{"id":102732,"date":"2022-01-12T07:26:00","date_gmt":"2022-01-12T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=102732"},"modified":"2022-01-06T13:40:47","modified_gmt":"2022-01-06T12:40:47","slug":"t-shirts-fur-den-komposthaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/t-shirts-fur-den-komposthaufen\/","title":{"rendered":"T-Shirts f\u00fcr den Komposthaufen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>So einfach kann das sein: T-Shirt lang genug getragen, gef\u00e4llt nicht mehr &#8211; ab auf den Kompost. In sechs bis zw\u00f6lf Monaten soll sich der Stoff zersetzen und im Boden in Wohlgefallen aufl\u00f6sen. Zur\u00fcck zu Mutter Erde. Damit wirbt zum Beispiel die Schweizer Modemarke Calida f\u00fcr ihrer Produktlinie &#8220;100% Nature&#8221;. M\u00f6glich wird das, weil Bustiers, Unterhosen und T-Shirts aus der Faser &#8220;Tencel&#8221; gewebt sind und die aus Holz hergestellt wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kreislaufwirtschaft ist das Ziel<\/h3>\n\n\n\n<p>Damit ist der Unterw\u00e4sche-Hersteller aber nicht allein im wachsenden Markt der nachhaltigen Mode. Auch die Jeansmarken Lee und Closed werben mit kompostierbaren Jeans. Synthetische Fasern wie Elastan, die sonst 100 Jahre brauchen, um sich aufzul\u00f6sen, werden durch die biologisch abbaubare Faser &#8220;Coreva&#8221; ersetzt. Auch die soll sich innerhalb von sechs Monaten zersetzen. Und auf nicht kompostierbare Anteile wie Nieten oder Rei\u00dfverschl\u00fcsse wird verzichtet, oder sie k\u00f6nnen wie bei Lee abgenommen werden. Mittlerweile gibt es vom britischen Unternehmen Hedo\u00efne sogar aus biologischen Materialien gefertigte Alternativen zu Nylon-Strumpfhosen, die zum Beispiel aus Seetang entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Stellt sich die Frage, ob das der richtige Weg ist, um Mode wirklich nachhaltig zu machen. Tats\u00e4chlich scheint an herk\u00f6mmlicher Mode kaum etwas umweltfreundlich zu sein: F\u00e4rben, Bleichen, die Herstellung synthetischer Fasern auf Erd\u00f6lbasis, Waschen mit einem hohen Energieaufwand und Wasserbedarf &#8211; all das macht die Kleiderproduktion zu einer schmutzigen Angelegenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Zertifizierung nach &#8220;Cradle to Cradle&#8221; &#8211; \u00fcbersetzt hei\u00dft das &#8220;von der Wiege zur Wiege zur\u00fcck&#8221; &#8211; versuchen Modefirmen gegenzusteuern. Damit gemeint: Die zertifizierten Produkte sind aus unsch\u00e4dlichen Materialien hergestellt und k\u00f6nnen am Ende in den Kreislauf der Natur zur\u00fcckgegeben oder immer wieder recycelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nora Sophie Griefahn von der gemeinn\u00fctzigen &#8220;Cradle to Cradle&#8221;-NGO sieht die biologische Abbaubarkeit nur als ein Kriterium. &#8220;F\u00fcr uns ist es wichtig, dass Unternehmen eine geschlossene Kreislaufwirtschaft entwickeln. Daf\u00fcr ist elementar, dass sie ihre Produkte so herstellen, dass sie nach der Nutzung auch wirklich in Kreisl\u00e4ufen gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.&#8221; Das hei\u00dft, sie sollen ohne Einsatz von sch\u00e4dlichen Chemikalien aus Materialien produziert sein, deren Partikel sich in der Umwelt biologisch abbauen. Nach ihrer Nutzung k\u00f6nnten sie im Sinne der Kreislaufwirtschaft mehrmals wiederverwertet werden oder ganz am Ende ihrer Nutzbarkeit ohne Belastungen f\u00fcr die Natur theoretisch im Boden zerfallen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kompostieren nur bedingt eine L\u00f6sung<\/h3>\n\n\n\n<p>Haben kompostierbare Stoffe tats\u00e4chlich eine Zukunft, oder sind sie doch nur ein Nischenprodukt? Auch f\u00fcr Textilexpertin Ellen Bendt von der Hochschule Niederrhein ist klar, dass Mode nachhaltiger werden muss. Allerdings eignen sich kompostierbare Textilien aus ihrer Sicht nicht als neuer Goldstandard. Tencel beziehungsweise Lycell seien zwar deutlich umweltfreundlicher als Baumwolle, aber hierzulande sei es gar nicht erlaubt, Bekleidung auf den Kompost zu werfen, so Bendt.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere biologisch abbaubare Fasern wie etwa Polymilchs\u00e4uren k\u00f6nnten sich ohne spezielle Kompostieranlagen gar nicht zersetzen, und die gebe es bisher nicht in Deutschland. Daher m\u00fcssten die bestehenden Sammel- und Sortiersysteme ausgebaut und angepasst und die Recyclingprozesse weiterentwickelt werden. &#8220;Was wesentlich sinnvoller w\u00e4re, ist, die Kleidungsst\u00fccke so lange wie m\u00f6glich wiederzuverwerten. Sonst geht jegliche Energie und Rohstoffe, die hineingesteckt wurden, verloren.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So einfach kann das sein: T-Shirt lang genug getragen, gef\u00e4llt nicht mehr &#8211; ab auf den Kompost. In sechs bis zw\u00f6lf Monaten soll sich der Stoff zersetzen und im Boden in Wohlgefallen aufl\u00f6sen. Zur\u00fcck zu Mutter Erde. Damit wirbt zum Beispiel die Schweizer Modemarke Calida f\u00fcr ihrer Produktlinie &#8220;100% Nature&#8221;. 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