{"id":10089,"date":"2007-05-04T00:00:00","date_gmt":"2007-05-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070504-07n"},"modified":"2007-05-04T00:00:00","modified_gmt":"2007-05-03T22:00:00","slug":"universitaet-jena-chemiker-entwickeln-ionische-fluessigkeiten-fuer-die-celluloseverarbeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/universitaet-jena-chemiker-entwickeln-ionische-fluessigkeiten-fuer-die-celluloseverarbeitung\/","title":{"rendered":"Universit\u00e4t Jena: Chemiker entwickeln ionische Fl\u00fcssigkeiten f\u00fcr die Celluloseverarbeitung"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Nachwachsende Rohstoffe r\u00fccken immer st\u00e4rker in den Blickpunkt&#8221;, beobachtet Dr. Annegret Stark von der <a href=\"http:\/\/www.uni-jena.de\/\" >Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena<\/a> und nennt als Beispiel die Cellulose. Als Bestandteil von Holz macht sie einen Gro\u00dfteil der auf der Erde vorkommenden Biomasse aus. &#8220;Schon heute wird Cellulose vielf\u00e4ltig genutzt, ob als Rohstoff f\u00fcr die Papierherstellung, in der Bekleidungsindustrie beispielsweise in Form von Viskose sowie als Basis f\u00fcr verschiedenste Verpackungsmaterialien oder als W\u00e4rme- und Schalld\u00e4mmstoff&#8221;, so die Chemikerin vom <a href=\"http:\/\/www.uni-jena.de\/Institut_f%C3%BCr_Technische_Chemie_und_Umweltchemie.html\" >Institut f\u00fcr Technische Chemie und Umweltchemie<\/a>.<\/b><\/p>\n<p>Doch nicht allein ihr Vorhandensein in gro\u00dfer Menge macht Cellulose als Rohstoff f\u00fcr die Industrie interessant. Vielmehr l\u00e4sst sie sich chemisch so modifizieren, dass sie neue zus\u00e4tzliche Eigenschaften bekommt und z. B. antibakteriell wirkt. Dem steht jedoch bislang ein Problem im Wege: Cellulose ist absolut unl\u00f6slich in Wasser und den meisten g\u00e4ngigen L\u00f6sungsmitteln. Eine gute L\u00f6slichkeit ist aber zumeist Voraussetzung f\u00fcr ihre Verarbeitung. Bisher mussten Laborchemiker wie auch industrielle Anwender den Naturstoff Cellulose deshalb in komplizierten Gemischen l\u00f6sen, die jedoch eine ganze Reihe gravierender Nachteile haben. Sie sind sie z. B. nicht recyclebar und neigen bei hohen Temperaturen zu gef\u00e4hrlichen Verpuffungen.<\/p>\n<p>Deshalb haben Forscher des Instituts f\u00fcr Technische Chemie und Umweltchemie und des Kompetenzzentrums Polysaccharidforschung der Universit\u00e4t Jena sowie der <a href=\"http:\/\/www.ompg.de\/\" >Ostth\u00fcringischen Materialpr\u00fcfgesellschaft f\u00fcr Textil und Kunststoffe mbH<\/a> in Rudolstadt ein gemeinsames Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (<a href=\"http:\/\/www.dbu.de\/\" >DBU<\/a>) f\u00f6rdert das Forschungsvorhaben in den kommenden anderthalb Jahren mit rund 460.000 Euro. In diesem Projekt wollen die Wissenschaftler eine neue Klasse von L\u00f6sungsmitteln, die so genannten ionischen Fl\u00fcssigkeiten, f\u00fcr die Verspinnung der Cellulose zu Fasern untersuchen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu konventionellen organischen L\u00f6sungsmitteln bestehen ionische Fl\u00fcssigkeiten vollst\u00e4ndig aus Ionen. &#8220;Es handelt sich um Salze, die bei Raumtemperatur fl\u00fcssig sind&#8221;, so die Chemikerin Stark. Diese haben den gro\u00dfen Vorteil, dass sie nicht verdampfen und deshalb keine explosiven Gasgemische bilden. Neben dem Sicherheitsaspekt haben die Kooperationspartner auch das Recycling der L\u00f6sungsmittel nach der Celluloseverarbeitung im Blick. &#8220;Wir wollen einen Prozess etablieren, der sowohl aus \u00f6kologischer als auch \u00f6konomischer Sicht effizienter als bestehende Verfahren ist und gleichzeitig Fasern von h\u00f6herer Rei\u00df- und Schlingenfestigkeit erzielen&#8221;, nennt Dr. Stark das Projektziel.<\/p>\n<p>Neben diesen praktischen Vorteilen er\u00f6ffnet der Einsatz ionischer Fl\u00fcssigkeiten als L\u00f6sungsmittel zur Celluloseverarbeitung aber auch v\u00f6llig neue M\u00f6glichkeiten der chemischen Modifizierung. So ist mittels ionischer Fl\u00fcssigkeiten beispielsweise die vollst\u00e4ndige Acetylierung der Cellulose m\u00f6glich. Diese und andere chemische Modifizierungen der Struktur der Cellulose und die damit einhergehenden \u00c4nderungen ihrer Eigenschaften erlauben die Herstellung von pharmazeutischen Produkten, Lebensmitteln und Baustoffen. Weitere Modifizierungen werden derzeit in der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Thomas Heinze untersucht. Der Professor f\u00fcr Organische Chemie der Universit\u00e4t Jena leitet das <a href=\"http:\/\/www.chemie.uni-jena.de\/institute\/oc\/heinze\/kontakt.html\" >Kompetenzzentrum Polysaccharidforschung<\/a>, wo neue bioaktive Funktionsfasern auf Cellulosebasis bis zur Marktreife entwickelt werden.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Dr. Annegret Stark<br \/>Institut f\u00fcr Technische Chemie und Umweltchemie der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena<br \/>Lessingstra\u00dfe 12<br \/>07743 Jena<br \/>Tel: 03641 948413<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:annegret.stark@uni-jena.de\">annegret.stark@uni-jena.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/natur-fasern-fast-zu-schade-zum-ausziehen\/\" >2007-03-30<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/basf-cellulosefasern-effizienter-und-umweltvertraeglicher-herstellen\/\" >2006-08-30<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Nachwachsende Rohstoffe r&uuml;cken immer st&auml;rker in den Blickpunkt&#8221;, beobachtet Dr. Annegret Stark von der Friedrich-Schiller-Universit&auml;t Jena und nennt als Beispiel die Cellulose. 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