{"id":10371,"date":"2007-08-24T00:00:00","date_gmt":"2007-08-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070824-06n"},"modified":"2007-08-24T00:00:00","modified_gmt":"2007-08-23T22:00:00","slug":"gentechnik-verspricht-designerbenzin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gentechnik-verspricht-designerbenzin\/","title":{"rendered":"Gentechnik verspricht Designerbenzin"},"content":{"rendered":"<p><b>Die junge Biotechnologiefirma <a href=\"http:\/\/www.ls9.com\/\" >LS9<\/a> aus dem kalifornischen San Carlos hat nach eigenen Angaben eine Methode entwickelt, mit der gentechnisch ver\u00e4nderte Bakterien dazu gebracht werden k\u00f6nnen, Kohlenwasserstoffe zu produzieren, aus denen sich dann Treibstoffe gewinnen lassen wie heute aus Roh\u00f6l.<\/b><\/p>\n<p>LS9 wurde von Harvard-Genetiker George Church und dem Stanford-Pflanzenbiologen Chris Somerville gegr\u00fcndet. Auf einer Konferenz der Society for Industrial Microbiology (<a href=\"http:\/\/www.simhq.org\/\" >SIM<\/a>) Ende Juli berichtete das Unternehmen \u00fcber seine Entwicklungen. Es sei gelungen, verschiedene Bakterien, darunter E. coli, gentechnisch so zu ver\u00e4ndern, dass sie quasi &#8220;auf Bestellung&#8221; Kohlenwasserstoffketten produzieren. Um dies zu erreichen, verwendet die Firma Werkzeuge aus der synthetischen Biologie, um die genetischen Eigenschaften von Bakterien, Pflanzen und Tieren zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>&#8220;Ich bin von der Arbeit sehr beeindruckt&#8221;, kommentiert James Collins, Co-Direktor des <a href=\"http:\/\/www.bu.edu\/cab\/\" >Center for Advanced Biotechnology<\/a> an der Boston University. Die Nutzung der synthetischen und systemischen Biologie, um Kohlenwasserstoff-produzierende Bakterien herzustellen, sei &#8220;hochinnovativ&#8221;.<\/p>\n<p>In einigen F\u00e4llen verwendeten die LS9-Forscher auch Standard-DNA-Techniken, um den Mikroorganismen Gene zuzusetzen. In anderen F\u00e4llen wurden wiederum bekannte Gene im Computer neu gestaltet und dann synthetisiert. Die sich daraus ergebenden modifizierten Bakterien scheiden dann Kohlenwasserstoffmolek\u00fcle aus \u2013 mit einer molekularen Struktur, wie sie die Firma ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Der Biochemiker Stephen del Cardayre, LS9-Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Forschung und Entwicklung, ist \u00fcberzeugt, dass sein Unternehmen hunderte verschiedener Kohlenwasserstoffmolek\u00fcle herstellen kann. Dies erg\u00e4be unter anderem Roh\u00f6l ohne die unerw\u00fcnschten Schwefelverunreinigungen. Das Produkt k\u00f6nne dann ebenso wie Erd\u00f6l von herk\u00f6mmlichen Raffinerie verarbeitet werden.<\/p>\n<p>LS9 verwendet aktuell Zucker aus Mais als Nahrungsquelle f\u00fcr seine Bakterien. Mit der f\u00fcr die Zukunft anvisierten Biomasseherstellung aus Zellulose hofft Del Cardayre, bis zu 19.000 Liter Sprit\u00f6l pro Hektar Anbaufl\u00e4che erzeugen zu k\u00f6nnen &#8211; Die Erzeugung synthetischer Kraftstoffe in Biomass-to-Liquid-Verfahren beispielsweise ergibt rund 3.900 Liter Kraftstoff\u00e4quivalent pro Hektar. Im Vergleich zu Bio-Ethanol sollen die Kohlenwasserstoff-Treibstoffe bis zu 30 Prozent mehr Energie enthalten. Zudem soll in der Produktion weniger Energie ben\u00f6tigt werden. Ethanol aus Hefe muss zun\u00e4chst destilliert werden, um Wasser zu entziehen \u2013 das macht 65 Prozent mehr Energiebedarf.<\/p>\n<p>Bereits 2008 will LS9 eine Pilotanlage in Kalifornien bauen. In drei bis f\u00fcnf Jahren soll das Verfahren marktreif sein.<\/p>\n<p><b>Weitere Firmen setzen auf \u00e4hnliche Konzepte<\/b><br \/>Eine weitere in Kalifornien beheimatete Firma, <a href=\"http:\/\/www.amyrisbiotech.com\/\" >Amyris Biotechnologies<\/a>, nutzt ebenfalls Pflanzen- und Tiergene, um mit Mikroorganismen erneuerbare Kohlenwasserstoff-basierte Designer-Treibstoffe zu schaffen. Laut Entwicklungschef und Mitgr\u00fcnder Neil Renninger ist der Hauptunterschied zwischen den Ans\u00e4tzen der beiden Firmen, dass LS9 an einem Bioroh\u00f6l arbeite. Amyris dagegen wolle Treibstoffe herstellen, die nur wenige oder gar keine Verarbeitungsschritte mehr ben\u00f6tigen \u2013 sprich: Benzin aus Bakterien. Auch Amyris will eine Pilotproduktionsanlage aufbauen, sie soll Ende n\u00e4chsten Jahres fertig sein. Mit der kommerziellen Produktion will man ebenso wie LS9 in drei bis f\u00fcnf Jahren beginnen. <\/p>\n<p>Der Genforscher Craig Venter, Mitbegr\u00fcnder und Chef von <a href=\"http:\/\/www.syntheticgenomics.com\/\" >Synthetic Genomics<\/a>, arbeitet ebenfalls an Biotechnologieverfahren zur Verbesserung der Treibstoffproduktion und begr\u00fc\u00dft die parallelen Entwicklungen ausdr\u00fccklich: &#8220;Wir brauchen Hunderte, wenn nicht Tausende verschiedener L\u00f6sungen.&#8221; So arbeiteten seines Wissens nach allein ein Dutzend Forschergruppen und Labore an Biotreibstoffen aus Bakterien auf Zuckerbasis. Auch Venter will Mikroorganismen herstellen, die Treibstoff produzieren. <\/p>\n<p><i>Zum Beitrag &#8220;Benzin aus Bakterien&#8221; des <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tr\/artikel\/94306\/0\/102\" >Technology Review<\/a> vom 2007-08-14.<\/i><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/produzieren-bakterien-bald-biodiesel\/\" >2006-10-18<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ufifas-researchers-biomass-to-ethanol-technology-could-help-replace-half-of-auto-fuel-in-u-s\/\" >2005-05-11<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/raketentreibstoff-aus-escherichia-coli-bakterien\/\" >2004-02-04<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die junge Biotechnologiefirma LS9 aus dem kalifornischen San Carlos hat nach eigenen Angaben eine Methode entwickelt, mit der gentechnisch ver&auml;nderte Bakterien dazu gebracht werden k&ouml;nnen,<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10371","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10371","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10371"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10371\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10371"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10371"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10371"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10371"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}