{"id":10162,"date":"2007-06-21T00:00:00","date_gmt":"2007-06-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070621-05n"},"modified":"2007-06-21T00:00:00","modified_gmt":"2007-06-20T22:00:00","slug":"wasserstoffreiches-produktgas-im-ipv-verfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wasserstoffreiches-produktgas-im-ipv-verfahren\/","title":{"rendered":"Wasserstoffreiches Produktgas im IPV-Verfahren"},"content":{"rendered":"<p><b>Vergasungsverfahren bieten insbesondere bei kleineren Anlagen f\u00fcr dezentrale Bioenergie\u00adnutzung erhebliche Wirkungsgradvorteile gegen\u00fcber beispielsweise der klassischen Verbrennung mit einem Wasser-\/ Dampfkreislauf. Das am <a href=\"http:\/\/www.et.mb.uni-siegen.de\/\" >Lehrstuhl f\u00fcr Energie- und Umweltverfahrenstechnik<\/a> der Universit\u00e4t Siegen entwickelte IPV-Verfahren&reg; (Integrierte Pyrolyse und Verbrennung) stellt dazu einen viel versprechenden Ansatz dar.<\/b><\/p>\n<p>Das IPV-Verfahren basiert auf dem Grundprinzip der r\u00e4umlichen Trennung zwischen Pyrolyse und der Erzeugung der dazu ben\u00f6tigten Energie. Nach Eintrag der Biomasse in einen Schachtreaktor findet durch Kontakt mit hei\u00dfer Wirbelbettasche aus einer Verbrennungswirbelschicht die Trocknung und Pyrolyse der Biomasse statt. W\u00e4hrend das freigesetzte Pyrolysegas den Schachtreaktor verl\u00e4sst, muss es unter Zugabe von Dampf die hei\u00dfe Schicht aus Wirbelbettasche passieren. Der Pyrolysekoks wird zusammen mit der Wirbelbettasche abgezogen und in die Verbrennungswirbelschicht gef\u00f6rdert. Durch die Verbrennung des Pyrolysekokses wird die Wirbelbettasche aufgeheizt. Das IPV-Verfahren bietet, zur Verbesserung der Gasqualit\u00e4t, die M\u00f6glichkeit der Zugabe von katalytisch wirksamen Stoffen. Das in kleinen dezentralen Anlagen erzeugte wasserstoffreiche Gas kann z.B. anschlie\u00dfend in einem Gasmotor zur Erzeugung von Strom und W\u00e4rme, nach einer Wasserstoffabtrennung als dezentrale Wasserstoffquelle oder schlicht als Erdgasersatz dienen.<\/p>\n<p>In der IPV-Technikumsanlage konnte bereits mit mehreren Brennstoffen erfolgreich ein wasserstoffreiches Gas hergestellt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Waldrestholz oder Altholz <\/li>\n<li>aufbereiteter Gewerbe- und Siedlungsabfall (Trockenstabilat&reg;)<\/li>\n<li>Ersatzbrennstoffe aus dem Autorecycling (Schredderleichtfraktion aus dem VW-SiCon-Verfahren&reg;)<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>ReEnvision: Projekt sieht 5 MW-Anlage f\u00fcr Edelstahlwerk vor<\/b><br \/>Das auf diesem Verfahren basierende Projekt ReEnvision wird gemeinsam mit der <a href=\"http:\/\/www.sicontechnology.com\/\" >SiCon GmbH<\/a>, den <a href=\"http:\/\/www.edelstahlprofile.de\/\" >Edelstahlwerken S\u00fcdwestfalen GmbH<\/a> und der <a href=\"http:\/\/www.kuettner.de\/\" >K\u00fcttner GmbH &#038; Co. KG<\/a>, die sich mit dem industriellen Anlagenbau besch\u00e4ftigt, durchgef\u00fchrt. Es sieht als ersten Schritt einen Upscale der Technikumsanlage auf eine 5 MW-Anlage vor, die bei den Edelstahlwerken errichtet wird. Mit dem IPV-Verfahren werden die genannten Biomassen bzw. Reststoffe als Brennstoff eingesetzt. Das entstehende Produktgas ersetzt Erdgas, das in Brennern zum Betrieb von Pfannen\u00f6fen verwendet wird. So k\u00f6nnen in der ersten Stufe vermeintliche Entsorgungsr\u00fcckst\u00e4nde zum \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Ersatz von fossilen Brennstoffen eingesetzt werden.<\/p>\n<p><b>Geplant: Wasserstoffgewinnung \u00fcber Druckwechseladsorption<\/b><br \/>In der zweiten Stufe wird auf den gewonnenen Erkenntnissen basierend eine 20 MW-Anlage errichtet, die ebenfalls mit Schredderr\u00fcckst\u00e4nden, Ersatzbrennstoffen und Biomassen betrieben wird. Das entstehende Produktgas wird teilweise weiterhin zum Betrieb von Pfannen\u00f6fen verwendet. Die dritte Stufe sieht zus\u00e4tzlich die Wasserstoffgewinnung \u00fcber Druckwechseladsorption aus dem Produktgas vor.  Der Wasserstoff soll dann in metallurgischen Prozessen und zum Betrieb einer Wasserstofftankstelle Verwendung finden. Zus\u00e4tzlich zur Substitution des Erdgases wird eine automobile Wasserstoffversorgung von 3.400 Pkw mit einer j\u00e4hrlichen Laufleistung von 15.000 km prognostiziert.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Dr. Frank K\u00f6ster<br \/>Tel.: 0209-167-28 11<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:koester@energieagentur.nrw.de\">koester@energieagentur.nrw.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom  <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-buchbesprechung-dezentrale-strom-und-waermeerzeugung-aus-biogenen-festbrennstoffen\/\" >2007-06-13-<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fnr-foerdert-forschung-zur-biomassevergasung\/\" >2007-06-06<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gruenes-licht-fuer-innovatives-biomassevergasungs-bhkw-in-baden-wuerttemberg\/\" >2007-01-17<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Vergasungsverfahren bieten insbesondere bei kleineren Anlagen f&uuml;r dezentrale Bioenergie&shy;nutzung erhebliche Wirkungsgradvorteile gegen&uuml;ber beispielsweise der klassischen Verbrennung mit einem Wasser-\/ Dampfkreislauf. 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