige Biokraftstoffe, denn sie werden aus Stroh und Waldrestholz gewonnen. Dies sind die Hauptergebnisse einer jetzt ver\u00f6ffentlichten, vom Ministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und L\u00e4ndlichen Raum Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rderten Studie des <a href=\"http:\/\/www.kit.edu\/\" >Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT)<\/a>. Das KIT ist die Kooperation von Forschungszentrum Karlsruhe und Universit\u00e4t Karlsruhe.<\/b><\/p>\n<p>Biomasse wird ihre Stellung in Deutschland als vielf\u00e4ltig nutzbarer und mengenm\u00e4\u00dfig wichtigster regenerativer Energietr\u00e4ger in den kommenden Jahrzehnten weiter ausbauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am <a href=\"http:\/\/www.itas.fzk.de\/\" >Institut f\u00fcr Technikfolgenabsch\u00e4tzung und Systemanalyse (ITAS)<\/a> des Forschungszentrums Karlsruhe durchgef\u00fchrte Studie. &#8220;Damit wird sich jedoch auch die Frage zuspitzen, ob auf unseren Feldern Nahrungs- oder Energiepflanzen angebaut werden sollen&#8221;, sagt Dr. Ludwig Leible (ITAS), wissenschaftlicher Leiter der Studie. Diese ethisch, aber auch verbraucherpolitisch brisante Problemlage k\u00f6nnen Biokraftstoffe der so genannten zweiten Generation entsch\u00e4rfen helfen. Ihr gro\u00dfes Plus: F\u00fcr Brot und Milch sind sie keine Konkurrenten.<\/p>\n<p>Die neuartigen, vollsynthetischen Biokraftstoffe werden &#8211; im Gegensatz zu Biodiesel aus Raps oder Bioethanol aus Mais &#8211; aus Stroh und Waldrestholz hergestellt. Diese Stoffe kommen weder als Nahrungs- oder Futtermittel infrage, noch beanspruchen sie zus\u00e4tzliche Anbaufl\u00e4chen. Dar\u00fcber hinaus sind Biokraftstoffe der zweiten Generation reiner, umweltvertr\u00e4glicher und anpassungsf\u00e4higer (etwa an strengere CO<sub>2<\/sub>-Grenzwerte) als Kraftstoffe auf Erd\u00f6lbasis. Projektleiter Ludwig Leible: &#8220;Mit den neuen Biokraftstoffen k\u00f6nnen wir unabh\u00e4ngiger vom Erd\u00f6l werden und die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen im Stra\u00dfenverkehr gem\u00e4\u00df den Zielvorgaben der EU senken, ohne unsere \u00c4cker zu Tankstellen zu machen.&#8221;<\/p>\n<p>Was die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Biosprits angeht, so ist der \u00f6konomische &#8220;Break even&#8221; den Berechnungen der KIT-Wissenschaftler zufolge noch nicht erreicht, aber in Sichtweite: Eine effiziente Erfassung und Verteilung der Biomasse vorausgesetzt, k\u00f6nnte Diesel aus Stroh und Waldrestholz bereits heute f\u00fcr ca. 1 Euro pro Liter hergestellt werden. Mit herk\u00f6mmlichem Diesel w\u00e4re er damit ab Roh\u00f6lpreisen von 130 Dollar pro Barrel (derzeit: rund 78 Dollar) konkurrenzf\u00e4hig, und zwar ohne Subventionen wie die Mineral\u00f6lsteuerbefreiung.<\/p>\n<p>Als Fazit ihrer Untersuchungen pl\u00e4dieren die KIT-Wissenschaftler daf\u00fcr, die Entwicklung innovativer Technologien zur Kraftstoffgewinnung aus Biomasse zu forcieren. Dies gilt nicht zuletzt f\u00fcr das am Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte bioliq\u00ae-Verfahren. &#8220;bioliq&reg;&#8221;, so Ludwig Leible, &#8220;bietet den zus\u00e4tzlichen Vorteil einer dualen Nutzungsoption: Je nach Bedarf kann die Biomasse zu Kraftstoff oder zu wichtigen chemischen Grundstoffen wie Methanol verarbeitet werden.&#8221; Im Rahmen des KIT-Zentrums Energie wird das bioliq\u00ae-Verfahren derzeit zur Marktreife gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In der Architektur des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) sind die Arbeiten zur Biomasse dem KIT-Zentrum Energie (Themenfelder &#8220;Technologien zu Erneuerbaren Energien&#8221; und &#8220;Energie-Systemanalysen&#8221;) zugeordnet. Das im Aufbau befindliche KIT-Zentrum Energie bildet mit einem Jahresbudget von rund 160 Mio. Euro den gr\u00f6\u00dften Forschungsverbund innerhalb des KIT. Anspruch der KIT-Energieforscher ist es, die Energieforschung in Deutschland und Europa anzuf\u00fchren und ma\u00dfgeblich zu gestalten. <\/p>\n<p>Dabei geh\u00f6rt es zu den besonderen St\u00e4rken der KIT-Forschung, neue Ans\u00e4tze wie das bioliq&reg;-Verfahren nicht nur technologisch zu entwickeln, sondern auch umfassend zu bewerten. Derartige Analysen des Innovationspotenzials und der Risiken einer Entwicklung, aber auch die Einordnung in das technische und gesellschaftliche Umfeld sind ein spezifischer Kompetenzbereich des Instituts f\u00fcr Technikfolgenabsch\u00e4tzung und Systemanalyse.<\/p>\n<p>Die Studie &#8220;Kraftstoff, Strom und W\u00e4rme aus Stroh und Waldrestholz &#8211; eine systemanalytische Untersuchung&#8221; (Verlag Forschungszentrum Karlsruhe, Reihe &#8220;Wissenschaftliche Berichte&#8221;, Nr. 7170) kann beim Forschungszentrum Karlsruhe angefordert werden. <\/p>\n<p>Das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) ist der Zusammenschluss zwischen der Universit\u00e4t Karlsruhe und dem Forschungszentrum Karlsruhe. Gemeinsam arbeiten hier 8000 Besch\u00e4ftigte mit einem j\u00e4hrlichen Budget von 600 Millionen Euro. Im KIT b\u00fcndeln beide Partner ihre wissenschaftlichen F\u00e4higkeiten und Kapazit\u00e4ten, richten die daf\u00fcr optimalen Forschungsstrukturen ein und entwickeln gemeinsame Strategien und Visionen.<\/p>\n<p>Mit KIT entsteht eine Institution international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. KIT soll Attraktionspunkt f\u00fcr die besten K\u00f6pfe aus der ganzen Welt werden, neue Ma\u00dfst\u00e4be in Lehre und Nachwuchsf\u00f6rderung setzen und das f\u00fchrende europ\u00e4ische Zentrum in der Energieforschung bilden. Im Bereich der Nanowissenschaften will KIT eine weltweit f\u00fchrende Rolle einnehmen. Ziel von KIT ist es, einer der wichtigsten Kooperationspartner f\u00fcr die Wirtschaft zu sein.<\/p>\n<p>Download der Studie <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070921-01\/leua07a.pdf\" >hier<\/a> (PDF-Dokument, 3 MB).<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.kit.edu\/\" >Forschungszentrum Karlsruhe GmbH<\/a><br \/>Dr. Elisabeth Zuber-Knost<br \/>Pressesprecherin<br \/>Kaiserstra\u00dfe 12<br \/>76131 Karlsruhe<br \/>Tel.: +49 721\/608-2089<br \/>Fax: +49 721\/608-3658<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pilotanlage-fuer-btl-kraftstoff-bioliq-erste-ausbaustufe-eingeweiht\/\" >2007-06-21<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Biomasse wird ihre Stellung als Deutschlands regenerativer Energietr&auml;ger Nr. 1 weiter ausbauen. 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