{"id":10269,"date":"2007-07-24T00:00:00","date_gmt":"2007-07-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070724-07n"},"modified":"2007-07-24T00:00:00","modified_gmt":"2007-07-23T22:00:00","slug":"eu-kommission-wird-gvo-staerkekartoffel-zulassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-kommission-wird-gvo-staerkekartoffel-zulassen\/","title":{"rendered":"EU-Kommission wird GVO-St\u00e4rkekartoffel zulassen"},"content":{"rendered":"<p><b>Nach einer Pattsituation im Rat der Landwirtschaftsminister hat die <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/\" >Europ\u00e4ische Kommission<\/a> angek\u00fcndigt, dass sie eine gentechnisch ver\u00e4nderte Kartoffelart f\u00fcr die industrielle Verarbeitung und Viehf\u00fctterung zulassen werde. Nichtregierungsorganisationen reagierten kritisch und wiesen darauf hin, dass die Sicherheit des neuen Saatguts nicht sichergestellt sei. Einen klaren Zeitplan f\u00fcr die Zulassung der Kartoffel hat die Kommission bisher nicht vorgelegt.<\/b><\/p>\n<p>Die EU hat nur in wenigen F\u00e4llen gentechnisch ver\u00e4nderte Organismen (GVO) zugelassen und ein de-facto-Zulassungsmoratorium f\u00fcr die Zulassung neuen gentechnisch ver\u00e4nderten Saatguts ist seit 1998 in Betrieb, vor allem aufgrund des Drucks von Seiten der NGOs und der \u00f6ffentlichen Bedenken \u00fcber potentielle Gesundheitsrisiken von GVOs.<\/p>\n<p>Die betroffene Kartoffelsorte ist eine blaue Variation, die vor allem f\u00fcr die <b>industrielle St\u00e4rkeproduktion<\/b>verwendet wird. Sie wurde von dem deutschen Chemikalien-Giganten <a href=\"http:\/\/www.basf.de\/\" >BASF<\/a> entwickelt und soll beispielsweise bei der Produktion von Hochglanzmagazinen zum Einsatz kommen. Im April 2004 stellte BASF den Zulassungsantrag f\u00fcr die Kartoffel und die Kommission ver\u00f6ffentlichte eine positive Entscheidung im Dezember 2006, nachdem eine wissenschaftliche \u00dcberpr\u00fcfung durch die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (<a href=\"http:\/\/www.efsa.europa.eu\/\" >EFSA<\/a>) vorgenommen worden war, die zu dem Schluss kam, dass der Anbau der Kartoffel keine &#8220;relevanten&#8221; Gesundheitsrisiken berge.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu st\u00e4rkeintensivierten Genen enth\u00e4lt die Kartoffel <b>Antibiotikaresistenz-Markergene (ARMGs)<\/b>.<br \/>Regulierungsbeh\u00f6rden f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit und NGOs aus dem Umweltbereich sind besorgt, dass ARMGs von Pflanzen auf Bakterien \u00fcbertragen werden k\u00f6nnten und diese resistent gegen Antibiotika machen k\u00f6nnten. Damit k\u00f6nnte die Wirksamkeit von Antibiotika f\u00fcr die Behandlung bestimmter menschlicher Infektionen untergraben werden.<\/p>\n<p>Es gibt auch Bedenken, dass die GVO endg\u00fcltig auf einer breiteren Grundlage in die Nahrungskette gelangen k\u00f6nnten, wenn Teile der Kartoffel, so wie die Schale und andere nicht st\u00e4rkehaltige Elemente, zur Viehf\u00fctterung verwendet werden k\u00f6nnten (wie von der BASF vorgeschlagen).<\/p>\n<p><b>Positionen<\/b><br \/>Die <b>BASF<\/b> beabsichtigt, mit dem wirtschaftlichen Anbau der Kartoffel im Jahr 2008 zu beginnen, und ist \u00fcberzeugt, dass das Produkt keine gesundheitlichen Risiken birgt. Die EFSA habe wiederholt erkl\u00e4rt, dass die Kartoffel f\u00fcr Menschen, Tiere und die Umwelt ebenso sicher sei wie jede herk\u00f6mmliche Kartoffel, so das Unternehmen.<\/p>\n<p>Die Sprecherin der <b>Kommission<\/b> Barbara Helferich versicherte am 16. Juli 2007 gegen\u00fcber Journalisten, dass die Kommission zu 120% \u00fcberzeugt sei, dass das Produkt vollkommen sicher sei. Die Kommission werde die Kartoffel zulassen, so Helferich.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/\" ><b>Greenpeace<\/b><\/a> forderte eine &#8220;dringende \u00dcberarbeitung&#8221; der Rolle der EFSA bei der Genehmigung von gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen. Laut Greenpeace sei der Genehmigungsprozess fehlerhaft und ignoriere in diesem Fall eine Richtlinie von 2001, welche die Abschaffung von Antibiotikaresistenz-Markergenen bis 2004 vorsehe.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.foeeurope.org\/\" ><b>Friends of the Earth Europe<\/b><\/a> zeigt sich skeptisch: Das Risiko verunreinigten zuk\u00fcnftigen Saatguts werde ignoriert. Da dieses im Erdboden wachse, sei es praktisch unm\u00f6glich, alle Kartoffeln von einem Saatgut zu ernten. Kartoffeln w\u00fcchsen daher auch im darauf folgenden Jahr wieder und zuk\u00fcnftige Pflanzen k\u00f6nnten von der genetisch ver\u00e4nderten Version verunreinigt werden.<\/p>\n<p><b>Hintergrund<\/b><br \/>Die Zulassung gentechnisch ver\u00e4nderter Organismen (GVO) verlangt eine Zulassungsanfrage durch den Produzenten. Die europ\u00e4ische Agentur f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist dann beauftragt, eine wissenschaftliche \u00dcberpr\u00fcfung durchzuf\u00fchren und der Kommission Bericht zu erstatten, die dann wiederum ihre Entscheidung \u00fcber die Anfrage dem Rat zustellt. Falls sich im Rat keine Mehrheit f\u00fcr oder gegen die Zulassung findet, wie es am 16. Juli 2007 geschah, wird die Angelegenheit zur\u00fcck an die Kommission gegeben, die den GVO auf Grundlage eines besonderen Regulierungsverfahrens zulassen kann.<\/p>\n<p>Sowohl das besondere Regulierungsverfahren als auch die Rolle der EFSA haben Kritik erfahren. Im April 2006 hat sich die Kommission entschieden, praktische Ver\u00e4nderungen beim Zulassungsverfahren der EFSA f\u00fcr GVOs einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><i>Der Beitrag &#8220;Kommission entscheidet \u00fcber gentechnisch ver\u00e4nderte Kartoffel&#8221; sowie weiterf\u00fchrende Informationen stehen <a href=\"http:\/\/www.euractiv.com\/de\/biotech\/kommission-entscheidet-gentechnisch-veranderte-kartoffel\/article-165626\" >hier<\/a> auf den Seiten von EurActiv zur Verf\u00fcgung.<\/i><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gentechnisch-vernderte-amflora-kartoffeln-drfen-freigesetzt-werden\/\" >2007-05-26<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/die-kartoffel-als-nachwachsender-rohstoff\/\" >2007-03-13<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pflanzliche-eigenschaften-optimieren-basf-baut-biotechnologie-aus\/\" >2005-12-15<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Nach einer Pattsituation im Rat der Landwirtschaftsminister hat die Europ&auml;ische Kommission angek&uuml;ndigt, dass sie eine gentechnisch ver&auml;nderte Kartoffelart f&uuml;r die industrielle Verarbeitung und Viehf&uuml;tterung zulassen<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10269","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10269"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10269\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10269"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}