{"id":101967,"date":"2021-12-14T07:35:00","date_gmt":"2021-12-14T06:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=101967"},"modified":"2021-12-13T12:26:32","modified_gmt":"2021-12-13T11:26:32","slug":"umweltfreundliche-aufforstung-mit-biologisch-abbaubaren-baumhullen-aus-nachwachsenden-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/umweltfreundliche-aufforstung-mit-biologisch-abbaubaren-baumhullen-aus-nachwachsenden-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Umweltfreundliche Aufforstung mit biologisch abbaubaren Baumh\u00fcllen aus nachwachsenden Rohstoffen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.ditf.de\/files\/inhalt\/Nachrichten\/Pressemeldungen\/2021\/Bilder\/PR_DITF_biodegradable%20tree%20covers%201.JPG\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"410\" height=\"308\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/12\/PR_DITF_biodegradable-tree-covers-1-35262cba.jpg\" alt=\"Stephan Baz (Leiter Stapelfasertechnologien) mit der umweltfreundlichen Baumh\u00fclle in Originalgr\u00f6\u00dfe und als Demonstrator an einem Rot-Ahorn. Im Vordergrund: Hybridgarnvarianten aus Flachs bzw. Baumwolle.\" class=\"wp-image-101981\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/12\/PR_DITF_biodegradable-tree-covers-1-35262cba.jpg 410w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/12\/PR_DITF_biodegradable-tree-covers-1-35262cba-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/12\/PR_DITF_biodegradable-tree-covers-1-35262cba-150x113.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/12\/PR_DITF_biodegradable-tree-covers-1-35262cba-359x270.jpg 359w\" sizes=\"auto, (max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/a><figcaption>Stephan Baz (Leiter Stapelfasertechnologien) mit der umweltfreundlichen Baumh\u00fclle in Originalgr\u00f6\u00dfe und als Demonstrator an einem Rot-Ahorn. Im Vordergrund: Hybridgarnvarianten aus Flachs bzw. Baumwolle. Foto: DITF<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Bei Aufforstungen m\u00fcssen die Setzlinge gesch\u00fctzt werden. So genannte Wuchsh\u00fcllen hindern Wild daran, von den jungen Pflanzen zu fressen und helfen, dass sie nicht von anderen Pflanzen am Wachstum gehindert werden. Bisher gebr\u00e4uchliche H\u00fcllen aus Kunststoff und Metall werden h\u00e4ufig nicht rechtzeitig entfernt und belasten die Umwelt. Die Deutschen Institute f\u00fcr Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) haben aus nachwachsenden Rohstoffen ein biologisch abbaubares Garn f\u00fcr Wuchsh\u00fcllen entwickelt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wiederaufforstungen werden nicht nur nach St\u00fcrmen und Br\u00e4nden n\u00f6tig. Generell muss der Wald durch Mischbest\u00e4nde und seltene Baumarten gegen den Klimawandel gewappnet werden. Wuchsh\u00fcllen sind in den ersten Jahren ein wichtiger Bestandteil der Waldbewirtschaftung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Markt verf\u00fcgbare H\u00fcllen m\u00fcssen nach drei bis f\u00fcnf Jahren entfernt und eingesammelt werden. Dies wird wegen Personalmangel h\u00e4ufig nicht erledigt oder ist durch \u00dcberwucherung, oder weil die H\u00fclle in den Baum eingewachsen ist, nicht mehr m\u00f6glich. Somit verbleiben j\u00e4hrlich zahlreiche Wuchsh\u00fcllen in deutschen W\u00e4ldern bis sie verrosten oder durch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse in umweltsch\u00e4dliche Kunststoffbestandteile zerkleinert werden. Derzeit erh\u00e4ltliche Varianten aus Biokunststoffen basieren zwar auf nachwachsenden Rohstoffen, sind jedoch nicht biologisch abbaubar, zersetzen sich bereits w\u00e4hrend der Nutzungsphase und belasten die Natur mit Klein- und Mikroplastik.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/12\/PR_DITF_biodegradable-tree-covers-2-16f49a36-1.jpg\" alt=\"Baumh\u00fclle aus an dem an den DITF entwickelten Garn im Einsatz. Foto: Buck GmbH &amp; Co. 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Dieses Garn sollte sich mit einer Strickmaschine zu einem Schlauch verarbeiten lassen, um anschlie\u00dfend zu einer steifen, aber gleichzeitig nachgiebigen R\u00f6hre konsolidiert zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ausgangsmaterialien f\u00fcr die Entwicklung eines Hybridgarnes wurden nachwachsende Naturfasern und Polylaktid (PLA) genutzt, welche die Firma Trevira f\u00fcr die Forschung kostenlos bereitgestellt hat. PLA besteht aus chemisch aneinander gebundene Milchs\u00e4uremolek\u00fclen und stellt aktuell den einzigen im industriellen Ma\u00dfstab verf\u00fcgbare biologisch abbaubare Thermoplast dar. Besonderes Augenmerk wurde auf eine besonders hohe Reinheit des PLA gelegt, um eine Umweltsch\u00e4digung durch Weichmacher oder andere Inhaltstoffe zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als nachwachsende Naturfasern wurden zun\u00e4chst Flachsfasern verwendet. In mehreren aufeinander folgenden Prozessen der Spinnvorbereitung wurden sie mit den PLA-Stapelfasern ge\u00f6ffnet, gemischt und zu einem Faserband verarbeitet. Anschlie\u00dfend wurde in Voruntersuchungen eine geeignete Garnstruktur f\u00fcr das biobasierte Hybridgarn ermittelt. Gesucht war ein einfaches, weitverbreitetes Spinnverfahren, das eine schnelle Umsetzung in den industriellen Ma\u00dfstab gew\u00e4hrleistet. Es wurden Spinnversuche an einer Rotorspinnmaschine, am Flyer, einem dem Ringspinnen vorgelagerten Prozess, und an einem an den DITF entwickelten Umwindespinntester durchgef\u00fchrt. Schlie\u00dflich wurde die Vorgarnherstellung mittels Flyer gew\u00e4hlt, da dieses Verfahren ein volumin\u00f6ses sowie gleichzeitig festes Hybridgarn mit ausreichend flexiblen Einstellparametern erzeugt und zudem bei vielen Spinnereien verbreitet ist. Anschlie\u00dfend wurde das Hybridgarn bei der Firma Buck GmbH &amp; Co. KG zu einem Gestrick verarbeitet und daraus eine Baumh\u00fclle gefertigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus materialtechnischen und wirtschaftlichen Gr\u00fcnden wurden zur Optimierung des Hybridgarns die Flachsfasern durch Baumwollfasern ersetzt. Die Baumwollfaser ist quer zur Faserl\u00e4ngsachse biegsamer als die Flachsfaser. Dadurch erweist sie sich im Gestrick und in der in der anschlie\u00dfenden Anwendung als Baumh\u00fclle flexibler gegen\u00fcber von au\u00dfen wirkenden Kr\u00e4ften wie zum Beispiel Tieren oder Wind. Baumwollfasern sind im Vergleich zu Flachsfasern in Baumwollspinnereien verf\u00fcgbar, was die Anzahl an potentiellen Lieferanten f\u00fcr das Hybridgarn steigert.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Stephan Baz M.Sc.<br>Deputy Head of the Competence Center Staple Fibers, Weaving &amp; Simulation<br>Head of Staple Fiber Technology<br>Tel.: +49 (0)711 93 40-252<br>E-Mail: <a href=\"mailto:stephan.baz@ditf.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">stephan.baz@ditf.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Aufforstungen m\u00fcssen die Setzlinge gesch\u00fctzt werden. So genannte Wuchsh\u00fcllen hindern Wild daran, von den jungen Pflanzen zu fressen und helfen, dass sie nicht von anderen Pflanzen am Wachstum gehindert werden. Bisher gebr\u00e4uchliche H\u00fcllen aus Kunststoff und Metall werden h\u00e4ufig nicht rechtzeitig entfernt und belasten die Umwelt. 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