{"id":104145,"date":"2022-02-08T07:26:00","date_gmt":"2022-02-08T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=104145"},"modified":"2022-01-31T12:28:13","modified_gmt":"2022-01-31T11:28:13","slug":"diese-filmemacherin-will-tampons-aus-algen-herstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/diese-filmemacherin-will-tampons-aus-algen-herstellen\/","title":{"rendered":"Diese Filmemacherin will Tampons aus Algen herstellen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Am Anfang ihrer Idee, Tampons aus Algen zu produzieren, stand Ines Schillers Faszination f\u00fcr die kleine gr\u00fcne Pflanze. Als die Sozialunternehmerin in S\u00fcdafrika eine Weiterbildung zum Marine-Guide machte, habe eine Dozentin sie f\u00fcr Algen begeistert, erz\u00e4hlt sie: \u201eEs war immer in meinem Hinterkopf, mal irgendwas mit Algen zu machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-31-um-12.25.49.png\" alt=\" Gr\u00fcnderin Ines Schiller und ein \u201eTangpon\u201c: Farblich unterscheidet es sich nicht von herk\u00f6mmlichen Tampons Vyld\" class=\"wp-image-104162\" width=\"687\" height=\"459\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-31-um-12.25.49.png 916w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-31-um-12.25.49-300x200.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-31-um-12.25.49-150x100.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-31-um-12.25.49-768x513.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-31-um-12.25.49-400x267.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 687px) 100vw, 687px\" \/><figcaption>Gr\u00fcnderin Ines Schiller und ein \u201eTangpon\u201c: Farblich unterscheidet es sich nicht von herk\u00f6mmlichen Tampons Vyld; Collage: Gr\u00fcnderszene<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Pflanze ist sehr n\u00e4hrstoffreich und wird deshalb als Superfood gehandelt. In den vergangenen Jahren boomten Produkte mit Algen, von Smoothies bis Algen-Pulver. Schiller aber wollte die Pflanze im Nonfood-Bereich einsetzen, auch um ihren Nutzen als nachhaltiges Rohmaterial aufzuzeigen. Algen k\u00f6nnen n\u00e4mlich innerhalb k\u00fcrzester Zeit viel Biomasse zulegen, so schnell, dass die UN sie schon in den 1970ern als L\u00f6sung gegen den Welthunger ins Spiel brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>So kam Ines Schiller schlie\u00dflich auf Periodenprodukte: \u201eEs gibt in dem Bereich wirklich nichts, was wirklich nachhaltig ist und trotzdem gut funktioniert.\u201c Also greife man eben doch wieder zum \u201eSchlechtes-Gewissen-OB\u201c, wie Schiller das nennt. Das will die Sozialunternehmerin \u00e4ndern und hat im vergangenen Jahr ihr Startup Vyld gegr\u00fcndet, mit dem sie nun die Algen-Tampons produzieren will. Oder auch \u201eTangpons\u201c, wie Schiller sie nennt. Auch eine erste Pre-Seed-Finanzierung konnte sie bereits abschlie\u00dfen, ein mittlerer sechsstelliger Betrag sei dabei zusammengekommen. Es investierten mehrere Impact-Fonds wie etwa Purpose Ventures oder The Case for Her, auch Business Angels wie der Blinkist-Mitgr\u00fcnder Sebastian Klein beteiligten sich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom Indie-Film zum Algen-Tampon<\/h3>\n\n\n\n<p>Bevor sie ins Tampon- und Algen-Business einstieg, hat die 36-j\u00e4hrige Schiller schon viele Dinge ausprobiert: Die studierte Philosophin und Neurowissenschaftlerin schrieb und drehte mehrere preisgekr\u00f6nte Indie-Filme. Doch das Filmemachen reichte ihr irgendwann nicht mehr, sie wollte mehr in die \u201eechte Welt\u201c. Also gr\u00fcndete sie die Initiative \u201eMein Grundeinkommen\u201c mit, die ein Pilotprojekt zum bedingungslosen Grundkommen anstie\u00df: 122 Personen erhalten drei Jahre lang 1.200 Euro im Monat zu ihrer freien Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Meeresbiologie habe sie schon immer interessiert, erz\u00e4hlt sie. Parallel zur Grundeinkommens-Initiative arbeitete sie bei dem Biotech-Startup Bluu Biosciences mit, das aus Fischzellen k\u00fcnstlichen Fisch herstellt. Und nun also die Algen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell sind die Tampons noch in der Entwicklung. Die meisten Periodenprodukte auf dem Markt best\u00fcnden gr\u00f6\u00dftenteils aus Viskose oder Baumwolle, sagt Schiller. Dieses Material will Vyld durch Algenfasern ersetzen. Algen werden auch schon im medizinischen Bereich verwendet, sogenannte Alginate dienen als Wundauflagen vor allem f\u00fcr stark n\u00e4ssende Wunden. Daran will Vyld ankn\u00fcpfen und eigene Algenfasern f\u00fcr die Tampons entwickeln. Daf\u00fcr arbeitet das Startup bereits mit verschiedenen Forschungsinstituten zusammen. Gr\u00fcn sind die Fasern am Ende aber dennoch nicht: \u201eBei einem Periodenprodukt machen die wei\u00dfen Fasern ja tats\u00e4chlich Sinn, damit man sieht wie vollgesaugt es schon ist.\u201c Auch lasse die Farbe ihrer Menstruationsfl\u00fcssigkeit so R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Gesundheit zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende dieses Jahres, so hofft Schiller, soll das Produkt in Serienreife gehen. F\u00fcr die Produktion will die Unternehmerin zus\u00e4tzlich eine Crowdfunding-Kampagne starten. Produzieren m\u00f6chte sie in Deutschland oder Europa, auch die Algen plant die Gr\u00fcnderin aus Europa beziehen. Bislang kommen die meisten Algen aus Asien. Der gr\u00f6\u00dfte Produzent ist bislang China, gefolgt von Indonesien und Japan, sagt Schiller.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch ist ihr Team klein, zwei weitere Mitarbeiterinnen besch\u00e4ftigt sie. Doch bei den Periodenprodukten soll es nicht bleiben. Wenn es nach der Gr\u00fcnderin geht, sollen bald noch weitere Produkte dazukommen. Von Windeln, Inkontinenzeinlagen oder andere Textilien \u2013 alle nat\u00fcrlich auf Algen-basiert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Preis zun\u00e4chst \u00e4hnlich hoch wie CBD-Tampons<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Algen-Tampon wird zun\u00e4chst deutlich teurer sein als herk\u00f6mmliche Tampons aus der Drogerie. Preislich werde man sich vermutlich an CBD-getr\u00e4nkten oder probiotischen Tampons orientieren, die es aktuell schon im Premiumsegment gibt. In Deutschland sind CBD-Tampons noch nicht zugelassen, die britische Firma Your Daye verkauft etwa zw\u00f6lf CBD-Tampons f\u00fcr elf Pfund, also etwas mehr als 13 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Markt um Periodenprodukte wird in Deutschland von ganz gro\u00dfen Playern wie etwa OB dominiert. In den vergangenen Jahren dr\u00e4ngen auch andere Perioden-Startups wie etwa The Female Company auf den Markt, um sich als Alternative zu etablieren. \u201eDoch auch die versuchen, mit OB-Preisen zu konkurrieren\u201c, sagt Schiller. F\u00fcr Vyld zun\u00e4chst utopisch. Doch auch Schiller hofft, sich im Laufe der Zeit an diese Preise anzugleichen. \u201eDer Preis f\u00fcr Viskose und Baumwolle steigt schon heute durch die Schwierigkeiten, die die Klimakrise f\u00fcr deren Anbau mit sich bringt. Gleichzeitig werden Algen billiger, weil mehr produziert werden\u201c, sagt sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Anfang ihrer Idee, Tampons aus Algen zu produzieren, stand Ines Schillers Faszination f\u00fcr die kleine gr\u00fcne Pflanze. 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