{"id":10153,"date":"2007-06-25T00:00:00","date_gmt":"2007-06-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070625-05n"},"modified":"2007-06-25T00:00:00","modified_gmt":"2007-06-24T22:00:00","slug":"praekeramische-papiere-als-vielseitige-werkstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/praekeramische-papiere-als-vielseitige-werkstoffe\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4keramische Papiere als vielseitige Werkstoffe"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Papiertechnischen Stiftung (<a href=\"http:\/\/www.ptspaper.de\/\" >PTS<\/a>) in M\u00fcnchen ist es in Zusammenarbeit mit der Friedrich Alexander Universit\u00e4t (FAU) Erlangen-N\u00fcrnberg, <a href=\"http:\/\/www.glass-ceramics.uni-erlangen.de\/\" >Lehrstuhl f\u00fcr Glas und Keramik<\/a>, gelungen, den F\u00fcllstoffgehalt im Papier deutlich \u00fcber das \u00fcbliche Ma\u00df von maximal 30 bis 40 Gewichtsprozent hinaus bis auf 90 Gewichtsprozent zu erh\u00f6hen. Als Folge nimmt das Papier gr\u00f6\u00dftenteils den F\u00fcllstoffcharakter an.<\/b><\/p>\n<p>Derartige Spezialpapiere k\u00f6nnen wasserbasierend mit \u00fcblichen Verfahren (Papiermaschine) hergestellt werden. Auch k\u00f6nnen sie trotz des hohen F\u00fcllstoffgehaltes papier\u00fcblich behandelt, also kalandriert, beschichtet und geformt werden. Aufgrund der vielf\u00e4ltigen Beschichtungs- und Formgebungsm\u00f6glichkeiten des Werkstoffs Papier k\u00f6nnen d\u00fcnnwandige, komplex geformte Werkstoffstrukturen effektiv realisiert werden.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Anwendungsbereich sind pr\u00e4keramische, sinterf\u00e4hige Spezialpapiere. Diese Papiere sind mit pr\u00e4keramischen (reaktiv keramische Phasen ausbildend) oder keramischen F\u00fcllstoffen bis 85 Gew.-% so stark angereichert, dass sie thermisch in keramische Werkstoffe umgesetzt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><b>Vielseitige Anwendungen f\u00fcr pr\u00e4keramische Papiere<\/b><br \/>Dr. Andreas Hofenauer und Renate Kirmeier von der Papiertechnischen Stiftung sowie Dr. Nahum Travitzky und Hans Windsheimer von der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg besch\u00e4ftigen sich seit rund vier Jahren mit der Herstellung und thermischen Umsetzung pr\u00e4keramischer Papiere. M\u00f6gliche Einsatzgebiete dieser innovativen Werkstoffe reichen von der Energie- und Umwelttechnik \u00fcber die chemische Reaktionstechnik bis hin zur Medizintechnik.<\/p>\n<p>Ein weiteres wichtiges Anwendungsfeld ist die Hochtemperaturtechnik. Bei modernen Brenntechniken, etwa f\u00fcr den Schnellbrand von Porzellan, sind gro\u00dffl\u00e4chige W\u00e4rmeschutz-Bauteile (Schotten) notwendig. Sie bestehen aus hochtemperaturbest\u00e4ndigen Werkstoffen und sorgen f\u00fcr die thermische Abgrenzung unterschiedlicher Brennkammerbereiche. Diese thermischen Barrieren im Ofeninnenraum sind mehrere Quadratmeter gro\u00df und besitzen eine geringe W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit, eine gute Oxidationsbest\u00e4ndigkeit bis zu 1500\u00b0C und eine hohe Formstabilit\u00e4t, um einen m\u00f6glichst langen Einsatz zu erm\u00f6glichen. Sie sind der Gr\u00f6\u00dfe des Brennguts angepasst, erleichtern das Stapeln der Ware im Ofen und werden m\u00f6glichst oft wieder verwendet. Gegenw\u00e4rtig haben die Schotten eine gro\u00dfe Wandst\u00e4rke von bis zu 6 Millimetern und eine entsprechend gro\u00dfe thermische Masse, die zus\u00e4tzlich zum Brenngut aufgeheizt werden muss. Basierend auf den entwickelten pr\u00e4keramischen Papieren k\u00f6nnen durch papiertechnisch etablierte Formgebungsprozesse hohlr\u00e4umige Keramikk\u00f6rper mit geringer thermischer Masse hergestellt werden, deren Einsatz eine erhebliche Energieeinsparung bedeutet.<\/p>\n<p>Ein weiterer gelungener Anwendungsfall f\u00fcr pr\u00e4keramische sinterf\u00e4hige Spezialpapiere ist ihre Adaption an das Rapid Prototyping-Verfahren &#8220;Laminated Object Manufacturing&#8221; (LOM). LOM ist ein einfaches und elegantes Verfahren zur Herstellung von Prototypen und ist eine der am meisten verwendeten Rapid-Prototyping Technologien. In diesem Prozess k\u00f6nnen schichtweise komplexe 3-D Strukturen erzeugt werden. Im Gegensatz zu herk\u00f6mmlichen Herstellungsverfahren der keramischen Industrie sind beim LOM-Verfahren keine \u00e4u\u00dferen Press- oder Gussformen notwendig. Durch die Verwendung pr\u00e4keramischer Papiere kann die keramische Industrie eine gro\u00dfe Bandbreite technischer Keramiken, z. B. Oxide, Carbide oder Nitride, mit dem gleichen Verfahren herstellen. Dies ist ein Novum, da bisherige Formgebungsverfahren und entsprechende Keramiksysteme immer aufeinander abgestimmt werden mussten.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.ptspaper.de\/\" >Papiertechnische Stiftung<\/a><br \/>Erwin Polmann<br \/>Tel. 089-12 14 62 30<br \/>E-Mail <a href=\"mailto:erwin.polmann@ptspaper.de\">erwin.polmann@ptspaper.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gemeinschaftsprojekt-zur-weiterentwicklung-von-cellulosecarbamaten\/\" >2007-06-04<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/piezo-elektrische-faser-aus-cellulose-und-keramik\/\" >2002-09-05<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Papiertechnischen Stiftung (PTS) in M&uuml;nchen ist es in Zusammenarbeit mit der Friedrich Alexander Universit&auml;t (FAU) Erlangen-N&uuml;rnberg, Lehrstuhl f&uuml;r Glas und Keramik, gelungen, den F&uuml;llstoffgehalt<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10153","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10153","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10153"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10153\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10153"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}