{"id":10266,"date":"2007-07-24T00:00:00","date_gmt":"2007-07-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070724-10n"},"modified":"2007-07-24T00:00:00","modified_gmt":"2007-07-23T22:00:00","slug":"landwirtschaftliche-biosprit-hersteller-muessen-sich-vernetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/landwirtschaftliche-biosprit-hersteller-muessen-sich-vernetzen\/","title":{"rendered":"Landwirtschaftliche Biosprit-Hersteller m\u00fcssen sich vernetzen"},"content":{"rendered":"<p><b>Anl\u00e4sslich der Einweihung der ersten Bioethanol-Tankstelle in Deutschland, die unter dem Markennahmen E 85 Regionol ausschlie\u00dflich Kraftstoff vertreibt, der von landwirtschaftlichen Kornbrennereien hergestellt und zentral gereinigt wurde, erkl\u00e4rt der Mittelstandsbeauftragte und zust\u00e4ndige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion, Reinhard Schultz:<\/b><\/p>\n<p>Die Idee, dezentral Alkohol zu erzeugen, der dann von einem Dienstleister zentral gereinigt und gemeinsam in der Region vertrieben wird, geht auf intensive Diskussionen zwischen mir und den Verb\u00e4nden der landwirtschaftlichen Getreide- und Kartoffelbrenner bereits vor vier Jahren zur\u00fcck. Seitdem ist in mehreren Studien von Professor Wetter (<a href=\"http:\/\/www.fh-muenster.de\/\" >Fachhochschule M\u00fcnster<\/a>) ein optimale Produktions- und Vertriebsstruktur entwickelt worden, die ebenso nachhaltig wie auch wirtschaftlich ist. Der gesamte Prozess in der landwirtschaftlichen Brennerei kommt ohne Fremdenergie aus, Prozessenergie wird auf Basis von Biomasse erzeugt. R\u00fcckst\u00e4nde werden verf\u00fcttert, die G\u00fclle dient als D\u00fcnger f\u00fcr die F\u00f6rderung des Wachstums der Energiepflanzen.<\/p>\n<p>Die Reinigung des Alkohols auf Kraftstoffqualit\u00e4t f\u00fchrt in Herne ein Dienstleister durch, der das fertige Produkt an die Raiffeisengenossenschaften abgibt. Neun Brenner aus dem M\u00fcnsterland haben sich zusammengeschlossen, weitere stehen auf dem Sprung. Diese Entwicklung erinnert an die Entwicklung des Molkereiwesens. Am Anfang wurde die Milch in der Kanne vom Bauern geholt, dann wurden genossenschaftliche \u00f6rtliche oder regionale Molkereien gegr\u00fcndet und auch heute noch findet die Milchproduktion dezentral statt, Aufbereitung und Verteilung sind jedoch zentral organisiert. Nur so haben landwirtschaftliche Produzenten eine Chance, mit industriellen Konkurrenten einigerma\u00dfen Schritt zu halten und ihren Biosprit auf den Markt zu bringen.<\/p>\n<p>Die Vorgehensweise der landwirtschaftlichen Brenner im M\u00fcnsterland l\u00e4sst sich auch auf die Betreiber landwirtschaftlicher \u00d6lm\u00fchlen \u00fcbertragen. Landwirtschaftliche Biokraftstoff-Hersteller m\u00fcssen sich vernetzen.<\/p>\n<p>Drei Ma\u00dfnahmen sind wichtig f\u00fcr die Entwicklung des Biokraftstoff-Marktes:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Massenmarkt wird durch die Biokraftstoffquote erschlossen. Diese werden wir in vorprogrammierten Schritten bis zum Jahr 2015 auf 15 Prozent heraufsetzen. Die Quote muss so hoch sein, dass die Mineral\u00f6lwirtschaft gezwungen ist, neben der Beimischung auch Reinkraftstoffe auf den Markt zu bringen. Hier liegt die Chance f\u00fcr Landwirte und die mittelst\u00e4ndische Mineral\u00f6lwirtschaft.\n<\/li>\n<li>In Zukunft sollen nur Biokraftstoffe zugelassen werden, die den Kriterien der Nachhaltigkeit entsprechen. Die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz muss positiv sein, Raubbau an der Natur muss ausgeschlossen werden, Transportwege werden eingerechnet. Die Zertifizierung von Biokraftstoffen wird in einer Nachhaltigkeitsverordnung geregelt, die die Bundesregierung noch im Herbst erlassen wird.\n<\/li>\n<li>Biokraftstoffe der Zweiten Generation werden noch auf l\u00e4ngere Sicht steuerlich gef\u00f6rdert, zumindest so lange, bis sie eine Marktreife erreicht haben. Das gilt f\u00fcr synthetische Kraftstoffe und besonders auch f\u00fcr Bioethanol (E 85)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bioethanol wird eine weit gr\u00f6\u00dfere Bedeutung f\u00fcr den Kraftstoffmarkt haben, als mancher noch vor einem Jahr angenommen hat. Viele europ\u00e4ische L\u00e4nder, wie Frankreich oder Schweden, fahren eine ausgepr\u00e4gte Biokraftstoffstrategie. Die franz\u00f6sischen und schwedischen Automobilhersteller, oder solche, die f\u00fcr den franz\u00f6sischen und schwedischen Markt produzieren &#8211; wie <a href=\"http:\/\/www.ford.de\/\" >Ford<\/a> &#8211; haben sich darauf eingestellt. Nur die deutschen Hersteller z\u00f6gern. <a href=\"http:\/\/www.volkwagen.de\/\" >VW<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.mercedes-benz.de\/\" >Mercedes<\/a> sollten sich bewegen, und zwar schnell, bevor der Gesetzgeber sie zwingt, bivalent betriebene Fahrzeuge, also solche die sowohl Mineral\u00f6l als auch Bioethanol verkraften, auch in Deutschland anzubieten. <\/p>\n<p>Die niedrigeren durchschnittlichen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen der Automobilhersteller zwingen zum Angebot zumindest eines Segments an attraktiven Klein- und Mittelklassewagen, die aus Kostengr\u00fcnden nicht mit Diesel, sondern mit Ottokraftstoffen betrieben werden. Und diese lassen sich in beliebiger Beimischung oder total mit Bioethanol betreiben, wenn sie daf\u00fcr serienm\u00e4\u00dfig ausger\u00fcstet sind.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-setzt-auf-biokraftstoffimporte\/\" >2007-07-06<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Anl&auml;sslich der Einweihung der ersten Bioethanol-Tankstelle in Deutschland, die unter dem Markennahmen E 85 Regionol ausschlie&szlig;lich Kraftstoff vertreibt, der von landwirtschaftlichen Kornbrennereien hergestellt und zentral<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10266","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10266"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10266\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10266"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10266"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10266"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}