{"id":10147,"date":"2007-06-26T00:00:00","date_gmt":"2007-06-25T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070626-03n"},"modified":"2007-06-26T00:00:00","modified_gmt":"2007-06-25T22:00:00","slug":"kaufen-chinesen-deutschen-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kaufen-chinesen-deutschen-wald\/","title":{"rendered":"Kaufen Chinesen Deutschen Wald?"},"content":{"rendered":"<p><b>Chinas Holzbedarf w\u00e4chst. In den kommenden Jahren soll das Land, das Importholz bisher vor allem aus dem asiatisch-pazifischen Raum einf\u00fchrt, zum gr\u00f6\u00dften Rohholzimporteur aufsteigen. Ob deutsche W\u00e4lder k\u00fcnftig in gro\u00dfem Stil von chinesischen Investoren aufgekauft werden, ist allerdings umstritten.<\/b><\/p>\n<p><b>Bund Deutscher Forstleute: &#8220;Die Chinesen kaufen auf Teufel komm raus.&#8221;<\/b><br \/>Wie der Bund Deutscher Forstleute (<a href=\"http:\/\/www.bdf-online.de\/\" >BDF<\/a>) erfahren hat, kaufen die Chinesen in Deutschland gro\u00dffl\u00e4chig ganze W\u00e4lder. Matthias Manthey, Grundst\u00fccksmakler aus Ahrensburg und Gesch\u00e4ftspartner der Chinesen gegen\u00fcber der Zeitung <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/\" >Die Welt<\/a>: &#8220;Die Chinesen kaufen auf Teufel komm raus.&#8221; Im Raum Celle haben die Chinesen laut Manthey bereits 500 Hektar Wald gekauft und w\u00fcrden derzeit im gro\u00dfen Stil \u00fcber Waldk\u00e4ufe in Schleswig-Holstein verhandeln.<\/p>\n<p>Bernhard Dierdorf, Bundesvorsitzender der Fachgewerkschaft Bund Deutscher Forstleute, bef\u00fcrchtet negative Auswirkungen auf den naturnahen Waldbau, auf die Verkehrssicherungspflicht, auf den heimischen Holzmarkt und auf die Allgemeinwohlverpflichtung der W\u00e4lder. Der BDF bef\u00fcrchtet mit Blick auf die leeren \u00f6ffentlichen Kassen mittelfristig allerdings auch den Ausverkauf der Staatsw\u00e4lder.<\/p>\n<p>Der von Franz M\u00fcntefering kreierte Begriff &#8220;Heuschrecken&#8221; zieht auch in die deutsche Forstwirtschaft ein. Der Globalplayer China ist dabei, eine F\u00fchrungsrolle in der Weltforstwirtschaft zu \u00fcbernehmen. Der Rohstoff Holz ist im eigenen Land ein knappes Gut und der Holzverbrauch steigt seit Jahren stetig. Selbst \u00fcber genmanipulierte Baumarten und eine intensive Plantagenwirtschaft ist die innerchinesische Holznachfrage nicht zu befriedigen. Da sich der Holzmarkt in den vergangenen Jahren deutlich erholt hat, scheinen die Chinesen mittelfristig nicht mehr bereit zu sein, die steigenden Holzpreise zu zahlen. \u00dcber den Erwerb von Waldeigentum in Deutschland soll nun der Eigenbedarf an Holz wirtschaftlich akzeptabel gesichert werden. Deutschland ist aufgrund der hohen Holzvorr\u00e4te f\u00fcr die Chinesen ein lukratives Waldland, in dem es sich lohnt, zu investieren.<\/p>\n<p>Der BDF sieht, obwohl sich auch die Chinesen an die L\u00e4nderforstgesetze halten m\u00fcssen, diese Entwicklung mit gro\u00dfer Sorge. Die Sicherung des Rohstoffes Holz durch die Chinesen wird zur Folge haben, dass der deutschen Holzwirtschaft erhebliche Holzmengen entzogen werden. Bernhard Dierdorf: &#8220;Im Rahmen der ordnungsgem\u00e4\u00dfen und nachhaltigen deutschen Forstwirtschaft werden die sozialen, \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Waldfunktionen gesichert. Die diesen Funktionen dienende Allgemeinwohlverpflichtung des Waldes ist bis heute nicht in Frage gestellt.&#8221; &#8220;Ob sich die Chinesen an diese Allgemeinwohlverpflichtung gebunden f\u00fchlen, ist zu bezweifeln&#8221;, so Dierdorf weiter. Die finanziellen Investitionen in den Erwerb von Wald werden die Chinesen durch entsprechende Ernteertr\u00e4ge wieder einfahren wollen. Da werden die Erholungseinrichtungen im Wald sehr schnell zur Mangelware werden. Der Wald ist Wirtschaftsgut, Arbeitsplatz und Kulturlandschaft zugleich. Deshalb fordert der BDF die Politik, die Forstverwaltungen und die Gesellschaft auf, dem Ausverkauf deutscher W\u00e4lder entschieden entgegen zu wirken.<\/p>\n<p><b>AGDW: Gr\u00f6\u00dfere Waldfl\u00e4chen sind derzeit nicht auf dem Markt<\/b><br \/>Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverb\u00e4nde e.V. (<a href=\"http:\/\/www.agdw.org\/\" >AGDW<\/a>) teilt diese Besorgnis nicht: &#8220;Die Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Markt f\u00fcr Waldfl\u00e4chen und die konkrete Nachfrage bei unseren Mitgliedern lassen solche Entwicklungen kaum m\u00f6glich erscheinen&#8221;, sagt Dr. Ute Seeling, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverb\u00e4nde e.V., zu Ger\u00fcchten \u00fcber Waldk\u00e4ufe ausl\u00e4ndischer Investoren (&#8220;Heuschrecken&#8221;) in gro\u00dfem Stil.<\/p>\n<p>Insgesamt ist der Waldfl\u00e4chenumsatz in Deutschland sehr gering, nur wenige Tausendstel der Gesamtfl\u00e4che wechseln j\u00e4hrlich den Eigent\u00fcmer. In Niedersachsen sind es beispielsweise ca. 0,18% des Bestandes, in Nordrhein-Westfalen ca. 0,23%. Diese geringf\u00fcgige Bewegung, sieht man von der langj\u00e4hrigen Reprivatisierung durch die Treuhand in den Neuen Bundesl\u00e4ndern ab, die jedoch mittlerweile zu gut 90% abgewickelt ist, macht es fast unm\u00f6glich, von einem &#8220;Markt&#8221; zu sprechen.<\/p>\n<p>In Deutschland befinden sich ca. 46% der Gesamtwaldfl\u00e4che in privater Hand. Bei 50 bis 75% der Fl\u00e4che handelt es sich um Klein- und Kleinstfl\u00e4chen (bis zu 30 Hektar). F\u00fcr Investoren, denen es um effiziente Nutzung der Best\u00e4nde geht, sind diese Gr\u00f6\u00dfenordnungen vollkommen unattraktiv. Attraktiv sind sie nur f\u00fcr den umliegenden Waldbesitzer, dem sie zur Arrondierung seiner bereits bestehenden Waldfl\u00e4che dienen. Die dabei zugrundeliegende Motivation muss als sehr positiv eingesch\u00e4tzt werden, denn sie dient zur Erhaltung und Schaffung nachhaltig wirtschaftender Betriebe.<\/p>\n<p>Die Idee der Sicherung von Ressourcen und der engeren Verzahnung von Wertsch\u00f6pfungsketten ist nicht neu. So hat es in der Vergangenheit durchaus schon den ein oder anderen interessierten Investor aus dem In- und Ausland (z.B. Skandinavien, \u00d6sterreich) gegeben. &#8220;Bislang sind derartige Bem\u00fchungen an den beschriebenen Marktverh\u00e4ltnissen mehr oder weniger gescheitert&#8221;, erl\u00e4utert Dr. Seeling. &#8220;Jeder Waldbesitzer in Deutschland ist zudem an die gesetzlichen Vorgaben gebunden, die eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe, nachhaltige Forstwirtschaft vorschreiben. Es besteht kein Grund zur Beunruhigung.&#8221;<\/p>\n<p>Die Pressemeldungen stehen zum Herunterladen zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<ul>\n<li> <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070626-03\/1107_Chinesen_kaufen_Wald.pdf\" >Pressemeldung des Bundes deutscher Forstleute<\/a>(PDF-Dokument)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070626-03\/07-06_Waldverkaeufe_China.pdf\" >Pressemeldung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverb\u00e4nde<\/a> (PDF-Dokument)<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/entwicklung-der-europaeischen-holzwerkstoffindustrie\/\" >2007-05-10<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/investieren-in-holz-profitable-chance-auch-fuer-privatanleger\/\" >2006-08-10<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Chinas Holzbedarf w&auml;chst. 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