{"id":10090,"date":"2007-05-04T00:00:00","date_gmt":"2007-05-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070504-05n"},"modified":"2007-05-04T00:00:00","modified_gmt":"2007-05-03T22:00:00","slug":"bessere-oekobilanzen-sprechen-fuer-biotreibstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bessere-oekobilanzen-sprechen-fuer-biotreibstoffe\/","title":{"rendered":"Bessere \u00d6kobilanzen sprechen f\u00fcr Biotreibstoffe"},"content":{"rendered":"<p><b>Unter Einhaltung bestimmter Bedingungen ist die \u00d6kobilanz von Biotreibstoffen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen deutlich besser. Zu diesem Schluss kommt Gerfried Cebrat von der <a href=\"http:\/\/www.fgm.at\/\" >Forschungsgesellschaft Mobilit\u00e4t &#8211; Austrian Mobility Research<\/a> im pressetext-Interview. Allein schon die Verringerung des CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes spreche demnach deutlich f\u00fcr lokal hergestellte Treibstoffe.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Das mediale Interesse an sogenannten Biofuels ist hoch&#8221;, so Cebrat. &#8220;Neben spektakul\u00e4ren Aktionen wie etwa Wettrennen von Elektro- oder Biodiesel-Fahrzeugen gegen herk\u00f6mmliche Sportwagen, gibt es auch kritische Berichte zur Umweltbelastung bestimmter Kraftstoffe bzw. deren Herstellverfahren.&#8221; Grunds\u00e4tzlich m\u00fcsse man vor \u00fcberzogenen Anspr\u00fcchen warnen: So genannte &#8220;Biofuels&#8221; sind zwar meistens umweltfreundlicher als fossile Kraftstoffe, sie werden aber derzeit aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden nur in der Minderzahl im \u00f6kologischen Landbau angebaut. Das m\u00fcsse aber keinesfalls so bleiben, argumentiert Cebrat.<\/p>\n<p>&#8220;\u00d6kobilanzen unterst\u00fctzen uns bei der Wahl aus dem zunehmenden Angebot an alternativen Kraftstoffen&#8221;, f\u00fchrt der Experte aus. Kraftstoffe aus Kurzumtriebsholz oder biologischen Abf\u00e4llen aus anderen Bereichen wie etwa Speise\u00f6l schneiden in der \u00d6kobilanz tendenziell besser ab als Kraftstoffe, die aus Feldfr\u00fcchten gewonnen werden. &#8220;Ein Vorzeigebeispiel f\u00fcr die Verwendung von Biodiesel, der aus Speise\u00f6l erzeugt wird, findet sich in Graz, wo \u00fcber 100 Busse mit diesem den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df verringernden Kraftstoff betrieben werden.&#8221; <\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich m\u00fcsse klargestellt werden, dass Schlagzeilen, die nur einen Aspekt beim Vergleich herausgreifen oder sich auf Extremsituationen beziehen, keine ausreichende Entscheidungsbasis sind. Man denke beispielsweise an gro\u00dffl\u00e4chige Verschmutzungen durch geplatzte \u00d6l-Pipelines oder Tankerunf\u00e4lle.<\/p>\n<p>&#8220;Beim Lesen der Berichte \u00fcber Forschungsergebnisse ist darauf zu achten, wie die Randbedingungen der Tests, Messungen oder Modelle waren, und ob sie auf die eigene Region \u00fcbertragbar sind&#8221;, f\u00fchrt Cebrat aus. Sogar in den Tropen &#8211; gemeint ist hier der Anbau in der Savanne, nicht im Regenwald &#8211; und gem\u00e4\u00dfigten Breiten existieren Herstellpfade f\u00fcr Ethanol und Biodiesel, die in der \u00d6kobilanz besser abschneiden als das gro\u00dftechnische Aufschlie\u00dfen von Zellulose f\u00fcr Biokraftstoffe der zweiten Generation. <\/p>\n<p>&#8220;Bei allen Kraftstoffen aus nat\u00fcrlichen Quellen k\u00f6nnen negative Schlagzeilen zur \u00d6kobilanz vermieden werden, wenn einige Voraussetzungen beachtet werden&#8221;, meint der Fachmann. So sollte etwa die D\u00fcngerproduktion zum Anbau nachwachsender Treibstoffe aus nat\u00fcrlichen Ressourcen erfolgen. Kontrollmechanismen m\u00fcssten daf\u00fcr sorgen, dass \u00f6kologisch wertvolle Feuchtgebiete nicht agrarisch genutzt werden. Unproblematisch dagegen sei der Anbau in der Savanne, auf Brachfl\u00e4chen oder noch besser auf Fl\u00e4chen, auf denen derzeit Lebensmittel-\u00dcbersch\u00fcsse produziert werden. &#8220;Auch die Nutzung von Abfallstoffen f\u00fcr die Kraftstoffherstellung ist sehr sinnvoll.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Die Analysen zeigen, dass es bereits jetzt brauchbare Alternativen zu fossilen Kraftstoffen gibt&#8221;, meint Cebrat. Es sei aber ebenso wichtig, den gesamten Energieverbrauch zu senken, weil auch biologische Rohstoffe nicht in unendlicher Menge produziert werden k\u00f6nnen. Die Forschungsgesellschaft Mobilit\u00e4t fokussiert deshalb auch in ihren kommenden Projekten zum Thema \u00f6kologische und \u00f6konomische Beschaffung und Betrieb von Flotten mit zehn Partnern auf sogenannte &#8220;high mileage fleets&#8221; &#8211; also Flotten, die sehr viele Kilometer pro Jahr zur\u00fccklegen.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich gebe es neben der Beimischung von 3,2 Prozent Biodiesel zum fossilen Diesel ein Netz an Tankstellen, die 100 Prozent Biodiesel anbieten. In vielen Fahrzeugen kann Biodiesel problemlos bis zu einem Anteil von 20 bis 40 Prozent zugemischt werden. Durch den Klimawandel und neue Z\u00fcchtungen werden bei uns in Zukunft mediterrane Pflanzen als Rohstoff f\u00fcr die Biodieselproduktion einsetzbar sein und den Ertrag weiter erh\u00f6hen. Somit werden sich die Umweltbilanzen f\u00fcr Biodiesel weiter verbessern.<\/p>\n<p>Erdgasfahrzeuge, die den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df ein wenig senken, boomen besonders im gewerblichen Bereich. Das Tankstellennetz wird st\u00e4ndig erweitert und in einigen Bundesl\u00e4ndern wird in Zukunft Biogas beigemischt. &#8220;Die Ethanolherstellung ist in \u00d6sterreich gerade im Aufbau &#8211; neben der Beimischung von Ethanol zu Ottokraftstoffen werden ab Herbst auch Tankstellen f\u00fcr E85, also 85 Prozent Ethanol anbieten.&#8221; <\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dferen Flotten ist es auch vorbehalten sich eine eigene Tankstelle einzurichten, bei der E95, also 95 Prozent Ethanol getankt werden kann. &#8220;Mit E95 anstelle von Diesel k\u00f6nnen ohne komplexe Abgasnachbehandlung niedrige Schadstoffemissionen erzielt werden&#8221;, meint Cebrat abschlie\u00dfend im Interview. In Schweden laufen bereits 400 Busse mit diesem Kraftstoff.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Unter Einhaltung bestimmter Bedingungen ist die &Ouml;kobilanz von Biotreibstoffen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen deutlich besser. Zu diesem Schluss kommt Gerfried Cebrat von der Forschungsgesellschaft<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10090","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10090","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10090"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10090\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10090"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10090"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10090"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10090"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}