{"id":10106,"date":"2007-04-28T00:00:00","date_gmt":"2007-04-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070428-01n"},"modified":"2007-04-28T00:00:00","modified_gmt":"2007-04-27T22:00:00","slug":"lupinie-forschung-zur-einheimischen-eiweisspflanze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/lupinie-forschung-zur-einheimischen-eiweisspflanze\/","title":{"rendered":"Lupinie: Forschung zur einheimischen Eiwei\u00dfpflanze"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Blaue S\u00fc\u00dflupine ist in Deutschland eine noch sehr junge Kulturpflanze. Als heimische Eiwei\u00dfpflanze k\u00f6nnte sie f\u00fcr die Landwirtschaft die Fruchtfolgen bereichern und f\u00fcr die Verbraucher eine attraktive Alternative zu importiertem Soja bieten. Der Pferdefu\u00df: Lupinen werden von einem Schadpilz befallen, der schwere Ertragseinbu\u00dfen verursachen kann. Wissenschaftler der Bundesanstalt f\u00fcr Z\u00fcchtungsforschung (<a href=\"http:\/\/www.bafz.de\/\" >BAZ<\/a>) versprechen nun Abhilfe.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070428-01\/newsimage1.jpeg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"newsimage1.jpeg\"\/>Zu den g\u00fcnstigen Eigenschaften der Blauen S\u00fc\u00dflupine (Lupinus angustifolius) z\u00e4hlen unter anderem die Glutenfreiheit (g\u00fcnstig f\u00fcr Z\u00f6liakiepatienten) und ein niedriger glyk\u00e4mischer Index (g\u00fcnstig bei Diabetes). Auch ihre cholesterinsenkende Wirkung sowie der hohe Gehalt an Vitamin B12 machen sie f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung interessant. Im Bio-Bereich k\u00f6nnte die Blaue S\u00fc\u00dflupine als eiwei\u00dfreiche H\u00fclsenfrucht eine Alternative zum importierten Soja mit seiner Gentechnik-Problematik darstellen.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Landwirtschaft ist die Blaue S\u00fc\u00dflupine eine interessante Fruchtart. Sie bildet eine bis zu zwei Meter tiefe Pfahlwurzel aus; ihr Wurzelsystem l\u00e4sst die Pflanze auch auf leichtesten Standorten mit schlechter Wasserversorgung gedeihen, was gerade im Hinblick auf den Klimawandel mit einer prognostizieren Zunahme von Vorsommertrockenheit von Bedeutung werden kann. Als Stickstoff-Fixierer haben Lupinen zudem einen hervorragenden Vorfruchtwert.<\/p>\n<p>Allerdings sind Lupinen anf\u00e4llig gegen\u00fcber dem Pilz Colletotrichum lupini, dem Erreger der Anthraknose. Diese Krankheit kann zu schweren Ertragseinbu\u00dfen bis hin zum Totalverlust f\u00fchren. Aus diesem Grund ist der Anbau der Gelben und Wei\u00dfen Lupine in Deutschland vor einigen Jahren praktisch zum Erliegen gekommen. Auch die etwas robustere Blaue S\u00fc\u00dflupine ist prinzipiell anf\u00e4llig gegen\u00fcber dem Pilz. <\/p>\n<p>Z\u00fcchtungsforscher des BAZ-Instituts f\u00fcr landwirtschaftliche Kulturen in Gro\u00df L\u00fcsewitz haben daher nach Resistenzgenen gefahndet, die zum Schutz vor Anthraknose mobilisiert werden k\u00f6nnten. Allerdings stand zun\u00e4chst kein verl\u00e4sslicher Resistenztest zur Verf\u00fcgung. Erst ein Kontakt nach Australien, wo die Blaue Lupine bereits gr\u00f6\u00dfere Bedeutung erlangt hat, brachte den entscheidenden Fortschritt. Am Department of Agriculture Western Australia war eine Resistenztest-Methode verf\u00fcgbar, die sich auch unter hiesigen Bedingungen als geeignet erwies. Mit Hilfe dieses Testverfahrens wurden zun\u00e4chst die deutschen S\u00fc\u00dflupinen-Sorten unter die Lupe genommen, mit dem Ergebnis, dass es im hiesigen Sortiment keinerlei Resistenz gegen die Anthraknose gibt.<\/p>\n<p>Daher schauten sich die Gro\u00df L\u00fcsewitzer Forscher nach anderen potenziellen Resistenzquellen um. Mit Hilfe eines molekularen Selektionsmarkers gelang es, aus einer australischen Sorte ein Resistenzgen in deutsches Blaulupinen-Material einzukreuzen. Dazu Z\u00fcchtungsforscherin Dr. Brigitte Ruge-Wehling: &#8220;Mit diesem als &#8216;Smart Breeding&#8217; bezeichneten molekularen Ansatz konnten wir sehr schnell und gezielt nachweisen, in welche Kreuzungsnachkommen das Resistenzgen \u00fcbertragen wurde. <\/p>\n<p>Wir konnten reinerbige Nachkommen identifizieren, die im Test dank des \u00fcbertragenen Resistenzfaktors symptomfrei blieben.&#8221; Von diesem Ergebnis befl\u00fcgelt begannen die Wissenschaftler ein Kooperationsprojekt mit der <a href=\"http:\/\/www.saatzucht-steinach.de\/\" >Saatzucht Steinach<\/a> im mecklenburgischen Bornhof, dem einzigen Z\u00fcchter von Blauen S\u00fc\u00dflupinen in Deutschland. Die ersten Ergebnisse aus diesem Vorhaben sind vielversprechend. Dr. Ruge-Wehling: &#8220;Unsere gemeinsame Arbeit hat zu zwei Lupinenlinien gef\u00fchrt, die auch nach massivem Kontakt mit dem Pilz keine Krankheitssymptome entwickeln. Es besteht sogar Anlass zur Hoffnung, dass wir es mit mehreren Genen f\u00fcr Anthraknoseresistenz zu tun haben.&#8221;<\/p>\n<p>Die bisherigen Ergebnisse der Gro\u00df L\u00fcsewitzer Z\u00fcchtungsforscher er\u00f6ffnen die Perspektive, dass innerhalb der n\u00e4chsten 10 Jahre erstmals Blaue S\u00fc\u00dflupinen mit hoher Widerstandsf\u00e4higkeit gegen die Anthraknose in Deutschland gez\u00fcchtet und angebaut werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Dr. Brigitte Ruge-Wehling<br \/>Bundesanstalt f\u00fcr Z\u00fcchtungsforschung an Kulturpflanzen<br \/>Institut f\u00fcr landwirtschaftliche Kulturen<br \/>Rudolf-Schick-Platz 3a<br \/>18190 Gro\u00df L\u00fcsewitz<br \/>Tel.: 038209-45208<br \/>E-mail: <a href=\"mailto:b.ruge@bafz.de\">b.ruge@bafz.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gentechnik-pflanzen-als-pharmafabrik\/\" >2004-07-14<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sterreich-schlauer-bauer-fhrt-mit-unkraut\/\" >2005-10-12<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Blaue S&uuml;&szlig;lupine ist in Deutschland eine noch sehr junge Kulturpflanze. 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