{"id":104150,"date":"2022-02-09T07:26:00","date_gmt":"2022-02-09T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=104150"},"modified":"2022-02-03T14:06:43","modified_gmt":"2022-02-03T13:06:43","slug":"mechanische-walder-in-arizona-sollen-das-klimagas-co2-aus-der-atmosphare-saugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mechanische-walder-in-arizona-sollen-das-klimagas-co2-aus-der-atmosphare-saugen\/","title":{"rendered":"Mechanische W\u00e4lder in Arizona sollen das Klimagas CO2 aus der Atmosph\u00e4re saugen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Die k\u00fcnstlichen &#8220;B\u00e4ume&#8221; sind tausendmal so effizient darin, CO2 zu binden, wie ihre organischen Verb\u00e4nde. Sie sollen das CO2 aber nicht nur speichern, sondern Teil eines CO2-Kreislaufsystems werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/m.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-104168\" width=\"720\" height=\"404\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/m.jpg 960w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/m-300x168.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/m-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/m-768x431.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/m-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><figcaption>Die Mechansichen W\u00e4lder sind nicht sch\u00f6n, aber effizient. \u00a9 Univercity of Arizona \/ PR<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wie kann man den Klimawandel bek\u00e4mpfen? Weniger fossile Brennstoffe zu verbrauchten, ist eine Methode. Besser ist es aber, das Klimagas wieder aus der Atmosph\u00e4re zu entnehmen. Heute versucht man das Gas unter die Erdoberfl\u00e4che zu verbannen oder chemisch zu binden. Schon seit L\u00e4ngerem arbeiten Forscher an k\u00fcnstlichen Pflanzen. Systemen, die mehr Gas binden k\u00f6nnen als die nat\u00fcrliche Flora. Zu den Versuchen geh\u00f6ren die auch \u00e4sthetisch \u00fcberzeugenden Algenb\u00e4ume von Julian Melchiorri.<\/p>\n\n\n\n<p>Der mechanische Wald von Wissenschaftlern der Arizona State University (ASU) in Tempe erinnert dagegen eher an eine Landschaft aus den Matrix-Filmen. Diese &#8220;B\u00e4ume&#8221; sind aufrechtstehende Rohre mit einer Reihe von Scheiben, die das Kohlendioxid einfangen sollen. Das Gas wird dann in unterirdische Tanks abgeleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von Klaus Lackner, Professor an der Arizona State University, entwickelten B\u00e4ume sollen tausendmal effizienter sein als die nat\u00fcrliche Variante, brauchen also auch entsprechend weniger Platz. Die S\u00e4ulen bestehen aus flachen Scheiben mit 1,5 Metern Durchmesser. Zwischen ihnen befindet sich jeweils ein Spalt von 5 Zentimetern Breite. Die einzelnen Platten werden mit einem Harz getr\u00e4nkt, welches das CO2 bindet. Sobald die Substanz ges\u00e4ttigt ist, tropft sie in ein Auffangbeh\u00e4ltnis herab.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Geschlossener Kreislauf<\/h3>\n\n\n\n<p>&#8220;Nach etwa 20 Minuten sind die Scheiben voll&#8221;, schreibt Lackner. &#8220;Wir leiten Wasser und Dampf ein, um das CO2 in einer geschlossenen Umgebung freizusetzen, und nun haben wir ein Niederdruckgemisch aus Wasserdampf und CO2.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Freisetzen des CO2 aus dem Harz wird Energie be\u00f6tigt, doch der gr\u00f6\u00dften Teil der W\u00e4rme wird zur\u00fcckgewonnen. Es ist ein anderes Verfahren als ein echter Baum, der das CO2 wiederum in Kohlenstoffverbindungen und CO2 umwandelt. Der mechanische Wald w\u00e4re also zun\u00e4chst nur ein CO2-Staubsauger und keine gr\u00fcne Lunge.<\/p>\n\n\n\n<p>Geplant sind drei gro\u00dfe W\u00e4lder, der erste soll bereits in diesem Jahr er\u00f6ffnet werden. Die Kosten betragen 2,5 Millionen US-Dollar. Alle drei sollen 1000 Tonnen CO2 pro Tag absorbieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorzug des mechanischen Waldes ist neben seiner Effizienz, dass er auch in Steppen und W\u00fcsten installiert werden kann, weil er anders als echte B\u00e4ume keine Anspr\u00fcche an Boden oder Klima stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Professor Lackner sagte dazu: &#8220;Die Menschheit kann es sich nicht leisten, dass immer gr\u00f6\u00dfere Mengen an \u00fcbersch\u00fcssigem Kohlenstoff in der Umwelt herumfliegen, also m\u00fcssen wir ihn wieder herausholen&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">CO2-Recycling<\/h3>\n\n\n\n<p>Sein Wald soll aber nicht nur CO2 speichern, Lackner sieht ihn als wichtigen Baustein f\u00fcr einen CO2-Kreislauf. &#8220;Man kann CO2 in synthetische Kraftstoffe &#8211; Benzin, Diesel oder Kerosin &#8211; umwandeln, die keinen neuen Kohlenstoff enthalten, indem man das abgeschiedene CO2 mit gr\u00fcnem Wasserstoff mischt, der mit erneuerbarer Energie erzeugt wird&#8221;, f\u00fcgte er hinzu. Dieser Kraftstoff k\u00f6nne problemlos durch bestehende Pipelines transportiert und jahrelang gelagert werden, sodass man in einer Winternacht in Boston W\u00e4rme und Strom mit Energie erzeugen k\u00f6nne, die im letzten Sommer in Texas im Sonnenschein gesammelt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Unsere Empfehlung lautet: Wenn Kohlenstoff aus dem Boden kommt, sollte ihm eine gleichwertige Entnahme gegen\u00fcberstehen. Wenn man 1 Tonne Kohlenstoff in Verbindung mit Kohle, \u00d6l oder Gas produziert, muss man auch 1 Tonne abf\u00fchren. Es muss nicht dieselbe Tonne sein, aber es muss eine Bescheinigung geben, die sicherstellt, dass sie eingelagert wurde.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Reiz eines CO2-Kreislaufsystems liegt daran, dass sich au\u00dfer bei der Herstellung bei den E-Fuels nicht viel \u00e4ndern muss. Triebwerke, Tankstellen etcetera k\u00f6nnten mit leichten Modifikationen wie gewohnt weiter genutzt werden. Der Aufwand w\u00e4re sehr viel geringer, als wenn man etwa das Stromnetz entsprechend ausbauen w\u00fcrde. Wie aussichtsreich solche Verfahren sind, kann man derzeit nicht beurteilen. Letztlich wird diese Frage \u00fcber die Kosten des jeweiligen Systems bestimmt. Sowohl bei der Installation wie auch im Betrieb. Im Falle von E-Fuels stehen den Vorteilen der hohen Energiedichte, der unbegrenzten Lieferf\u00e4higkeit und der leichten Transportm\u00f6glichkeiten, die Nachteile der Kosten der mehrfachen Umwandlung entgegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die k\u00fcnstlichen &#8220;B\u00e4ume&#8221; sind tausendmal so effizient darin, CO2 zu binden, wie ihre organischen Verb\u00e4nde. Sie sollen das CO2 aber nicht nur speichern, sondern Teil eines CO2-Kreislaufsystems werden. Wie kann man den Klimawandel bek\u00e4mpfen? Weniger fossile Brennstoffe zu verbrauchten, ist eine Methode. Besser ist es aber, das Klimagas wieder aus der Atmosph\u00e4re zu entnehmen. 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