{"id":10390,"date":"2007-08-17T00:00:00","date_gmt":"2007-08-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070817-01n"},"modified":"2007-08-17T00:00:00","modified_gmt":"2007-08-16T22:00:00","slug":"gdch-nachhaltige-chemie-im-fokus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gdch-nachhaltige-chemie-im-fokus\/","title":{"rendered":"GDCh: Nachhaltige Chemie im Fokus"},"content":{"rendered":"<p><b>Wegen seiner zukunftsweisenden und vorbildgebenden Forscherleistungen auf dem Gebiet der nachhaltigen Chemie wird der Oldenburger Chemiker Professor Dr. J\u00fcrgen O. Metzger anl\u00e4sslich des Wissenschaftsforums Chemie 2007 am 17. September in Ulm von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (<a href=\"http:\/\/www.gdch.de\/\" >GDCh<\/a>) mit dem W\u00f6hlerpreis f\u00fcr Ressourcenschonende Prozesse ausgezeichnet. Metzger hat Konzepte f\u00fcr Beitr\u00e4ge der Chemie zu einer nachhaltigen Entwicklung erarbeitet. Er wurde bekannt f\u00fcr seine umweltvertr\u00e4glichen Synthesen von nachhaltigen Produkten unter Nutzung von Fetten und \u00d6len als nachwachsende Rohstoffe.<\/b><\/p>\n<p>Metzger ist stellvertretender Vorsitzender der <a href=\"http:\/\/www.gdch.de\/strukturen\/fg\/nachhaltigechemie.htm\" >Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Chemie<\/a> in der GDCh, die w\u00e4hrend des Wissenschaftsforums \u00fcber nachhaltige globale Energie- und Rohstoffversorgung f\u00fcr die Chemie, \u00fcber Biomasse als Rohstoff f\u00fcr die Chemische Industrie, \u00fcber Kohlenhydratforschung f\u00fcr technische Anwendungen und \u00fcber die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in innovative Produkte und Verfahren diskutiert.<\/p>\n<p>Metzger lehrte und forschte als Chemiker seit 1974 am Institut f\u00fcr Reine und Angewandte Chemie der Universit\u00e4t Oldenburg. 1981 wurde ihm zusammen mit Professor Dr. Peter K\u00f6ll der Oc\u00e9-van der Grinten Preis zur F\u00f6rderung der Wissenschaft auf dem Gebiet des Umweltschutzes, 1994 der August-Claas Forschungspreis Nachwachsende Rohstoffe verliehen. Gro\u00dfe Beachtung fand auch das 2002 von ihm f\u00fcr die GDCh erarbeitete Positionspapier zur Vorbereitung auf den Weltgipfel f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in Johannesburg. Der Rat f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung wertete dieses Papier als beispielhafte Initiative zu einer verantwortungsvollen und zukunftsf\u00e4higen Chemiepolitik. Mitgewirkt hat Metzger auch an dem in diesem Jahr mit dem Literaturpreis des Fonds der Chemischen Industrie ausgezeichneten Lehrbuch &#8220;Neues und nachhaltigeres organisch-chemisches Praktikum&#8221;.<\/p>\n<p>Metzgers Arbeitskreis stellt in Ulm \u00d6le und Fette als die derzeit wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe f\u00fcr die chemische Industrie vor. Von gut zug\u00e4nglichen unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren gelangt man \u00fcber zahlreiche Synthesewege zu einer Vielzahl neuartiger Stoffe mit interessanten Eigenschaften, beispielsweise langkettige oder verzweigte, hoch funktionalisierte Oleochemikalien. Im Zentrum der Forschung stehen geeignete Katalysatoren, l\u00f6sungsmittelfreie Reaktionen und hohe Stereo- und Regioselektivit\u00e4t bei den Synthesen.<\/p>\n<p><b>Metzger: W\u00fcsten aufforsten<\/b><br \/>Metzger pl\u00e4diert auch f\u00fcr eine Aufforstung von W\u00fcsten mit Pflanzen, die Energie und Rohstoffe liefern k\u00f6nnen. In Ulm stellt Professor Dr. Aloys H\u00fcttermann von der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen solche Konzepte vor, die es beispielsweise durch den Einsatz von Superabsorbern (Kunststoffen, die gro\u00dfe Fl\u00fcssigkeitsmengen speichern k\u00f6nnen) erm\u00f6glichen, auch dort B\u00e4ume anzupflanzen, wo die klassische Forstwirtschaft ihre Grenzen hat, also z.B. in W\u00fcstenregionen. F\u00fcr solche Projekte w\u00fcrde sich der Anbau von schnellwachsenden Baumarten anbieten.<\/p>\n<p><b>BMU: Bioraffinerien technologisch weiter entwickeln<\/b><br \/>Zur Zeit richtet sich der Fokus auf die energetische Biomassenutzung, w\u00e4hrend die chemische Industrie ihre organischen Chemikalien nach wie vor im Wesentlichen aus Erd\u00f6l gewinnt. Dr. Uwe Lahl vom Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (<a href=\"http:\/\/www.bmu.de\/\" >BMU<\/a>) pl\u00e4diert in seinem Ulmer Beitrag &#8220;Nachwachsende Rohstoffe und Bioraffinerien als Beitrag zur Rohstoffversorgung in der chemischen Industrie&#8221; daf\u00fcr, dass Deutschland als f\u00fchrender Technologie- und Chemiestandort aus umwelt- und wirtschaftspolitischen Gr\u00fcnden nachwachsende Rohstoffe verst\u00e4rkt nutzen und Bioraffinerien technologisch weiter entwickeln sollte. <\/p>\n<p>Biomasse ist komplex zusammengesetzt und verf\u00fcgt \u00fcber wesentliche Bausteine f\u00fcr eine ganze Palette an organischen Chemikalien. Vorteil von Biomasse gegen\u00fcber Kohle, die als Rohstoffquelle l\u00e4nger zur Verf\u00fcgung st\u00fcnde als Erd\u00f6l, ist ihre potenziell h\u00f6here Energie- und Ressourceneffizienz und ihre Wirkung als CO<sub>2<\/sub>\u2013Senke w\u00e4hrend ihres Wachstums. Bioraffinerie-Konzepte sehen die rohstoffliche und energetische Verwendung aller Teile der Pflanzen vor. In den USA wurde die Forschung auf dem Gebiet der Bioraffinerien intensiv vorangetrieben. Ziel ist dort, bis zum Jahr 2030 25 Prozent der organischen Grundstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Lahl fordert f\u00fcr Deutschland u.a. die Etablierung eines Fachgebiets &#8220;Chemie nachwachsender Rohstoffe\/ Bioraffineriesysteme&#8221; in Ausbildung und universit\u00e4rer Lehre.<\/p>\n<p><b>S\u00fcdzucker setzt auf technische Verwendung von Kohlehydraten<\/b><br \/>Die <a href=\"http:\/\/www.suedzucker.de\/\" >S\u00fcdzucker Gruppe<\/a> hat sich auch der technischen Verwendung von Kohlenhydraten im allgemeinen und Zuckern im speziellen zugewandt. Basis sind Saccharose und St\u00e4rken verschiedenen pflanzlichen Ursprungs. Das Unternehmen zeigt in einem Vortrag in Ulm auf, dass neben chemischen, h\u00e4ufig Edelmetall katalysierten, Prozessen daf\u00fcr auch neue biotechnologische Verfahren entwickelt werden. Neben der Papier- und papierverarbeitenden Industrie, der Textil- und Klebstoffindustrie stellt die Bauindustrie das j\u00fcngste Einsatzgebiet f\u00fcr modifizierte St\u00e4rken dar. Auch die Kosmetik- und die Farben- und Lackindustrie profitieren von der modernen Kohlenhydratforschung.<\/p>\n<p><b>Degussa: Tempo von der Invention zur Innovation erh\u00f6hen<\/b><br \/>Bei der <a href=\"http:\/\/www.degussa.de\/\" >Degussa<\/a> will man durch das Science-to-Business-Center Bio das Tempo von der Invention zur Innovation erh\u00f6hen, wie Professor Dr. Michael Dr\u00f6scher in Ulm erl\u00e4utert. Chemiker, Molekularbiologen, Genetiker, Mikrobiologen, Informatiker und Verfahrenstechniker arbeiten hier interdisziplin\u00e4r zusammen, um neue Kohlenstoffquellen zu erschlie\u00dfen oder neuartige Materialfunktionen und \u2013qualit\u00e4ten zu entwickeln. Dabei bilden fermentative und auch enzymatische Verfahren sowohl \u00f6konomisch als auch \u00f6kologisch viel versprechende Alternativen zu chemisch-physikalischen Prozessen. Produktgruppen von Interesse sind Hautpflegeprodukte, Kosmetikinhaltsstoffe, Nahrungserg\u00e4nzungsmittel oder Drug-Delivery-Systeme zum effektiven Wirkstofftransport von Arzneimitteln.<\/p>\n<p><b>Neue GDCh-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Chemie pr\u00e4sentiert sich der Fach\u00f6ffentlichkeit<\/b><br \/>Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit \u00fcber 27.000 Mitgliedern eine der gr\u00f6\u00dften chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie vergibt zahlreiche international angesehene Preise, so den W\u00f6hler-Preis f\u00fcr Ressourcen schonende Prozesse, der seit 1998 nun zum f\u00fcnften Mal verliehen wird. Ausgezeichnet werden innovative Forschungsbeitr\u00e4ge, deren zukunftsorientierter Modellcharakter im gesamten Feld der Chemie zu h\u00f6herer Umweltvertr\u00e4glichkeit sowie zu verantwortungsbewusster Nutzung vorhandener bzw. Erschlie\u00dfung neuer Ressourcen f\u00fchren kann. Die GDCh-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Chemie ist Anfang 2007 aus einem Arbeitskreis der GDCh-Fachgruppe Umweltchemie und \u00d6kotoxikologie hervorgegangen. Nach einem Workshop im M\u00e4rz in Frankfurt pr\u00e4sentiert sie sich in Ulm erstmals einer breiteren Fach\u00f6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltige-chemie-neue-rohstoffe-prozesse-und-produkte\/\" >2007-03-22<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachwachsende-rohstoffe-fr-die-chemie-nachwuchsgruppe-stoffliche-nutzung-von-fetten-und-len-im-aufbau\/\" >2006-08-08<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/industrielle-weisse-biotechnologie-deutschland-fuehrend\/\" >2007-06-25<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wegen seiner zukunftsweisenden und vorbildgebenden Forscherleistungen auf dem Gebiet der nachhaltigen Chemie wird der Oldenburger Chemiker Professor Dr. J&uuml;rgen O. 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