{"id":103678,"date":"2022-01-28T07:35:00","date_gmt":"2022-01-28T06:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=103678"},"modified":"2022-01-24T13:09:22","modified_gmt":"2022-01-24T12:09:22","slug":"finale-klimabilanz-2020-emissionen-sanken-um-41-prozent-gegenuber-1990","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/finale-klimabilanz-2020-emissionen-sanken-um-41-prozent-gegenuber-1990\/","title":{"rendered":"Finale Klimabilanz 2020: Emissionen sanken um 41 Prozent gegen\u00fcber 1990"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"400\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/braunkohlekraftwerk_braunkohletagebau_garzweiler_quelle_teteline_fotolia_72513328_m_1.jpg\" alt=\"Gut f\u00fcrs Klima: Kohlestrom wird in Deutschland zunehmend durch Strom aus Wind und Sonne ersetzt.\" class=\"wp-image-103691\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/braunkohlekraftwerk_braunkohletagebau_garzweiler_quelle_teteline_fotolia_72513328_m_1.jpg 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/braunkohlekraftwerk_braunkohletagebau_garzweiler_quelle_teteline_fotolia_72513328_m_1-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/braunkohlekraftwerk_braunkohletagebau_garzweiler_quelle_teteline_fotolia_72513328_m_1-150x75.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/braunkohlekraftwerk_braunkohletagebau_garzweiler_quelle_teteline_fotolia_72513328_m_1-768x384.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/braunkohlekraftwerk_braunkohletagebau_garzweiler_quelle_teteline_fotolia_72513328_m_1-400x200.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Gut f\u00fcrs Klima: Kohlestrom wird in Deutschland zunehmend durch Strom aus Wind und Sonne ersetzt. Quelle: Teteline \/ Fotolia.com<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>2020 wurden in Deutschland insgesamt 728,7 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente ausgesto\u00dfen. Das sind rund 71 Millionen Tonnen bzw. 8,9 Prozent weniger als 2019 und 41,3 Prozent weniger im Vergleich mit 1990. Dies zeigen die Ergebnisse der finalen Berechnungen, die das Umweltbundesamt (UBA) an die Europ\u00e4ische Kommission \u00fcbermittelt hat. Am deutlichsten sind die Emissionen in der Energiewirtschaft zur\u00fcckgegangen. Mit 407,4 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalenten im Nicht-EU-Emissionshandelsbereich (v. a. Verkehr und Geb\u00e4ude) h\u00e4lt Deutschland 2020 sein Budget aus der Lastenteilungsentscheidung (Effort-Sharing-Decision, ESD) wieder ein. Jedoch kann der geringe \u00dcberschuss von 3,5 Millionen Tonnen nicht das kumulierte Defizit der Vorjahre ausgleichen. Deutschland muss daher Emissionsberechtigungen von anderen Mitgliedstaaten zukaufen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Patrick Graichen, Staatssekret\u00e4r Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und \u2060Klimaschutz\u2060: &#8220;Wir stehen vor einer enormen klimapolitischen Herausforderung. Wir m\u00fcssen das Tempo erh\u00f6hen und die Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft aktiv gestalten. Die Klimaziele erfordern bis 2030 fast eine Verdreifachung der bisherigen Geschwindigkeit der Emissionsminderung. Zur k\u00fcnftigen Einhaltung der Jahresemissionsmengen im Klimaschutzgesetz sind zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen die alle Sektoren betreffen dringend erforderlich. Mit dem Start des Klimaschutz-Sofortprogramm bringen wir jetzt alle notwendigen Gesetze und Ma\u00dfnahmen daf\u00fcr auf den Weg.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Dirk Messner, Pr\u00e4sident des \u2060UBA\u2060: \u201eDie Coronakrise hat 2020 die Emissionen stark sinken lassen. Das wird aber nicht von Dauer sein, denn 2021 stiegen die Emissionen nach unseren ersten Prognosen wieder an. Um Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen, brauchen wir daher mehr Energie aus Wind und Sonne, mehr Elektromobilit\u00e4t und eine W\u00e4rmewende hin zu erneuerbaren Energien sowie eine grundlegende Transformation der Industrieproduktion. Die ersten Schritte sind dazu getan, jetzt m\u00fcssen alle Ressorts an die Umsetzung gehen.\u201c <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das UBA wird seine vollst\u00e4ndige \u2060Prognose\u2060 der CO\u2082-Emissionen 2021 am 15. M\u00e4rz 2022 ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2020 konnte die Energiewirtschaft ihre Treibhausgasemissionen 2020 deutlich reduzieren, und zwar um 38,1 Millionen Tonnen oder 15,2 Prozent. Besonders stark ging der Einsatz von Stein- und Braunkohlen zur\u00fcck. Die Nutzung von emissions\u00e4rmerem Erdgas nahm dagegen aufgrund von gesunkenen Gaspreisen und vergleichsweise hohen CO\u2082-Zertifikatspreisen leicht zu. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energietr\u00e4gern stieg insbesondere durch die g\u00fcnstige \u2060Witterung\u2060 f\u00fcr die Windenergie an Land ebenfalls an. Aufgrund der Corona-Krise sank der Stromverbrauch. Das f\u00fchrte in der Summe zu einem unerwartet hohen Emissionsr\u00fcckgang, obwohl Ende 2019 das Kernkraftwerk Philippsburg 2 vom Netz ging und damit die aus Kernenergie erzeugte Strommenge sank. Den deutlichsten Emissionsr\u00fcckgang verzeichnete die Braunkohle. Im Laufe des Jahres 2019 wurden weitere Kraftwerksbl\u00f6cke in die Sicherheitsbereitschaft \u00fcberf\u00fchrt. Das wirkte sich noch 2020 emissionsmindernd aus. Die Stromerzeugung aus Steinkohle ging trotz eines erheblichen R\u00fcckgangs im Vorjahr und der Inbetriebnahme des Kraftwerkes Datteln 4 in 2020 noch einmal deutlich zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Emissionen der Haushalte stiegen um 0,3 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente bzw. 0,3 Prozent, w\u00e4hrend die Emissionen aus Gewerbe, Handel und Dienstleistungen um zwei Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente bzw. 7,0 Prozent sanken. Emissionsmindernd wirkte sich der Lock-Down aus, als Restaurants, Theater, Schwimmb\u00e4der etc. geschlossen blieben. Dem entgegen wirkte ein leicht erh\u00f6hter Heiz\u00f6labsatz, aufgrund der vergleichsweise g\u00fcnstigen Preise und des f\u00fcr 2021 angek\u00fcndigten nationalen Brennstoffemissionshandels. Allerdings fiel dieser Lagerhaltungseffekt deutlich niedriger aus als im Jahr 2019.<\/p>\n\n\n\n<p>Die CO\u2082-Emissionen des Verkehrs sanken f\u00fcr das Jahr 2020 gegen\u00fcber 2019 deutlich, obwohl der Bestand an Pkw im 13. Jahr in Folge weiter zugenommen hat. Mit 147,2 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalenten liegen die Verkehrsemissionen um knapp elf Prozent unter 2019 und damit wieder unterhalb des Wertes von 1990. Die Emissionen des Pkw-Verkehrs sind gegen\u00fcber dem Vorjahr sogar um 13 Prozent gesunken. Der Gro\u00dfteil dieser Minderung ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass bedingt durch die Corona-Pandemie im Schnitt deutlich weniger gefahren wurde. In deutlich geringerem Umfang haben mehr Elektro-PKW und h\u00f6here Beimischungen von Biokraftstoffen zum Emissionsr\u00fcckgang beigetragen. Die \u2060Fahrleistung\u2060 der Lkw lag trotz Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr nur wenig niedriger und die Emissionen der Nutzfahrzeuge gingen um f\u00fcnf Prozent zur\u00fcck. Die Emissionen des inl\u00e4ndischen Flugverkehrs gingen prozentual deutlich zur\u00fcck (-53 Prozent).<\/p>\n\n\n\n<p>Die sogenannten \u201ediffusen\u201c Treibhausgasemissionen, z. B. durch die Freisetzung von Grubengas, sanken gegen\u00fcber dem Vorjahr um 0,4 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente oder 5,1 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutliche R\u00fcckg\u00e4nge gab es auch bei industriellen Prozessen. Hier sanken die Emissionen um \u00fcber sieben Prozent bzw. 4,3 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente. Hier spielen Konjunktureffekte in Folge der Corona-Krise eine wichtige Rolle, die in den Branchen allerdings unterschiedlich ausfielen. Die deutlichste Minderung gab es in der Stahlindustrie, wo die Rohstahlerzeugung stark zur\u00fcckging. Im produzierenden Gewerbe gab es \u00fcberwiegend leichte Emissionsr\u00fcckg\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Landwirtschaft sanken die Treibhausgasemissionen ebenfalls leicht um 0,8 Millionen Tonnen auf 56,1 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente. Hier setzt sich der \u2060Trend\u2060 der vergangenen Jahre fort. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind ein vergleichsweise geringer Einsatz von Minerald\u00fcnger, sinkende Rinderbest\u00e4nde und die erneut trockene \u2060Witterung\u2060.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Emissionen nach Treibhausgasen<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit fast 88 Prozent dominiert auch 2020 Kohlendioxid (CO\u2082) die Treibhausgasemissionen \u2013 gr\u00f6\u00dftenteils aus der Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger. Die \u00fcbrigen Emissionen verteilen sich auf Methan (CH\u2084) mit 6,7 Prozent und Lachgas (N\u2082O) mit knapp vier Prozent, dominiert durch den Bereich der Landwirtschaft. Gegen\u00fcber 1990 sanken die Emissionen von Kohlendioxid um 39,2 Prozent, Methan um 58,7 Prozent und Lachgas um 51,4 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Fluorierte Treibhausgase (F-Gase) verursachen insgesamt nur etwa 1,7 Prozent der Treibhausgasemissionen, haben aber zum Teil sehr hohes Treibhauspotenzial. Seit 1995 sind die fluorierten Treibhausgasemissionen um 28,9 Prozent gesunken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund: Lastenteilungsentscheidung (Effort-Sharing-Decision, ESD)<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit den Rechtsvorschriften zur Lastenteilung wurden f\u00fcr die EU-Mitgliedstaaten verbindliche Jahresziele f\u00fcr die Reduzierung der Treibhausgasemissionen in den Zeitr\u00e4umen 2013-2020 und 2021-2030 festgelegt. Diese Ziele betreffen Emissionen aus den meisten Sektoren, die nicht unter das EU-Emissionshandelssystem fallen, so die Sektoren Verkehr, Geb\u00e4ude, Landwirtschaft und Abfall, aber auch Teile des Industriesektors.<\/p>\n\n\n\n<p>Die genaue Berechnung der f\u00fcr die ESD relevanten Emissionen und damit auch der n\u00f6tigen Zuk\u00e4ufe von Zertifikaten aus anderen Mitgliedstaaten erfolgt durch die EU-Kommission. Neben Gutschriften aus Vorjahren und einem Zukauf von Zertifikaten kann eine \u00dcberschreitung auch mit den Einsparungen im Jahr 2020 verrechnet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die \u00c4nderungen gegen\u00fcber der ver\u00f6ffentlichten ersten Sch\u00e4tzung der THG-Emissionen f\u00fcr 2020 (siehe Pressemitteilung 07\/2021 vom 15.03.2020) gehen auf Aktualisierungen der damals nur vorl\u00e4ufigen statistischen Informationen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Die offizielle Sch\u00e4tzung f\u00fcr die Emissionen 2021 wird das UBA gem\u00e4\u00df Klimaschutzgesetz Mitte M\u00e4rz 2022 vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"400\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/entwicklung_der_thg-emissionen_bis_2020.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-103690\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/entwicklung_der_thg-emissionen_bis_2020.jpg 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/entwicklung_der_thg-emissionen_bis_2020-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/entwicklung_der_thg-emissionen_bis_2020-150x75.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/entwicklung_der_thg-emissionen_bis_2020-768x384.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/entwicklung_der_thg-emissionen_bis_2020-400x200.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Entwicklung der THG-Emissionen bis 2020 Quelle: Umweltbundesamt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2020 wurden in Deutschland insgesamt 728,7 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente ausgesto\u00dfen. 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