{"id":10289,"date":"2007-07-13T00:00:00","date_gmt":"2007-07-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070713-08n"},"modified":"2007-07-13T00:00:00","modified_gmt":"2007-07-12T22:00:00","slug":"biomassenutzung-umweltrat-mahnt-zur-vorsicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomassenutzung-umweltrat-mahnt-zur-vorsicht\/","title":{"rendered":"Biomassenutzung: Umweltrat mahnt zur Vorsicht"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Sachverst\u00e4ndigenrat f\u00fcr Umweltfragen (<a href=\"http:\/\/www.umweltrat.de\/\" >SRU<\/a>) hat am 12. Juli sein Sondergutachten &#8220;Klimaschutz durch Biomasse&#8221; vorgestellt und der Bundesregierung empfohlen, die staatliche F\u00f6rderung f\u00fcr den Bioenergiesektor st\u00e4rker auf ihre Klimaschutzziele auszurichten. Der SRU begr\u00fc\u00dft ausdr\u00fccklich die anspruchsvollen Klimaschutzziele der Bundesregierung. Die Biomasse kann dabei eine wichtige Rolle spielen, aber sie ist keine unersch\u00f6pfliche Ressource.<\/b><\/p>\n<p>So k\u00f6nnen bis 2030 nur etwa 10% des Prim\u00e4renergieverbrauchs in Deutschland durch hier angebaute Biomasse abgedeckt werden, wenn dabei Umwelt- und Naturschutzgesichtspunkte angemessen ber\u00fccksichtigt werden. Ratsmitglied Prof. Dr. Martin Faulstich stellte dazu fest: &#8220;Biomasse ist eine knappe Ressource und sollte daher m\u00f6glichst wirksam f\u00fcr den Klimaschutz eingesetzt werden.&#8221;<\/p>\n<p><b>Vorrang f\u00fcr W\u00e4rme und Strom aus Biomasse<\/b><br \/>In seinem Sondergutachten belegt der SRU, dass Biomasse in der W\u00e4rme- sowie gekoppelten W\u00e4rme- und Stromerzeugung bis zu dreimal effizienter und wesentlich kosteng\u00fcnstiger eingesetzt werden kann als bei der Erzeugung der derzeit genutzten Biokraftstoffe Biodiesel und Bioethanol (Biokraftstoffe der ersten Generation). Dies gilt insbesondere, wenn Kohle durch Biomasse ersetzt wird. W\u00e4rme und Strom sollten daher bei der Biomassef\u00f6rderung Vorrang vor Biokraftstoffen erhalten.<\/p>\n<p>Die derzeitige F\u00f6rderlandschaft f\u00fcr Bioenergien ist nach Ansicht des SRU nicht geeignet, die Priorit\u00e4ten richtig zu setzen. Die f\u00fcr 2020 geplante hohe europ\u00e4ische Biokraftstoffquote von 10% und das entsprechende nationale Ausbauziel von 17% wird die verf\u00fcgbare Biomasse in den Verkehrsbereich lenken und damit die Wirksamkeit der F\u00f6rderma\u00dfnahmen des EEG schw\u00e4chen sowie einen umweltpolitisch schwer kontrollierbaren Importsog auf Kosten der nat\u00fcrlichen Ressourcen in Drittl\u00e4ndern ausl\u00f6sen. Der Vorsitzende des SRU Prof. Dr. Hans-Joachim Koch, erkl\u00e4rte dazu: &#8220;In der Gesamtbilanz k\u00f6nnte man mit anderen Priorit\u00e4ten mehr Klimaschutz zu niedrigeren Vermeidungskosten f\u00fcr Steuerzahler, Autofahrer und Stromkunden erreichen.&#8221;<\/p>\n<p><b>Umweltauflagen in der Landwirtschaft konsequent umsetzen<\/b><br \/>In Deutschland ist durch den Ausbau der nachwachsenden Rohstoffe mit einem vermehrten D\u00fcngemittel- und Pestizideinsatz vor allem in den gro\u00dffl\u00e4chigen Raps- und Maisanbaumonokulturen und einer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft zu rechnen. Risiken ergeben sich auch aus der dem Klimawandel verbundenen Wasserknappheit. Um Umweltsch\u00e4den zu vermeiden, m\u00fcssen die bestehenden Umweltauflagen f\u00fcr die Landwirtschaft konsequent umgesetzt und in Einzelpunkten weiterentwickelt werden. <\/p>\n<p>Die stellvertretende Ratsvorsitzende, Prof. Dr. Christina von Haaren, dazu: &#8220;Insbesondere der Umbruch von Gr\u00fcnland muss strenger unterbunden werden, da durch ihn der Verlust der Artenvielfalt verst\u00e4rkt und in erheblichem Ma\u00dfe Klimagase freigesetzt werden.&#8221;<\/p>\n<p>Nach Auffassung des SRU m\u00fcssen die negativen Klimafolgen von Landnutzungs\u00e4nderungen und der Freisetzung hochwirksamer Klimagase wie Methan und Lachgas aus der Landwirtschaft systematisch in Betracht gezogen werden. Dazu sagte Prof. Faulstich: &#8220;Nur durch belastbare \u00d6kobilanzen l\u00e4sst sich abschlie\u00dfend beurteilen, ob der Verwendungspfad tats\u00e4chlich einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.&#8221;<\/p>\n<p><b>Biomasseimporte gef\u00e4hrden Tropenw\u00e4lder<\/b><br \/>Der bevorstehende Importsog f\u00fcr Biokraftstoffe erh\u00f6ht unter anderem den Nutzungsdruck auf sch\u00fctzenswerte Tropenw\u00e4lder in S\u00fcdostasien und S\u00fcdamerika. Deren weitere Abholzung w\u00fcrde nicht nur wertvolle Naturressourcen vernichten, sondern w\u00e4re auch klimapolitisch kontraproduktiv. Der SRU begr\u00fc\u00dft daher die Bem\u00fchungen von Bundesregierung und EU auf dem schwierigen Weg, in internationalen Abkommen Mindeststandards f\u00fcr den Biomasseanbau zu finden.<\/p>\n<p>Den anstehenden Biomasseaktionsplan sowie das geplante Artikelgesetz zum Klimaschutz erachtet der SRU als Chance, das derzeitige F\u00f6rderinstrumentarium zur Markteinf\u00fchrung auf den Pr\u00fcfstand zu stellen und im Lichte der Klimapolitik der Bundesregierung zu modifizieren. Vor allem das Ausbauziel f\u00fcr Biokraftstoffe sollte zugunsten der anderen Verwendungen nach unten korrigiert werden. Der SRU empfiehlt, dass mittelfristig die Biomassef\u00f6rderung in einem auf alle Sektoren erweiterten und grunds\u00e4tzlich reformierten Emissionshandel auf der ersten Handelsstufe (H\u00e4ndler, Importeure) erfolgt. Messlatte f\u00fcr die F\u00f6rderung sollte dann der Zertifikatpreis f\u00fcr ein strenges Klimaschutzziel von 40% CO<sub>2<\/sub>-Emissionseinsparung bis 2020 und von bis zu 80% bis 2050 sein.<\/p>\n<p>Das Sondergutachten &#8220;Klimaschutz durch Biomasse&#8221; kann &#8220;hier&#8221; (PDF-Dokument, 1,4 MB) heruntergeladen werden. Eine Kurzfassung steht &#8220;hier&#8221; (PDF-Dokument) zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Dr. Christian Hey<br \/>Tel.: 030-26 36 96\u20130<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nuernberger-erklaerung-ehrgeizige-ziele-zum-ausbau-nachwachsender-rohstoffe-festgelegt\/\" >2007-03-13<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/klimagasemissionen-von-bioenergienutzungen-im-vergleich\/\" >2007-06-22<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/studie-biotreibstoffe-als-klimakiller-und-naturzerstoerer\/\" >2006-11-03<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Sachverst&auml;ndigenrat f&uuml;r Umweltfragen (SRU) hat am 12. 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