{"id":10273,"date":"2007-07-19T00:00:00","date_gmt":"2007-07-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070719-01n"},"modified":"2007-07-19T00:00:00","modified_gmt":"2007-07-18T22:00:00","slug":"nova-bericht-dauerhaft-hoher-erdoelpreis-und-bald-neue-preisrekorde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-bericht-dauerhaft-hoher-erdoelpreis-und-bald-neue-preisrekorde\/","title":{"rendered":"nova-Bericht: Dauerhaft hoher Erd\u00f6lpreis und bald neue Preisrekorde?"},"content":{"rendered":"<p><b>Wirtschaftsexperten werden langsam nerv\u00f6s und sehen die Peak-Oil-Theorien best\u00e4tigt. &#8220;Die gro\u00dfen \u00d6lfelder der Welt drohen zu versiegen, spektakul\u00e4re Neuentdeckungen gibt es kaum noch. Die Nachfrage steigt aber weiter an. Und so w\u00e4chst die Angst vor einer neuen \u00d6lkrise&#8221;, so Claus Hecking in der Financial Times Deutschland (<a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/\" >FTD<\/a>) vom 2007-07-16. Biokraftstoffe und Biokunststoffe bekommen vor diesem Hintergrund zunehmend Chancen &#8211; wenn die Politik in den n\u00e4chsten Jahren f\u00fcr geeignete und verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen f\u00fcr Ausbau und Etablierung sorgt.<\/b><\/p>\n<p>Die Notierungen rasen seit Wochen auf ihre historischen H\u00f6chstzust\u00e4nde zu &#8211; und das im Sommer, ohne aktuelle politische Krisen und obwohl die Vorratslager voll sind wie lange nicht mehr. Laut Dora Borb\u00e9ly, \u00d6lexpertin der <a href=\"http:\/\/www.dekabank.de\/\" >Deka-Bank<\/a>, ist diese Entwicklung &#8220;fundamental getrieben&#8221;. Lucas Zeise, Finanzkolumnist der FTD, schreibt am 2007-07-17: &#8220;Schlie\u00dflich deutet der seit Jahren hohe und zuletzt steigende Preis darauf hin, dass der Markt die Zeit tats\u00e4chlicher Knappheit nahen sieht&#8230;, dass sich hier eine Pr\u00e4mie f\u00fcr die mittelfristige Knappheit des Rohstoffs einschleicht. Trifft dies zu, wird sie nie mehr verschwinden.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Entwicklung gibt es zwei einfache Gr\u00fcnde: Eine weiter wachsende Nachfrage und gleichzeitig immer gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten, die F\u00f6rdermengen zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Zur Zeit verfeuert die Weltwirtschaft t\u00e4glich durchschnittlich ca. 85 Mio. Barrel Erd\u00f6l &#8211; im Jahr 2000 waren es noch 77 Mio. Barrel. Die Internationale Energieagentur (<a href=\"http:\/\/www.iea.org\/\" >IEA<\/a>) erwartet im Jahr 2030 t\u00e4glich 116 Mio. Barrel. Es ist fraglich, ob diese Menge dann tats\u00e4chlich noch gef\u00f6rdert werden kann. &#8220;Die Epoche der richtig gro\u00dfen Felder ist vorbei&#8221;, sagt der Geologe Hilmar Rempel, Erd\u00f6lexperte bei der Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften und Rohstoffe (<a href=\"http:\/\/www.bgr.bund.de\/\" >BGR<\/a>), &#8220;und es wird schwer, dies voll zu kompensieren.&#8221; Gr\u00f6\u00dfere Neufunde gibt es kaum noch, drei Viertel des heute gef\u00f6rderten Erd\u00f6ls stammen aus Feldern, die vor 1980 entdeckt wurden.<\/p>\n<p>Dass es ernst wird, zeigt sich auch in aktuellen Aussagen der sonst eher beschwichtigenden Internationalen Energieagentur (IEA), die Anfang Juli 2007 vor einer neuen \u00d6lkrise in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren warnte. Sie extrapolierte die aktuellen Trends: kr\u00e4ftige wachsende Nachfrage und wenig steigende F\u00f6rderung. Demnach \u00fcbersteigt bereits im Jahr 2012 die Nachfrage das Angebot &#8211; und die Weltwirtschaftskrise ist da. Damit liegt die IEA \u00fcberraschend nahe an Wissenschaftlern der &#8220;Association for the Study of Peak Oil and Gas (<a href=\"http:\/\/www.peakoil.net\/\" >ASPO<\/a>)&#8221;, einer internationalen Vereinigung von Geologen, \u00d6konomen und Analysten, die schon seit Jahren das baldige Ende des Erd\u00f6lzeitalters vorhersagt.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnder Colin Campbell erwartet den weltweiten F\u00f6rderh\u00f6hepunkt um das Jahr 2010 herum. Wolfgang Blendinger, Professor der <a href=\"http:\/\/www.tu-clausthal.de\/\" >Technischen Universit\u00e4t Clausthal<\/a> und Chef der <a href=\"http:\/\/www.aspo-germany.org\/\" >deutschen Sektion von ASPO<\/a> geht noch weiter: &#8220;Es sieht so aus, als habe die Welt ihren F\u00f6rderh\u00f6hepunkt schon erreicht oder sei kurz davor. Seit 2005 hat die konventionelle \u00d6lf\u00f6rderung nicht mehr zugenommen.&#8221;<\/p>\n<p>Gerade in Europa und Amerika versiegen die Quellen in erstaunlichem Tempo. &#8220;Egal ob in Mexiko, den USA oder bei den Nordsee-Anrainern Gro\u00dfbritannien und Norwegen: \u00dcberall nimmt die F\u00f6rderung mehr oder weniger rapide ab. Die britischen Reserven etwa werden nach jetzigem Stand in weniger als sieben Jahren aufgezehrt sein.&#8221; &#8211; so  Claus Hecking in der Financial Times Deutschland (FTD) vom 2007-07-16. Und ob die Vorr\u00e4te in den <a href=\"http:\/\/www.opec.org\/\" >OPEC<\/a>-L\u00e4ndern die L\u00fccke tats\u00e4chlich schlie\u00dfen k\u00f6nnen, ist mehr als ungewiss. Experten bezweifeln zunehmend die Angaben der Golfstaaten \u00fcber ihre Erd\u00f6lreserven, die prim\u00e4r politisch bedingt sind, da sich ihre F\u00f6rderquoten nach den selbst benannten Reserven richten.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Mineral\u00f6lkonzerne beschwichtigen zwar immer noch gerne, gehen aber inzwischen auch davon aus, dass die Preise hoch bleiben und wahrscheinlich sogar massiv anziehen werden &#8211; alleine schon aufgrund gestiegener F\u00f6rderkosten. So r\u00e4umt <a href=\"http:\/\/www.shell.com\/\" >Shell<\/a>-Chef Jeroen van der Veen ein: &#8220;Tatsache ist, dass sich das Angebot an relativ einfach zu f\u00f6rderndem \u00d6l und Gas auf Dauer nicht mehr in dem Ma\u00df steigern lassen wird, wie der Bedarf w\u00e4chst.&#8221; Und Jochen Hitzfeld, Rohstoffstratege der <a href=\"http:\/\/www.hypovereinsbank.de\/\" >HypoVereinsbank<\/a> erg\u00e4nzt: &#8220;Die Erschlie\u00dfung kleiner Felder, von Ressourcen in der Tiefsee oder \u00d6ls\u00e4nden ist extrem teuer.&#8221;<\/p>\n<p>Insgesamt erscheint es als wahrscheinlich, dass im kommenden Winterhalbjahr neue \u00d6lpreisrekorde auftreten werden. Sollte der Winter kalt werden, durch Hurrikans Raffinerien in Mitleidenschaft gezogen werden oder sich neue politische Krisen ereignen, k\u00f6nnte das Barrel ohne gr\u00f6\u00dfere Widerst\u00e4nde erstmalig die 80 $\/Barrel erreichen und selbst 100 $\/Barrel scheinen m\u00f6glich (jeweils Sorte Brent).<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund werden Biokraftstoffe und ebenso Biokunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen schon in den n\u00e4chsten zehn Jahren eine immer interessantere Alternative zu Treibstoffen und Kunststoffen auf Erd\u00f6l- und Erdgasbasis. Aufgabe der Politik sollte es sein, f\u00fcr einen solchen Zeitraum attraktive und verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die den weiteren Ausbau und die weitere Etablierung dieser Alternativen erm\u00f6glichen und absichern. Nur so ist gew\u00e4hrleistet, dass uns diese Alternativen auch dann in ausreichendem Ma\u00dfe zur Verf\u00fcgung stehen, wenn wir sie brauchen. Und dieser Tag kann schneller kommen, als dies Politik und Wirtschaft bislang erwarten.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Energiekonzerne scheinen sich bereits auf diesen Tag vorzubereiten. Ihre Kriegskassen sind durch die Gewinne der letzten Jahre prall gef\u00fcllt und werden nur in geringem Ma\u00dfe f\u00fcr die Suche nach neuen Erd\u00f6llagerst\u00e4tten ausgegeben. &#8220;Die Chancen f\u00fcndig zu werden, erscheinen nicht sonderlich hoch. Stattdessen nutzen die Firmen den Cashflow, um sich gegenseitig oder eigene Aktien zur\u00fcckzukaufen. Der vernachl\u00e4ssigte Ausbau der Raffineriekapazit\u00e4ten in Nordamerika ist ein Indiz, dass die Branche kein Wachstum mehr erwartet.&#8221;, so Lucas Zeise von der FTD.<\/p>\n<p>Die prallen Kriegskassen lassen aber auch weitere Optionen zu. Die Konzerne scheinen in Lauerstellung zu liegen, welche Alternativen &#8211; seien es Biokraftstoffe oder Solarenergie &#8211; sich etablieren, um sich dann die Marktf\u00fchrer einverleiben und weiter eine f\u00fchrende Rolle spielen zu k\u00f6nnen. Zu dieser Strategie geh\u00f6rt es auch, weltweit Land zu kaufen, das noch g\u00fcnstig zu haben ist. Denn ob Energiepflanzen oder Solarfarmen, alle erneuerbaren Energien ben\u00f6tigen Land. Die Ressource Fl\u00e4che wird in der Zukunft zu einer knappen und immer wichtiger werdenden Ressource. Wem diese geh\u00f6rt, dem geh\u00f6rt die Zukunft.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/resolution-fordert-100-erneuerbare-energien-in-deutschland-bis-spaetestens-2050\/\" >2007-02-12<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutsche-bank-research-guenstige-perspektiven-fuer-die-zeit-nach-dem-oel\/\" >2006-12-11<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bio-energien-fuer-die-zeit-nach-dem-oel\/\" >2005-07-20<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wirtschaftsexperten werden langsam nerv&ouml;s und sehen die Peak-Oil-Theorien best&auml;tigt. &#8220;Die gro&szlig;en &Ouml;lfelder der Welt drohen zu versiegen, spektakul&auml;re Neuentdeckungen gibt es kaum noch. 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