{"id":10205,"date":"2007-06-04T00:00:00","date_gmt":"2007-06-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070604-03n"},"modified":"2007-06-04T00:00:00","modified_gmt":"2007-06-03T22:00:00","slug":"hessen-weltweit-erste-grasraffinerie-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hessen-weltweit-erste-grasraffinerie-eroeffnet\/","title":{"rendered":"Hessen: Weltweit erste Grasraffinerie er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p><b>Mit einem Investitionsvolumen von rund 2,9 Millionen Euro hat die <a href=\"http:\/\/www.biowert.de\/\" >Biowert Industrie GmbH<\/a> in Brensbach im hessischen Odenwald eine funktionsf\u00e4hige industrielle Grasveredelungsanlage in Betrieb genommen. Geerntetes Wiesengras wird zu D\u00e4mmstoffen, Proteinen f\u00fcr die Aromenindustrie, Verbundstoffen aus Polypropylen f\u00fcr Spritzgussverfahren und Grasg\u00fclle f\u00fcr den Betrieb der angegliederten Biogasanlagen verarbeitet. Diese neuartige Technologie ist derzeit die einzige ihrer Art weltweit und orientiert sich weitgehend an den Prinzipien der gr\u00fcnen Bioraffinerie. Er\u00f6ffnet wurde die Anlage am 1. Juni 2007 vom Staatssekret\u00e4r Karl-Winfried Seif aus dem Hessischen Umweltministerium.<\/b><\/p>\n<p>Als Rohstoff f\u00fcr alle erzeugten Zwischen- und Endprodukte dient dem 2005 gegr\u00fcndeten Unternehmen nahezu ausschlie\u00dflich Wiesengras, geerntet von den umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben.  Im technischen Sinne als feuchte, faserhaltige Biomasse bezeichnet, werden hieraus vier sehr unterschiedliche Produkte f\u00fcr ebenso viele verschiedene Industriezweige \u2013 von der Bau- bis zu Aromenindustrie-  zu direktem Einsatz und Weiterverarbeitung hergestellt.<\/p>\n<p>Wichtig ist dem Unternehmen bei allen Aktivit\u00e4ten, Wertsch\u00f6pfung im Dreiklang der Dimensionen \u00d6konomie und  \u00d6kologie, verbunden mit sozialer Verantwortung zu realisieren.  So wurden in der Standortregion mit ansonsten geringer industrieller Dichte auch bereits einige neue, agrarnahe Arbeitspl\u00e4tze geschaffen. <br \/>Das System Biowert kann in \u00e4hnlich ausgepr\u00e4gten Regionen problemlos dupliziert werden und spricht somit neben Kunden auch Investoren an, die in die Weiterverbreitung der Technologie investieren m\u00f6chten. Schlie\u00dflich ist ungef\u00e4hr ein Viertel der belandeten Erdoberfl\u00e4che mit Gras bedeckt und bietet somit ein nahezu unersch\u00f6pfliches Rohstoffpotential f\u00fcr diese Idee. <\/p>\n<p><b>Gesch\u00e4ftsleitung<\/b><br \/>Die Gesch\u00e4ftsleitung der Biowert GmbH besteht aus den beiden Gesch\u00e4ftsf\u00fchren Dr.Ing. Michael L. Gass und Dipl.-Biol. Roland R\u00fcegsegger. Gass ist neben seiner Funktion als  Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer auch Pr\u00e4sident des Verwaltungsrates der <a href=\"http:\/\/www.biowert.ch\/\" >Biowert Industrie AG<\/a> (Hallau\/Z\u00fcrich). Beide Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer hatten sich bereits vor dem Engagement bei Biowert mit der Produktion und dem Marketing von Fasern intensiv besch\u00e4ftigt. Vorangegangen waren anspruchsvolle und ergebnisorientierte F\u00fchrungsaufgaben im Hochschulbereich sowie in namhaften Unternehmen in Deutschland und in der Schweiz. <\/p>\n<p><b>Nachhaltigkeit als Produktionsfaktor<\/b><br \/>Die Produktionsanlage, die bis zu 5.000 Tonnen Grassilage im Jahr verarbeiten kann, befindet sich in unmittelbarer N\u00e4he einer Biogasanlage, mit der zusammen sich ein geschlossener Wirkungskreis realisieren lie\u00df. Die Biowert gibt hierbei nicht nutzbare Stoffe aus der eigenen Produktion an die Biogasanlage ab und erh\u00e4lt im Gegenzug W\u00e4rme f\u00fcr Prozesswasser und Fasertrocknung. Bei einer vollst\u00e4ndigen Nutzung m\u00fcssen keine anderen Energietr\u00e4ger zugekauft werden. Zudem wird durch die Nutzung von Regen- und Oberfl\u00e4chenwasser so gut wie kein Trinkwasser dem \u00f6ffentlichen Leitungsnetz entnommen. Die Bearbeitung des Rohstoffes Wiesengras erfolgt rein mechanisch, ohne Einsatz von Chemikalien oder organischen L\u00f6sungsmitteln und somit g\u00e4nzlich ohne sch\u00e4dliche Emissionen. Verbunden mit der CO<sub>2<\/sub>-Neutralit\u00e4t der Anlage ist die hier realisierte industrielle Fertigung ohne Umweltbelastung nicht l\u00e4nger nur Utopie.<\/p>\n<p><b>Die Produkte<\/b><br \/>Alle Produkte der Biowert GmbH basieren auf dem nachwachsenden Rohstoff Wiesengras, der mit der Zerlegung in  seine Bestandteile im Produktionsprozess eine Vielfalt an Produktl\u00f6sungen bietet.<\/p>\n<ul>\n<li><i>AgriCell BW:<\/i> Der nat\u00fcrliche Einblasd\u00e4mmtoff  wird als technische Faser aus Wiesengras zur Reduzierung von Energieverlusten im Hausbau und bei der Renovierung eingesetzt. Im Produktionsprozess werden die ben\u00f6tigten Cellulosefasern schonend aus dem Pflanzenverbund herausgel\u00f6st, enthalten  keine N\u00e4hrstoffe mehr, sind somit vor Sch\u00e4dlings- und Schimmelbefall gesch\u00fctzt und widerstehen der Verrottung. Der D\u00e4mmstoff hat die bauaufsichtliche  Zulassung des Deutschen Instituts f\u00fcr Bautechnik (<a href=\"http:\/\/www.dibt.de\/\" >DIBt<\/a>), ist leicht zu verarbeiten und wirkt aufgrund seiner Atmungsaktivit\u00e4t regulierend auf das Raumklima. Der best\u00e4ndige Brandschutz der Brandschutzklasse B2 sorgt f\u00fcr die erforderliche Sicherheit.<\/li>\n<li><i>AgriPlast BW:<\/i> Kunststoffe aller Art basieren auf Erd\u00f6l, das als fossiler Rohstoff in einem absehbaren Zeitraum nicht mehr in ausreichendem Ma\u00dfe zur Verf\u00fcgung stehen wird. Die jetzt realisierte Zielsetzung des Biokunststoffs AgriPlast BW ist es, den Bedarf an Erd\u00f6l bei der Herstellung von Kunststoffprodukten nachhaltig zu reduzieren. Dies geschieht beim Einsatz von AgriCell BW um rund 40%. Das Granulat ist rieself\u00e4hig und kann auf jeder Spritzgussmaschine zu Formteilen wie L\u00f6ffel, Konsolen, Schutzkoffern, etc. verarbeitet werden. Dabei zeichnet es sich durch eine hervorragende Fliessf\u00e4higkeit aus, durch die auch bei der Herstellung von komplexen Formteilen hohe Taktzeiten gefahren werden k\u00f6nnen. AgriPlast BW Granulate k\u00f6nnen mit beliebigen Farbpigmenten eingef\u00e4rbt werden und die Endprodukte sind um bis zu 20% leichter als die gleichen Formteile aus 100% Polyethylen bzw. Polypropylen. <\/li>\n<li><i>AgriProt BW:<\/i> Das Grasprotein setzt sich aus speziellen hochwertigen Aminos\u00e4uren zusammen, die bereits f\u00fcr die Herstellung von Aromen genutzt werden und zuk\u00fcnftig auch f\u00fcr kosmetische Erzeugnisse eingesetzt werden k\u00f6nnten. Zudem kann das Produkt als Futtermittel ohne genver\u00e4nderte Organismen, GVO-frei, f\u00fcr H\u00fchner und Schweine eingesetzt werden. Das f\u00fcr die Herstellung entwickelte Verfahren basiert auf Ultrafiltration und Umkehrosmose. AgriProt BW wird direkt aus der fl\u00fcssigen Phase des Biowert-Prozesses isoliert.<\/li>\n<li><i>AgriFer BW:<\/i> Der alternative NPK Fl\u00fcssigd\u00fcnger schont neben seinen guten Produkteigenschaften als Zusatznutzen die knapper werdenden Erd\u00f6lressourcen. Denn im Gegensatz zu AgriFer BW sind nahezu alle handels\u00fcblichen Stickstoffd\u00fcnger weitestgehend von Erd\u00f6l abh\u00e4ngig.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.biowert.de\/\" >Biowert Industrie GmbH<\/a><br \/>64395 Brensbach <br \/>Tel.: 06161-87 70 06<\/p>\n<p>Die Pressemitteilung kann <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070604-03\/07-06-gras.pdf\" >hier<\/a> (PDF-Dokument) heruntergeladen werden. <\/p>\n<p>(Vgl. Nachrichten vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/weltpremiere-in-utzenaich-biogas-aus-gras\/\" >2006-11-21<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/basisprodukte-fuer-chemie-und-pharmaindustrie-aus-gras\/\" >2001-10-13<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mit einem Investitionsvolumen von rund 2,9 Millionen Euro hat die Biowert Industrie GmbH in Brensbach im hessischen Odenwald eine funktionsf&auml;hige industrielle Grasveredelungsanlage in Betrieb genommen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10205","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10205"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10205\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10205"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}