{"id":10262,"date":"2007-07-26T00:00:00","date_gmt":"2007-07-25T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070726-03n"},"modified":"2007-07-26T00:00:00","modified_gmt":"2007-07-25T22:00:00","slug":"faserleistung-von-kenaf-gentechnisch-erhoeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/faserleistung-von-kenaf-gentechnisch-erhoeht\/","title":{"rendered":"Faserleistung von Kenaf gentechnisch erh\u00f6ht"},"content":{"rendered":"<p><b>Durch die Deaktivierung eines Gens der Faserpflanze Kenaf (<i>Hibiscus Cannabinus L.<\/i>) ist es  Forschen an der <a href=\"http:\/\/www.tau.ac.il\/\" >Tel Aviv University<\/a> in Israel gelungen, die Faserproduktion des Gew\u00e4chses um bis zu 50 Prozent zu erh\u00f6hen und gleichzeitig die L\u00e4nge und Qualit\u00e4t der Fasern zu erh\u00f6hen. Ein m\u00f6glicher Einsatzbereich f\u00fcr die gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanze (GVO) ist die Papierherstellung.<\/b><\/p>\n<p>Kenaf ist ein mit der Baumwolle verwandtes Malvengew\u00e4chs. Der W\u00e4rmebedarf der Pflanze ist hoch (Keimtemperatur: 16 Grad). In Mitteleuropa bleibt sie grunds\u00e4tzlich einj\u00e4hrig. Die Fasern im St\u00e4ngel der Pflanze haben eine L\u00e4nge von 1,5 bis 6mm und sind f\u00fcr die Produktion von Papier geeignet. Einen deutlichen Vorteil gegen\u00fcber Holz als Zellstofflieferant hat Kenaf bei der Fl\u00e4chenproduktivit\u00e4t. Botaniker Roni Aloni der als Professor an der Tel Aviv University das Kenaf-Z\u00fcchtungsprojekt leitet, berichtet dem Technology Review: &#8220;Eine Fl\u00e4che Kenaf-Pflanzen produziert in einem Jahr die gleiche Menge Zellstoff-Fasern wie eine identische Fl\u00e4che mit B\u00e4umen in 20 Jahren.&#8221; <\/p>\n<p>Auch beim Herstellungsprozess vor Papier zeigt sich Kenaf als sehr geeignet: der geringe Ligningehalt von Kenaf-Fasern verringert die zum L\u00f6sen der Fasern n\u00f6tige Menge an Chemikalien. Zudem ist Papier aus Kenaf bereits ohne Bleichmittel heller als das aus Holz \u2013 f\u00fcr bl\u00fctenwei\u00dfes Papier wird also weniger Bleichmittel ben\u00f6tigt. Chlor als Bleichmittel wird bei der Produktion von Kenaf-Papier nicht gebraucht. Dennoch ist die Herstellung von Kenaf-Papier bislang teurer als die von holzbasiertem. <\/p>\n<p><b>Hemmung des Wachstumshormons ausgeschaltet<\/b><br \/>Ein Ansatz zur St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit kann \u00fcber eine Erh\u00f6hung des Ertragspotenzials der Pflanze erfolgen. Diesen Weg verfolgten Aloni und seinem Team. &#8220;Wir wollten die Menge der Fasern, ihre L\u00e4nge und die der St\u00e4ngel der Pflanze erh\u00f6hen&#8221;, erkl\u00e4rt er. Daf\u00fcr nutzten sie ein so genanntes Gibberelin, ein nat\u00fcrlich in der Pflanze vorkommendes Wachstumshormon, das im normalen Wachstumszyklus des Kenaf an einem bestimmten Punkt gehemmt wird. Mittels Sequenzierung fanden Alonis Mitarbeiter das hemmende Gen und deaktivierten es dann. Das Resultat sind bis zu 50 Prozent mehr Fasern pro Ernte, auch die L\u00e4nge und Qualit\u00e4t der Fasern ist h\u00f6her. &#8220;Damit wird Kenaf zu einem echten Cash Crop \u2013 einer wirtschaftlich sinnvollen Alternative f\u00fcr die Landwirte&#8221;, so Aloni. Durch die Ver\u00e4nderung des Erbguts r\u00fcckt Kenaf ertragsm\u00e4\u00dfig etwa in die Gr\u00f6\u00dfenordnung der Hanfpflanze, die zwischen 100 und 120 Dezitonnen pro Hektar bei einem Faseranteil von 25 bis 30 Prozent liefert. <\/p>\n<p>Erste Anfragen zur Nutzung der Pflanze hat Botaniker bereits bekommen: &#8220;Eine brasilianische Firma will aus den l\u00e4ngeren Fasern Papier, aus den kurzen Innenfasern Bioethanol als Treibstoff herstellen&#8221;, erz\u00e4hlt er. &#8220;Und eine italienische Firma fragte nach noch l\u00e4ngeren Fasern, ebenfalls f\u00fcr die Papier- aber auch f\u00fcr die Bekleidungsindustrie.&#8221;<\/p>\n<p>Ralf Pecenka, Experte f\u00fcr Faserpflanzen am Leibniz-Institut f\u00fcr Agrartechnik Potsdam-Bornim (<a href=\"http:\/\/www.atb-potsdam.de\/\" >ATB<\/a>), kommentierte die Forschungen: &#8220;Grunds\u00e4tzlich ist es schon spektakul\u00e4r, dass die Forscher es geschafft haben, mittels Genmanipulation den Faseranteil so betr\u00e4chtlich zu erh\u00f6hen. Auf einem anderen Blatt steht nat\u00fcrlich der Imagekonflikt von Kenaf als umweltfreundlicher Alternative und der Gentechnik auf der anderen Seite.&#8221; <\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-institut-studie-zum-einsatz-von-naturfasern-in-verbundwerkstoffen-fuer-die-automobilproduktion-in-deutschland\/\" >2006-12-01<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-kongressbericht-chancen-und-risiken-fuer-einjahrespflanzen-im-zellstoffbereich\/\" >2001-10-22<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutsches-know-how-fuer-afrika-kenaf-als-innenverkleidung-fuer-autos\/\" >2006-07-05<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Durch die Deaktivierung eines Gens der Faserpflanze Kenaf (<i>Hibiscus Cannabinus L.<\/i>) ist es  Forschen an der Tel Aviv University in Israel gelungen, die Faserproduktion<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10262","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10262\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10262"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}