{"id":10206,"date":"2007-06-04T00:00:00","date_gmt":"2007-06-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070604-07n"},"modified":"2007-06-04T00:00:00","modified_gmt":"2007-06-03T22:00:00","slug":"gemeinschaftsprojekt-zur-weiterentwicklung-von-cellulosecarbamaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gemeinschaftsprojekt-zur-weiterentwicklung-von-cellulosecarbamaten\/","title":{"rendered":"Gemeinschaftsprojekt zur Weiterentwicklung von Cellulosecarbamaten"},"content":{"rendered":"<p><b>Eine gerade gestartete Forschungskooperation entlang der textilen Kette unter Beteiligung des Instituts f\u00fcr Textilchemie und Chemiefasern (<a href=\"http:\/\/www.itcf-denkendorf.de\/\" >ITCF<\/a>) Denkendorf (Projektkoordinator) und des <a href=\"http:\/\/www.hohenstein.de\/\" >Bekleidungsphysiologischen Instituts Hohenstein e. V.<\/a> besch\u00e4ftigt sich noch bis September 2009 mit der Entwicklung innovativer Cellulosecarbamatfasern und -beschichtungen. Ziel des <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/\" >BMBF<\/a>-Verbundprojekts ist es, gezielte Produktoptimierungen im Medizinsektor, bei Hygieneartikeln, f\u00fcr hochsaugf\u00e4hige Vliesstoffe, aber auch f\u00fcr Garne und Gewebe zu erm\u00f6glichen, aus denen sich neue Funktionstextilien und technischen Textilien konfektionieren lassen.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070604-07\/cellulosecarbamat.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"cellulosecarbamat.jpg\"\/>An der Entwicklung dieser neuen Produkte arbeiten im Rahmen des Forschungsvorhabens Kooperationspartner aus dem Bereich der Cellulosederivatisierung, der Faserherstellung, der Garnherstellung, der Weberei, Strickerei und Vliesherstellung bis hin zur Konfektionierung von Endproduktmustern zusammen.<\/p>\n<p><b>Umweltbelastungen bei der Viscoseherstellung<\/b><br \/>Das wichtigste Verfahren zur Herstellung von cellulosischen Fasern ist mit Abstand das Viskoseverfahren. Dieses hat aber den entscheidenden Nachteil, dass die Herstellung der Viskose von starken Umweltbelastungen begleitet ist. Es ist charakterisiert durch schwer zu kontrollierende Nebenreaktionen von Schwefelkohlenstoff mit Natronlauge und die Freisetzung von Schwefelwasserstoff und Schwefelkohlenstoff. Durch die stetig fallenden Grenzwerte f\u00fcr Schwefelkohlenstoff und Schwefelwasserstoff steigen die Kosten und der Aufwand f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zur Emissionsreduzierung \u00fcberproportional. Dies kann dazu f\u00fchren, dass die Produktion und damit das gesamte Know-how des wichtigen Faserstoffes aus Europa und vor allem aus Deutschland verschwindet, was erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen f\u00fcr die gesamte Textilindustrie h\u00e4tte.<\/p>\n<p><b>Cellulosecarbamatverfahren als Alternative<\/b><br \/>Als besonders umweltfreundliche Alternative zur Herstellung von Cellulose-Regeneratfasern dient das Cellulosecarbamatverfahren, welches im Gegensatz zum Viskoseprozess ohne belastenden Schwefelkohlenstoff (Derivatisierung) und Schwermetalle (Spinnprozess) auskommt. Die zur Carbamatsynthese und Faserherstellung eingesetzten Substanzen, haupts\u00e4chlich Zellstoff und Harnstoff, sind \u00f6kologisch unbedenklich bzw. basieren auf nachwachsenden Ressourcen. Im Gegensatz zur Viskose f\u00e4llt das Carbamat als kurzfaseriges Produkt an, das nahezu unbegrenzt lagerf\u00e4hig ist. Dies er\u00f6ffnet Chancen hinsichtlich v\u00f6llig neuer, flexiblerer Faserherstellungsprozesse. Das Verspinnen zur Faser erfolgt weitestgehend analog zum bekannten Viskoseverfahren, jedoch k\u00f6nnen die Fasereigenschaften wesentlich st\u00e4rker variiert werden. J\u00fcngste Arbeiten haben gezeigt, dass Cellulosecarbamatfasern \u00fcber vergleichbare Eigenschaften wie Viskosefasern verf\u00fcgen, im Hinblick auf das Sorptionsverm\u00f6gen und die Nassreibechtheit aber entscheidende Vorteile aufweisen.<\/p>\n<p>Aufgrund der m\u00f6glichen Isolierung des Carbamats als lagerf\u00e4higes Produkt ergibt sich zudem die M\u00f6glichkeit, hieraus Beschichtungen Folien herzustellen. Diese verf\u00fcgen \u00fcber ein sehr interessantes und komplett andersgeartetes Eigenschaftsprofil als die \u00fcblicherweise auf Textilien applizierten synthetischen Beschichtungen (PU, PAc, PVC etc.) Das obenstehende Foto beispielsweise zeigt ein Gewebe mit Cellulosecarbamat-Beschichtung in 100-facher Vergr\u00f6\u00dferung.<br style=\"clear:left;\"\/><br \/><b>Kontakt<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Dr. Frank Hermanutz<br \/><a href=\"http:\/\/www.itcf-denkendorf.de\/\"\" >Institut f\u00fcr Textilchemie und Chemiefasern (ITCF)<\/a>, Denkendorf<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:frank.hermanutz@itcf-denkendorf.de\">frank.hermanutz@itcf-denkendorf.de<\/a><\/li>\n<li>Dr. Volkmar T. Bartels<br \/><a href=\"http:\/\/www.hohenstein.de\/\" >Bekleidungsphysiologisches Institut Hohenstein e. V.<\/a>, B\u00f6nnigheim<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:v.bartels@hohenstein.de\">v.bartels@hohenstein.de<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Pressemitteilung steht <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070604-07\/07-06-PM-Cellulosecarbamat.pdf\" >hier<\/a> (PDF-Dokument) zum Herunterladen bereit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Eine gerade gestartete Forschungskooperation entlang der textilen Kette unter Beteiligung des Instituts f&uuml;r Textilchemie und Chemiefasern (ITCF) Denkendorf (Projektkoordinator) und des Bekleidungsphysiologischen Instituts Hohenstein e.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10206","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10206","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10206"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10206\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10206"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10206"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10206"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10206"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}