{"id":10210,"date":"2007-08-13T00:00:00","date_gmt":"2007-08-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070813-03n"},"modified":"2007-08-13T00:00:00","modified_gmt":"2007-08-12T22:00:00","slug":"biodiesel-gefaehrdet-naturschutzgebiete-in-afrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biodiesel-gefaehrdet-naturschutzgebiete-in-afrika\/","title":{"rendered":"Biodiesel gef\u00e4hrdet Naturschutzgebiete in Afrika"},"content":{"rendered":"<p><b>Das M\u00fcnchner Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.floraecopower.com\/\" >Flora Ecopower Holding AG<\/a> soll f\u00fcr die Produktion von Biodiesel in \u00c4thiopien Wildnisgebiete zerst\u00f6rt haben, in denen unter anderem Elefanten und L\u00f6wen leben. Internationale Umweltorganisationen haben erneut gegen den Anbau von Biotreibstoffen in Naturschutzgebieten protestiert.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;In \u00c4thiopien gibt es nur noch 600 bis 1.600 Elefanten, einer der letzten Best\u00e4nde lebt im Babile Elephant Sanctuary. Diese Best\u00e4nde sind nun durch den Biosprit-Anbau gef\u00e4hrdet&#8221;, so Daniela Freyer von der Umweltorganisation <a href=\"http:\/\/www.prowildlife.de\/\" >PRO WILDLIFE<\/a> im pressetext-Interview. &#8220;Es ist inakzeptabel, f\u00fcr das gewinntr\u00e4chtige Gesch\u00e4ft mit Agrotreibstoff Natur zu zerst\u00f6ren &#8211; und das unter dem Deckmantel des Klimaschutzes.&#8221; Wie ernst die Situation in \u00c4thiopien tats\u00e4chlich ist, schildert auch Yirmed Demeke, Pr\u00e4sident der Ethiopian Wildlife Association. &#8220;Hier leben rund 1.000 Schwarzm\u00e4hnen-L\u00f6wen und etwa 300 Elefanten, die unmittelbar von der Rodung betroffen sind&#8221;, so Demeke. Das Unternehmen k\u00fcmmere sich nicht um die Best\u00e4nde an Wildtieren.<\/p>\n<p>&#8220;In \u00c4thiopien gibt es auf nur vier Prozent der Landesfl\u00e4che Elefanten. Im Babile-Schutzgebiet, 550 Kilometer \u00f6stlich von Addis Abeba, leben neben den Elefanten auch noch vom Aussterben bedrohte Afrikanische Wildesel und \u00fcber 250 Vogel- und Pflanzenarten&#8221;, erg\u00e4nzt Freyer. Das 7.000 Quadratkilometer gro\u00dfe Schutzgebiet wurde 1971 eingerichtet, um den gef\u00e4hrdeten Elefantenbestand zu sichern. Die lokale Beh\u00f6rde hat im Juni 2007 Genehmigungen f\u00fcr den Anbau von Rizinus-\u00d6lsaaten erteilt. Alon Hovev, Flora Ecopower Chief Operation Officer f\u00fcr \u00c4thiopien, meinte im Juni, dass das Unternehmen mit Wildschutz-Experten \u00fcber die Vorgehensweise verhandeln werde, um die Elefantenbest\u00e4nde nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>&#8220;Flora Ecopower hat bereits mit der Kultivierung von insgesamt 13.000 Hektar Land begonnen, teils in bisheriger Wildnis&#8221;, kritisert Freyer. &#8220;Mit Bulldozern wurden bereits gro\u00dfe Fl\u00e4chen Buschland platt gemacht.&#8221; Laut Vorw\u00fcrfen \u00e4thiopischer Umweltsch\u00fctzer geschah dies zum Teil illegal im Elefantenschutzgebiet und ohne dass zuvor eine Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung durchgef\u00fchrt wurde. <\/p>\n<p>&#8220;Wo fr\u00fcher Wildnis war, wachsen jetzt Monokulturen. Das \u00d6l ist f\u00fcr europ\u00e4ische Raffinerien bestimmt. Dieser angebliche Biodiesel verdient seinen Namen nicht&#8221;, kritisiert Freyer. Doch scheint dies noch nicht das Ende des Ausbaus der Anbaufl\u00e4chen zu sein. Insgesamt hat sich Flora Ecopower in \u00c4thiopien 60.000 Hektar Fl\u00e4che aus Staatsbesitz und von Kleinbauern gesichert. Bis 2011 will das Unternehmen 700.000 Tonnen &#8220;Biodiesel&#8221; produzieren.<\/p>\n<p>In Zeiten von Klimawandel, Verknappung fossiler Brennstoffe und steigender \u00d6lpreise versprechen sich deutsche Anleger ein hohes Wachstumspotenzial aus dem Gesch\u00e4ft mit alternativen Energie-Rohstoffen sowie eine &#8220;nachhaltige&#8221; Anlagem\u00f6glichkeit. &#8220;Doch das \u00d6ko-Image wackelt, die Kritik an der oft destruktiven Produktion von Agrotreibstoffen in Entwicklungsl\u00e4ndern wird immer lauter.&#8221; <\/p>\n<p>Sei es Rizinus\u00f6l aus \u00c4thiopien, Palm\u00f6l aus Indonesien, Zuckerrohr aus Uganda oder Ethanol aus Brasilien: Internationale Organisationen kritisieren, dass der Agrarsprit-Boom \u00d6kosysteme zerst\u00f6rt, umweltfeindliche Monokulturen mit hohem Chemikalieneinsatz schafft, traditionelle Bauernkulturen zerst\u00f6rt und durch die Konkurrenz mit dem Nahrungsmittelanbau Hungersn\u00f6te riskiert&#8221;, listet Freyer die Probleme auf. Die Subventionierung von Agrotreibstoffen in Deutschland und der EU haben zunehmende Importe von &#8220;Biodiesel&#8221;-Rohstoffen aus Entwicklungsl\u00e4ndern zur Folge, das Fehlen von Umweltauflagen verschlimmert das Problem.<\/p>\n<p>&#8220;Der Anbau von Agrotreibstoffen w\u00e4re nur vertretbar, wenn er \u00f6kologisch und sozio-\u00f6konomisch nachhaltig und zertifiziert erfolgt. Das bedeutet, dass daf\u00fcr keine Natur zerst\u00f6rt wird&#8221;, so Freyer. &#8220;Problematisch sind auch die intensiven Bew\u00e4sserungsma\u00dfnahmen, so dass in der Regel eine Nachhaltigkeit schwer zu erzielen ist.&#8221; Auch der Einsatz gentechnisch ver\u00e4nderter Pflanzen sei ein gro\u00dfes Problem. &#8220;Sozio-\u00f6konomische Probleme umfassen unter anderem die Verteuerung und Verknappung von Nahrungsmitteln, die Einschr\u00e4nkung von Landrechten bis hin zu Enteignung und Menschenrechtsverletzungen&#8221;, meint Freyer. <\/p>\n<p>Auch innerhalb Europas k\u00f6nne der Anbau von Agrotreibstoffen negative Konsequenzen f\u00fcr die Natur haben: &#8220;Die EU Kommission will zum Beispiel wegen des gesteigerten Fl\u00e4chenbedarfes f\u00fcr Agrotreibstoff-Produktion Brachfl\u00e4chen dieses und n\u00e4chstes Jahr nicht mehr f\u00f6rdern, was einen Verlust von Wildtier-Lebensr\u00e4umen bedeutet&#8221;, so Freyer abschlie\u00dfend im pressetext-Interview.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kamerun-biodiesel-als-exportschlager-auf-kosten-von-mensch-und-umwelt\/\" >2007-01-22<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bbk-biokraftstoffe-sind-hoffnungstraeger-fuer-arme-laender\/\" >2007-03-05<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltige-erzeugung-ist-voraussetzung-fuer-den-weiteren-ausbau-der-bioenergie\/\" >2007-04-26<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Das M&uuml;nchner Unternehmen Flora Ecopower Holding AG soll f&uuml;r die Produktion von Biodiesel in &Auml;thiopien Wildnisgebiete zerst&ouml;rt haben, in denen unter anderem Elefanten und L&ouml;wen<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10210"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10210\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10210"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}