{"id":10483,"date":"2007-10-02T00:00:00","date_gmt":"2007-10-01T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20071002-02n"},"modified":"2007-10-02T00:00:00","modified_gmt":"2007-10-01T22:00:00","slug":"sterreich-umweltlobby-kritisiert-scheinlsung-agrartreibstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sterreich-umweltlobby-kritisiert-scheinlsung-agrartreibstoffe\/","title":{"rendered":"&Ouml;sterreich: Umweltlobby kritisiert &#8220;Scheinl&ouml;sung Agrartreibstoffe&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><b>Zum 1. Oktober begann in \u00d6sterreich die Beimischung von Bioethanol zu Benzin. Aus diesem Anlass stellte die Umweltorganisation <a href=\"http:\/\/www.global2000.at\/\" >GLOBAL 2000<\/a> (Friends of the Earth Austria) im Rahmen ihre Position dar, dass Biomasse im Autotank nicht das Klima sch\u00fctzt, sondern lediglich eine kosmetische Ma\u00dfnahme ist.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Eine verkehrspolitische Energiewende ist unumg\u00e4nglich. Eine f\u00fcnfprozentige Agrosprit-Beimischung ist hingegen nur eine Scheinl\u00f6sung. Den AutofahrerInnen wird vorgegaukelt, dass unsere Art der Mobilit\u00e4t dadurch klimafreundlich ist und Klimaschutz an der Zapfs\u00e4ule stattfindet&#8221;, so Heinz H\u00f6gelsberger, Verkehrsreferent von GLOBAL 2000. Wer wirksamen Klimaschutz betreiben will, w\u00e4hlt andere Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Wie eine GLOBAL 2000-Studie belegt, w\u00fcrde allein ein Tempolimit von 110 km\/h auf Autobahnen und 80 km\/h auf Landstra\u00dfen mehr Klimaschutz bringen als die aktuelle Beimischung. Die H\u00e4lfte der vom Umweltbundesamt berechneten Einsparungen an Treibhausgasen durch eine f\u00fcnfprozentige Agrarsprit-Beimischung wird allein durch den Mehrverbrauch der 200.000 SUVs und Gel\u00e4ndeautos in \u00d6sterreich wettgemacht. W\u00fcrden alle PKW in \u00d6sterreich nur mehr 120 Gramm CO<sub>2<\/sub> pro Kilometer emittieren, w\u00e4re die Treibhausgaseinsparung rund sieben bis neun Mal h\u00f6her als durch die Biosprit-Beimischungen.<\/p>\n<p><b>Global 2000 f\u00fcr umweltgerechte Nutzung der heimischen Biomasse<\/b><br \/>GLOBAL 2000 bekennt sich grunds\u00e4tzlich zur umweltgerechten Nutzung der heimischen Biomasse. &#8220;Biomasse ist eine knappe Ressource und sollte daher m\u00f6glichst wirksam f\u00fcr den Klimaschutz eingesetzt werden&#8221;, so Silva Herrmann, Klimaexpertin von GLOBAL 2000.<\/p>\n<p><b>Intensiver Energiepflanzenanbau ist der falsche Weg<\/b><br \/>&#8220;Biomasse in der W\u00e4rme- sowie der gekoppelten W\u00e4rme- und Stromerzeugung ist bis zu drei Mal effizienter und kann wesentlich kosteng\u00fcnstiger eingesetzt werden als bei der Erzeugung der derzeit genutzten Agro-Treibstoffe Biodiesel und Bioethanol&#8221;, so Herrmann weiter. Durch die Produktion und Verarbeitung von Energiepflanzen werden gro\u00dfe Mengen an Treibhausgasen emittiert.<\/p>\n<p>Mit der Beimischung droht eine Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion mit vermehrtem Pestizid- und D\u00fcngemitteleinsatz, Monokulturen und engen Fruchtfolgen. Durch die Umwidmung von Brachfl\u00e4chen in Anbaufl\u00e4chen zur Agrodiesel-Produktion ist au\u00dferdem die Artenvielfalt massiv gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Des weiteren drohen Agro-Treibstoffe zum T\u00fcr\u00f6ffner f\u00fcr Gentech-Pflanzen auf \u00d6sterreichs Feldern zu werden. Gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen k\u00f6nnen sich unkontrolliert ausbreiten und die Nahrungskette verunreinigen. Deswegen lehnt GLOBAL 2000 auch bei Agro-Treibstoffen den Einsatz von Gentechnik strikt ab. &#8220;Selbst wenn wir alle diese negativen Folgen in Kauf nehmen w\u00fcrden, kann \u00d6sterreich seinen stetig steigenden Bedarf an Agro-Treibstoffen nicht selbst decken. \u00d6sterreich muss also Agro-Treibstoff importieren. Wir machen uns durch unseren zu hohen Autoverkehr f\u00fcr weitere Umweltzerst\u00f6rung in anderen L\u00e4ndern mitverantwortlich,&#8221; so Herrmann.<\/p>\n<p>GLOBAL 2000 erteilt daher Agro-Treibstoffen eine klare Absage und fordert eine Klimaoffensive, die vor allem bei der Verkehrspolitik ansetzt: Weniger Fahrten in sparsameren Autos, verst\u00e4rkter Umstieg auf attraktive \u00f6ffentliche Verkehrsmittel und Tempolimits sind sofort wirksame L\u00f6sungen. Diese sind nicht nur klimafreundlicher, sondern auch bedeutend billiger: Die Kosten, um eine Tonne CO<sub>2<\/sub> durch Agro-Treibstoffe zu vermeiden, liegen bei mindestens 100 Euro und k\u00f6nnen nach Aussagen der OECD bis zu 4.000 Euro erreichen. Die Versch\u00e4rfung des Tempolimits kostet nahezu nichts und spart zus\u00e4tzlich den AutofahrerInnen noch Geld und erh\u00f6ht die Verkehrssicherheit. &#8220;Mit der Agro-Treibstoff-Offensive setzt die Politik auf das falsche Pferd und lenkt vom Klimaversagen der \u00f6sterreichischen Politik ab&#8221;, so Herrmann abschlie\u00dfend. <\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20071002-02\/file4438.jpeg.pdf\" >Grafik: CO<sub>2<\/sub>-Einsparung im Verkehrssektor durch verschiedene Ma\u00dfnahmen<\/a>(PDF-Dokument)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20071002-02\/070928_Positionspapier_BioEnergie.pdf\" >GLOBAL 2000-Positionspapier Energiepflanzen<\/a> (PDF-Dokument)<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sterreich-biokraftstoffe-minerallindustrie-fordert-einheitliches-vorgehen-aller-stakeholder\/\" >2007-09-28<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oecd-kritisiert-foerderung-von-biokraftstoffen\/\" >2007-09-13<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-biokraftstoffnutzung-im-aufwaertstrend\/\" >2007-07-17<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Zum 1. Oktober begann in &Ouml;sterreich die Beimischung von Bioethanol zu Benzin. Aus diesem Anlass stellte die Umweltorganisation GLOBAL 2000 (Friends of the Earth Austria)<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10483","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10483","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10483"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10483\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10483"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10483"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10483"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10483"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}