{"id":102725,"date":"2022-01-11T07:32:00","date_gmt":"2022-01-11T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=102725"},"modified":"2022-01-06T15:32:39","modified_gmt":"2022-01-06T14:32:39","slug":"fur-bier-und-cider-wie-ein-teil-des-co%e2%82%82-neue-verwendung-findet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fur-bier-und-cider-wie-ein-teil-des-co%e2%82%82-neue-verwendung-findet\/","title":{"rendered":"F\u00fcr Bier und Cider: Wie ein Teil des CO\u2082 neue Verwendung findet"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>&#8220;Kein Bier zur EM&#8221; \u2013 mit derartigen Ank\u00fcndigungen erschreckten die Boulevardbl\u00e4tter im Sommer 2021 die Briten. Der Grund f\u00fcr den drohenden Engpass: CO2-Knappheit, denn der Stoff wird als Kohlens\u00e4ure Bier, Cider oder Softdrinks hinzugef\u00fcgt \u2013 f\u00fcr das prickelnde Geschmackserlebnis.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"611\" height=\"342\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-06-um-12.27.13.png\" alt=\"Ein Tanklastzug dockt an die Lagertanks der Abscheide-Anlage an, um das reine CO2 umzuf\u00fcllen.\" class=\"wp-image-102745\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-06-um-12.27.13.png 611w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-06-um-12.27.13-300x168.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-06-um-12.27.13-150x84.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-06-um-12.27.13-400x224.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 611px) 100vw, 611px\" \/><figcaption>Ein Tanklastzug dockt an die Lagertanks der Abscheide-Anlage an, um das reine CO2 umzuf\u00fcllen.<br>(Bild: Martin Egbert)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Auch ansonsten ist das Klimagas ein viel gefragtes Produkt in Gro\u00dfbritannien. Entsprechend l\u00e4sst sich mit 350 bis 450 Euro pro Tonne gut das Dreifache des vorher \u00fcblichen erzielen. &#8220;Wir haben die neue Abscheide- und Lageranlage f\u00fcr CO2 also zur richtigen Zeit in Betrieb genommen&#8221;, sagt Sebastian Ganser. Hinter dem technischen Leiter der Biogasanlage der Rainbarrow Farm im S\u00fcdwesten Englands f\u00e4hrt ein Tanklastzug an die noch blitzblanken Lagertanks. Mit einem lauten Zischen schlie\u00dft ihn der Fahrer zur Bef\u00fcllung an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Betreibergesellschaft der Biogas-Anlage auf der Rainbarrow Farm, die JV Energen, geht mit der Abscheidung, Lagerung und Vermarktung von sogenanntem &#8220;Green CO2&#8221; neue Wege.<\/p>\n\n\n\n<p>CO2 ist ein Abfallprodukt bei der Reinigung von Biogas zu Bio-Erdgas. Erst wenn Wasserdampf, Schwefel und Ammoniak ausgewaschen sowie CO2 abgeschieden sind, kann der erneuerbare Energietr\u00e4ger ins Erdgasnetz eingespeist werden. Bisher entweicht das Klimagas meist ungenutzt in die Atmosph\u00e4re. Die Vermarktung als Green CO2 dagegen verbessert die Klimagas-Bilanz der Biogas-Anlage und erm\u00f6glicht ein zus\u00e4tzliches Einkommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Reines CO2 &#8220;kauft schnell der freie Markt&#8221;<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Anlage auf der Rainbarrow Farm produziert pro Stunde 700 bis 750 Kilogramm CO2. Aufgrund seiner Reinheit von 99,7 Prozent ist dieses tauglich f\u00fcr Lebensmittel und nicht alleine f\u00fcr den Einsatz als sogenanntes technisches CO2 f\u00fcr K\u00fchlungen, Feuerl\u00f6scher oder als D\u00fcnger in Gew\u00e4chsh\u00e4usern. Die beiden Tanks, in denen es unter einem Druck von 20 Bar bei einer Temperatur von minus 20 Grad lagert, fassen die Produktion von vier Tagen. &#8220;Viel lagern k\u00f6nnen wir also nicht&#8221;, weiss Sebastian Ganser. M\u00fcssen sie auch nicht. &#8220;Was nicht an die beiden festen Abnehmer geht, kauft schnell der freie Markt.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>In Gro\u00dfbritannien gibt es 685 Biogas-Anlagen. Das ist eine bescheidene Zahl im Vergleich zu rund 9.600 Anlagen in Deutschland. Daf\u00fcr ist mit neunzig der Anteil der britischen Anlagen recht hoch, die ihr Biogas aufbereiten und ins Netz einspeisen anstatt es in einem Blockheizkraftwerk zu verstromen. Zehn dieser Anlagen verkaufen zus\u00e4tzlich ihr CO2. Die meisten vermarkten es \u00fcber den franz\u00f6sischen Gasgiganten Air Liquide. Anders die Rainbarrow-Farm. Mit Biocarbonics hat sie eine Tochtergesellschaft f\u00fcr die Vermarktung ihres CO2 gegr\u00fcndet. Und geht damit abermals neue Wege. &#8220;Wir streben gemeinsam mit Anderen einen Club von Erzeugern an&#8221;, sagt Ganser. Zurzeit versorgt Biocarbonics eine Cider-Brauerei sowie eine Obstfarm in der Nachbarschaft. Auch mit der Verwendung der eigenen G\u00e4rreste zeigt man sich im beschaulichen Cornwall erfindungsreich. Den daraus hergestellten D\u00fcnger gibt es mittlerweile landesweit in Gartencentern zu kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit ihrem Bestehen ist die Rainbarrow Farm Innovationstreiber. &#8220;Wir waren vor zehn Jahren die Ersten mit Biogas-Aufbereitung und Einspeisung in Gro\u00dfbritannien&#8221;, sagt Sebastian Ganser. &#8220;Heute versorgen wir im Winter 9.000 Haushalte im benachbarten Poundbury, im Sommer sind es nat\u00fcrlich sehr viel mehr.&#8221; Ganser blickt nickend in Richtung Norden. Dort befindet sich am Rande der Stadt Dorchester der Ortsteil Poundbury. Die Modellstadt folgt Grunds\u00e4tzen nachhaltiger Gestaltung und Entwicklung, die der britische Thronfolger Prinz Charles entworfen hat. Ein Teil davon ist die Auflage, dass mindestens 20 Prozent der verbrauchten Energie erneuerbar sein muss. Dank der Rainbarrow Farm sind es mittlerweile 40 Prozent. Der Thronfolger ist auch wichtigster Anteilseigner der JV Energen.<\/p>\n\n\n\n<p>Innovativ ist die Biogas-Branche in Gro\u00dfbritannien aber nicht nur mit royaler Unterst\u00fctzung. Obwohl die britische Regierung sie in ihrer Strategie gegen den Klimawandel kaum ber\u00fccksichtigt und die Einspeisetarife f\u00fcr Energie aus Biogas gesenkt oder sogar gestrichen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Weit voraus sind die Briten zum Beispiel beim Einsatz von Bio-Erdgas bei Transport und \u00f6ffentlichem Nahverkehr. Reisebusunternehmen, Speditionen, gro\u00dfe Einzelh\u00e4ndler und Kommunen nutzen mit Bio-Erdgas betriebene Fahrzeugflotten, um ihren Betrieb zu dekarbonisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Unsere Bio-Erdgas betriebenen Doppeldeckerbusse vermeiden 8.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen der Euro Norm 6&#8221;, sagt Gary Mason von Nottingham City Transport. &#8220;Hinzu kommt die Vermeidung von 81 Tonnen Stickoxiden sowie 1,6 Tonnen Feinstaub.&#8221; Hinter Mason herrscht reger Betrieb im Busdepot der Stadt. Es ist 19 Uhr. Die meisten Linien der Universit\u00e4tsstadt werden nun ausged\u00fcnnt. Entsprechend viele Fahrzeuge kommen zum Bef\u00fcllen. &#8220;Wir komprimieren das Bio-Erdgas aus dem Netz auf 300 bar, damit die Busse eine Reichweite von 250 Meilen haben.&#8221; Das Bio-Erdgas stammt aus einer Anlage in der N\u00e4he der Stadt, die mit Lebensmittelabf\u00e4llen betrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2019 fahren 120 Doppeldeckerbusse von Nottingham City Transport mit Bio-Erdgas. Im Februar 2022 kommen weitere 23 hinzu. St\u00e4dte wie Bristol stellen ihre Busflotten ebenfalls um. Und das mit dem Bier bekommen sie auch noch hin in Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Kein Bier zur EM&#8221; \u2013 mit derartigen Ank\u00fcndigungen erschreckten die Boulevardbl\u00e4tter im Sommer 2021 die Briten. Der Grund f\u00fcr den drohenden Engpass: CO2-Knappheit, denn der Stoff wird als Kohlens\u00e4ure Bier, Cider oder Softdrinks hinzugef\u00fcgt \u2013 f\u00fcr das prickelnde Geschmackserlebnis. 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