{"id":10088,"date":"2007-05-05T00:00:00","date_gmt":"2007-05-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070505-01n"},"modified":"2007-05-05T00:00:00","modified_gmt":"2007-05-04T22:00:00","slug":"trockenheit-aktuelle-einschaetzungen-der-zmp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/trockenheit-aktuelle-einschaetzungen-der-zmp\/","title":{"rendered":"Trockenheit: Aktuelle Einsch\u00e4tzungen der ZMP"},"content":{"rendered":"<p><b>Durch die langanhaltende Trockenheit fehlt es in weiten Teilen des Bundesgebietes an pflanzenverf\u00fcgbarem Wasser. Insbesondere die leichten B\u00f6den mit hohen Sandanteilen und flachgr\u00fcndige Standorte sind davon betroffen. In den kommenden Tagen wird die <a href=\"http:\/\/www.zmp.de\/\" >ZMP<\/a> an dieser Stelle in kurzen Abst\u00e4nden dar\u00fcber berichten, ob und wie sich das auf die landwirtschaftlichen M\u00e4rkte auswirkt.<\/b><\/p>\n<p><b>4. Mai &#8211; Futter vom Gr\u00fcnland<\/b><br \/>Die milden Temperaturen in diesem Fr\u00fchjahr haben zu einem vorzeitigen Aufwuchs des Gr\u00fcnlandes gef\u00fchrt. Aus den meisten Regionen wird von einem Vegetationsvorsprung von zwei bis drei Wochen berichtet. Die weitere Entwicklung wird von der Wasserversorgung abh\u00e4ngen. Die ungew\u00f6hnlich trockene Witterung der letzten Wochen hat vielerorts bereits den Massenzuwachs stark gebremst.<\/p>\n<p><b>3. Mai &#8211; Getreide<\/b><br \/>Auf vielen Standorten mit leichten B\u00f6den sind Sch\u00e4den in den Getreidebest\u00e4nden erkennbar, die nennenswerte Ertragseinbu\u00dfen zur Folge haben d\u00fcrften. Vor allem auf Sandb\u00f6den wurden aufgrund irreversibler Trockensch\u00e4den Fl\u00e4chen umgebrochen. Insbesondere Wintergerste ist betroffen, zumal die Best\u00e4nde in einigen Regionen zus\u00e4tzlich unter einem Virusbefall leiden (Gelbverzwergungsvirus). Die Trockenheit beeintr\u00e4chtigt jedoch auch die Entwicklung der Sommersaaten (z.B. Sommergerste f\u00fcr die Malzherstellung) erheblich. Zugleich l\u00e4sst das trockene und warme Wetter kaum Neuinfektionen mit Pilzerkrankungen bei Getreide zu. Auf Standorten mit B\u00f6den, die eine bessere Wasserspeicherkapazit\u00e4t besitzen, sind bisher wenig Sch\u00e4den sichtbar, die Wahrscheinlichkeit deutlicher Ertragseinbu\u00dfen steigt jedoch mit jedem weiteren Tag ohne Regen. In Teilen S\u00fcddeutschlands k\u00f6nnte der angek\u00fcndigte Regen in den kommenden Tagen zu leichter Entspannung f\u00fchren, f\u00fcr eine nachhaltige Verbesserung der Situation sind jedoch l\u00e4nger andauernde und intensivere Niederschl\u00e4ge erforderlich.<\/p>\n<p>Auch in vielen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wird angesichts der Trockenheit \u00fcber Ertragseinbu\u00dfen bei Getreide diskutiert. Besonders betroffen sind dabei (Nord-)Frankreich, Norditalien, \u00d6sterreich, Polen, Tschechien und Ungarn. Genauere Aussagen \u00fcber das Ausma\u00df der Trockensch\u00e4den wie der zu erwartenden Ernteergebnisse sind jedoch &#8211; ebenso wie f\u00fcr Deutschland &#8211; noch nicht m\u00f6glich. In der S\u00fcdh\u00e4lfte Frankreichs hat es zuletzt geregnet. Am Pariser Terminmarkt Matif gaben die zuvor scharf angezogenen Kurse f\u00fcr Weizen der Ernte 2007 daraufhin wieder leicht nach. Hierzulande weisen die Getreidepreise am Kassamarkt auf breiter Linie feste Tendenzen auf.<\/p>\n<p><b>Raps<\/b><br \/>Winterraps ist relativ gen\u00fcgsam. Trockenheit zur Bl\u00fcte ist eher gut, aber bei zu langer Dauer verhindert es die Schotenbildung. Trockene Standorte sind weniger geeignet f\u00fcr Raps. Die M\u00e4rkte reagieren bereits spekulativ auf m\u00f6gliche trockenheitsbedingte Ertragsausf\u00e4lle. An der Matif gibt es Aufschl\u00e4ge f\u00fcr den August-Termin. Mit den zu erwartenden Regenf\u00e4llen werden die Kurse aber wieder zur\u00fcck gehen. \u00d6lm\u00fchlen zeigen sich relativ gelassen, viele haben Vorvertr\u00e4ge gemacht. Der \u00d6labsatz l\u00e4uft noch immer sehr schleppend.<\/p>\n<p><b>Kartoffeln<\/b><br \/>In der Regel stehen die fr\u00fchen Kulturen sehr gut, fast \u00fcberall ist Beregung vorhanden. Die Kartoffeln, die nach den Fr\u00fchkartoffeln heranreifen, stehen zwar zum Teil auch unter Beregung, allerdings in sehr unterschiedlichem Umfang. Speiseware wird oft beregnet, Veredelungskartoffeln teils auch, St\u00e4rkeware dagegen kaum bis gar nicht. Bei diesen reicht das Wasser in Knolle und Damm f\u00fcr die erste Wachstumsphase fast \u00fcberall aus. N\u00e4chste Woche d\u00fcrfte entscheidend sein, ob der erste Knollenansatz f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Ernte gut oder schlecht wird. Allerdings kann die Kartoffel im Laufe ihrer Vegetation einiges ausgleichen. Bislang stehen die meisten Kartoffelfl\u00e4chen recht gut da. Das gr\u00f6\u00dfte Problem habe die Landwirte mit der Anwendung von Herbiziden. Diese wirken bei Trockenheit nicht. Viele bef\u00fcrchten nach kr\u00e4ftigem Regen eine enorme Verunkrautung, der man nicht mehr Herr wird.<\/p>\n<p>Es gibt bislang keine offensichtliche Auswirkung auf den Kassamarkt. An den Terminb\u00f6rsen beginnen einige zu Spekulieren. Allerdings k\u00f6nnte die Trockenheit die Stimmung am Markt derzeit vor einem weiteren Absinken bewahren. Riesige Fr\u00fchkartoffelimporte aus dem Mittelmeerraum sind noch nicht verkauft und die Ernte in Deutschland k\u00fcndigt sich sehr fr\u00fch an. Kartoffeln gibt es also zun\u00e4chst genug.<\/p>\n<p><b>Zuckerr\u00fcben<\/b><br \/>Beinahe bundesweit gibt es Fl\u00e4chen, auf denen die R\u00fcben nicht auflaufen wollen oder l\u00fcckenhaft aufgelaufen sind. Quantifizieren l\u00e4sst sich derzeit nichts. Beregnung ist notwendig.<\/p>\n<p><b>26. April &#8211; Trockenheit besorgt Landwirte<\/b><br \/>Die hohen Temperaturen und die ausgebliebenen Niederschl\u00e4ge im April lassen in den meisten Regionen Deutschlands noch keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Entwicklung der Kulturen und damit auf die der M\u00e4rkte im Jahresverlauf zu. Diese Einsch\u00e4tzung traf die ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtstelle GmbH anhand der von ihr zur Marktsituation befragten Ackerbauern. Diese sehen die Trockenheit im April jedoch mit gro\u00dfer Besorgnis, zumal auch in den n\u00e4chsten Tagen nicht mit Niederschl\u00e4gen gerechnet wird und zus\u00e4tzlich ein weiterer Anstieg der Temperaturen bevorsteht.<\/p>\n<p>Regen wird \u00fcberall dringend gebraucht. Besonders sichtbar sind die Folgen der Trockenheit bis jetzt bei Wintergetreide und Winterraps in den Gebieten Ostdeutschlands und Teilen Niedersachsens mit leichten, sandigen B\u00f6den. Dort wirken einige Best\u00e4nde schon angeschlagen. Allerdings neigen die jungen Pflanzen in solchen Situationen dazu, besonders tief zu wurzeln, was sie wiederum besser auf sp\u00e4tere Trockenphasen vorbereitet. Die meisten Sommergetreidesaaten sind inzwischen gedrillt. Das Saatgut d\u00fcrfte allerdings erst nach den n\u00e4chsten Niederschl\u00e4gen keimen. Negativ kann sich in solchen F\u00e4llen auswirken, dass das Wachstum dann sehr unregelm\u00e4\u00dfig erfolgt.<\/p>\n<p>Kartoffeln sind von der Apriltrockenheit bisher weniger betroffen. Die erste Wachstumsphase bew\u00e4ltigen die Knollen mehr als andere Pflanzen aus den eigenen Reserven. Vielerorts kann zudem k\u00fcnstlich beregnet werden. Wasser ist allerdings w\u00e4hrend der St\u00e4ngelbildung und in der Phase des Knollenansatzes dringend n\u00f6tig, damit das Ertragspotenzial ausgesch\u00f6pft werden kann.<\/p>\n<p>Nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes (<a href=\"http:\/\/www.dwd.de\/\" >DWD<\/a>) waren die Niederschl\u00e4ge in den ersten drei Monaten dieses Jahres h\u00f6her als im langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Allerdings lagen auch die Temperaturen im ersten Quartal 2007 erheblich \u00fcber dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Das hat zu einem fr\u00fchen Vegetationsbeginn und damit zu mehr Wasserbedarf gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bauernverband-landwirtschaft-lechzt-nach-wasser\/\" >2007-05-03<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/niedersachsen-trockenheit-setzte-mais-besonders-zu\/\" >2006-08-18<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Durch die langanhaltende Trockenheit fehlt es in weiten Teilen des Bundesgebietes an pflanzenverf&uuml;gbarem Wasser. 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