{"id":10385,"date":"2007-08-21T00:00:00","date_gmt":"2007-08-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070821-04n"},"modified":"2007-08-21T00:00:00","modified_gmt":"2007-08-20T22:00:00","slug":"enttaeuschende-ernte-bei-raps-und-getreide","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/enttaeuschende-ernte-bei-raps-und-getreide\/","title":{"rendered":"Entt\u00e4uschende Ernte bei Raps und Getreide"},"content":{"rendered":"<p><b>F\u00fcr die deutschen Ackerbauern geht eine mengenm\u00e4\u00dfig entt\u00e4uschende Getreide- und Rapsernte zu Ende, wie der Deutsche Bauernverband (<a href=\"http:\/\/www.bauernverband.de\/\" >DBV<\/a>) mitteilt. Mit knapp 40 Millionen Tonnen Getreide (- 8,7 Prozent) fiel das Ernte\u00adergebnis 2007 nochmals niedriger aus als die ohnehin schwache Ernte 2006. Auch die Winterrapsernte ist f\u00fcr die Bauern ern\u00fcchternd. Trotz einer Ausdehnung des Rapsanbaus um 9 Prozent bleibt die Erntemenge mit 5 Millionen Tonnen hinter dem Vorjahr zur\u00fcck. Auf eine hervorragende Ernte hoffen d\u00fcrfen dagegen die Zuckerr\u00fcbenanbauer: Proberodungen Anfang August der Zuckerfabriken in West-, Ost- und Norddeutschland in Kooperation mit dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerr\u00fcbe (<a href=\"http:\/\/www.liz-online.de\/\" >LIZ<\/a>) deuten bei rekordverd\u00e4chtigen R\u00fcbenertr\u00e4gen auch auf entsprechende Zuckerertr\u00e4ge hin.<\/b><\/p>\n<p>Mit Ausnahme traditioneller Sp\u00e4tdruschgebiete ist die Getreide\u00adernte eingefahren, so dass die Marktversorgung sichergestellt ist. Immer neue Niederschl\u00e4ge verhindern derzeit jedoch den Abschluss der Getreideernte. Die Vermarktung der Fr\u00fchkartoffeln neigt sich ebenfalls dem Ende, witterungsbedingt betr\u00e4gt der Vermark\u00adtungsvorsprung bis zu 14 Tage. Zuckerr\u00fcben und Mais, deren Ernte noch nicht begonnen hat, k\u00f6nnen von den Niederschl\u00e4gen profitieren und pr\u00e4sentieren sich mit guten Best\u00e4nden. Gleiches gilt f\u00fcr Gem\u00fcse, Wein und die \u00fcbrigen Sonderkulturen.<\/p>\n<p>Wesentlicher Grund f\u00fcr die ungew\u00f6hnlich niedrige Ernte in 2007 ist der au\u00dfer\u00adgew\u00f6hnliche Witterungsverlauf w\u00e4hrend der Vegetationsperiode. Nach dem zun\u00e4chst sehr milden Winter ohne nennenswerte Frostsch\u00e4den starteten die Kulturen deutlich fr\u00fcher als \u00fcblich in die Vegetation. Es folgte jedoch eine ausgepr\u00e4gte Fr\u00fchjahrstrockenheit mit au\u00dfergew\u00f6hnlich hohen Temperaturen in entscheidenden Entwicklungs- und Wachstumsphasen im April und Mai. In den folgenden Monaten konnten die Kulturen zwar etwas aufholen, die Sch\u00e4digungen d\u00fcrften in den meisten F\u00e4llen jedoch irreversibel gewesen sein. W\u00e4hrend der Ernte sorgten immer wieder einsetzende Nieder\u00adschl\u00e4ge f\u00fcr Ernte\u00adunter\u00adbrechungen, vielerorts knickten Halme und \u00c4hren um, die nicht mehr geerntet werden konnten. F\u00fcr die Bauern sind deshalb die deutlich \u00fcber dem Vorjahr liegenden Erzeuger\u00adpreise wichtig, um Ertragseinbu\u00dfen und witterungsbedingt h\u00f6here Erntekosten aufzufangen.<\/p>\n<p><b>F\u00fcr die einzelnen Getreidearten stellt sich das Bild wie folgt dar:<\/b> <br \/>Bei der <b>Wintergerstenernte<\/b> ist 2007 mit 8 Millionen Tonnen ein deutlicher R\u00fcckgang der Erntemenge zu verzeichnen. Der um 12 Prozent niedrigere Ertrag und ein leichter Fl\u00e4chen\u00adr\u00fcckgang (minus 3 Prozent) haben dazu gef\u00fchrt, dass die Erntemengen um 14,5 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr zur\u00fcckging. Die Wintergerste hat damit erwartungsgem\u00e4\u00df am st\u00e4rksten unter der Fr\u00fchjahrstrockenheit gelitten. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Entwicklungsstadiums konnten Trockensch\u00e4den nicht mehr kompensiert werden.<\/p>\n<p>Deutlich geht auch die Entemenge f\u00fcr <b>Sommergerste<\/b> zur\u00fcck. Ein um 8,6 Prozent geringerer Ertrag gegen\u00fcber dem Vorjahr &#8211; verst\u00e4rkt durch einen R\u00fcckgang der Anbaufl\u00e4che um 8,5 Prozent &#8211; l\u00e4sst die Erntemenge auf 2,1 Millionen Tonnen zur\u00fcckgehen. Gegen\u00fcber dem Vorjahr bedeutet dies einen deutlichen R\u00fcckgang in H\u00f6he von 16 Prozent. Die Qualit\u00e4ten sind regional unterschiedlich, sie sind aber f\u00fcr Braugerste, dem wesentlichen Verwendungs\u00adzweck der Sommergerste, in der Regel ausreichend. Vielfach war die Sommergerste zu Beginn der Fr\u00fchjahrstrockenheit ausges\u00e4t worden, so dass die Saat\u00adk\u00f6rner nicht aufliefen oder die jungen Pflanzen nur unzureichend ertragsbildende Organe ausbilden konnten.<\/p>\n<p>Die <b>Roggenernte<\/b> liegt \u00fcber 350.000 Tonnen und damit etwa 14 Prozent \u00fcber dem Vorjahr. Grund ist eine starke Anbauausdehnung dieses Brotgetreides um 25,1 Prozent, allerdings konnte aufgrund des um 9 Prozent niedrigeren Hektarertrages die Ertragsmenge nicht im gleichen Umfang ge\u00adsteigert werden. Der immer wieder die Ernte unterbrechende Regen hat insbesondere bei sp\u00e4ter geernteten Partien vereinzelt zu Qualit\u00e4tsverlusten gef\u00fchrt, insgesamt wird die Qualit\u00e4t jedoch zur Verwendung als Brotgetreide als ausreichend angesehen.<\/p>\n<p>Besonders gro\u00df ist die Entt\u00e4uschung \u00fcber die Ergebnisse bei der Ernte von <b>Weizen<\/b>, der wichtigsten Getreideart in Deutschland. Die Erntemenge wird etwa bei 20 Millionen Tonnen liegen, knapp 10 Prozent unter der schon unterdurchschnittlichen Vorjahresernte. Vor der Ernte war vielfach noch von einem Ertrag ausgegangen worden, der auf Vorjahres\u00adniveau lag. Die Niederschl\u00e4ge im Mai und Juni konnten die Pflanzen augen\u00adscheinlich gut nutzen, die Best\u00e4nde pr\u00e4sentierten sich gut. Um so gr\u00f6\u00dfer war die Ent\u00adt\u00e4uschung, als die M\u00e4h\u00addrescher die Best\u00e4nde ernteten. Zus\u00e4tzlich erschwerten die ergiebigen Niederschl\u00e4ge die Ernte, weil vielfach die Halme umknickten und Lager\u00adgetreide entstand. Die Aussagen zur Backqualit\u00e4t lassen bislang auf ausreichende Quali\u00adt\u00e4ten schlie\u00dfen. Allerdings erreichen sp\u00e4t geerntete Partien nicht immer die erforder\u00adlichen Qualit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Unter der ungew\u00f6hnlichen Witterung hat auch der <b>Winterraps<\/b> gelitten. Trotz einer Aus\u00addehnung des Anbaus um knapp 9 Prozent auf 1,5 Millionen Hektar blieb die Erntemenge mit 5 Millionen Tonnen um 5 Prozent hinter dem Vorjahr zur\u00fcck. Der fr\u00fche Vegetationsstart hatte den Raps bis zu 3 Wochen fr\u00fcher als \u00fcblich bl\u00fchen lassen, Sp\u00e4tfr\u00f6ste trafen ihn dann in dieser empfindlichen Entwicklungsphase. In Verbindung mit der Trockenheit im Fr\u00fchjahr f\u00fchrte dieser zu geringem Ertrag und im Vergleich zu den Vorjahren niedrigen \u00d6lgehalten.<\/p>\n<p>Die durchschnittlichen Ernteertr\u00e4ge f\u00fcr Deutschland insgesamt verm\u00f6gen nicht die <b>regional unterschiedliche Erntesituation<\/b> widerzuspiegeln. W\u00e4hrend in Bayern insbesondere bei Weizen Ertr\u00e4ge \u00fcber dem Vorjahr geerntet wurden, hatte Virus\u00adbefall in Niedersachsen und Schleswig-Holstein erhebliche Ertragseinbussen zur Folge. In Th\u00fcringen und Sachsen-Anhalt sind die Ernten in einigen Landkreisen nachhaltig durch hohen M\u00e4usebefall gesch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Die <b>R\u00fcbenertr\u00e4ge<\/b> 2007 &#8211; gemessen an den Ertr\u00e4gen der Proberodungen &#8211; liegen zurzeit in allen Regionen \u00fcber dem Mittelwert der Vorjahre (2002 bis 2006): in Schleswig-Holstein um 21 Prozent, in Sachsen-Anhalt um 19 bis 25 Prozent, in Niedersachsen um 17 bis 31 Prozent, in Nordrhein-Westfalen um 24 bis 34 Prozent, in Brandenburg um 33 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern um 47 Prozent. Trotz starken Massenwachstums sind die Zuckergehalte, soweit sie bisher festgestellt wurden, bislang auf durchschnittlichem Niveau (13,8 bis 15 Prozent). Damit liegt allerdings der momentane Zuckerertrag deutlich \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel: im Rheinland um 23 bis 33 Prozent, in Ostwestfalen um 27 Prozent, in Sachsen-Anhalt und in Brandenburg immerhin um 20 Prozent. <\/p>\n<p>Die niedrige Getreidernte 2007 wird f\u00fcr die Landwirte durch die gestiegenen Preise umsatzm\u00e4\u00dfig kompensiert. Gegen\u00fcber dem Vorjahr sind die Preise f\u00fcr alle Getreidearten deutlich gestiegen, w\u00e4hrend die Preise f\u00fcr Raps einer solchen Entwicklung nicht folgen konnten. <\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/trockenheit-aktuelle-einschaetzungen-der-zmp\/\" >2007-05-05<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zmp-raps-weltweit-knapp\/\" >2007-07-09<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-rapsertrag-enttaeuschend\/\" >2006-08-23<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>F&uuml;r die deutschen Ackerbauern geht eine mengenm&auml;&szlig;ig entt&auml;uschende Getreide- und Rapsernte zu Ende, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilt. 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