{"id":100187,"date":"2021-11-10T07:37:00","date_gmt":"2021-11-10T06:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=100187"},"modified":"2021-11-05T12:30:15","modified_gmt":"2021-11-05T11:30:15","slug":"neue-forschungserkenntnisse-walder-treiben-klimawandel-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-forschungserkenntnisse-walder-treiben-klimawandel-an\/","title":{"rendered":"Neue Forschungserkenntnisse: W\u00e4lder treiben Klimawandel an"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Touristenzentren, Industriegebiete, Autobahnen \u2013 man denkt eher an solche Orte, wenn es darum geht, wo viele Treibhausgase in die Atmosph\u00e4re gelangen. W\u00e4lder standen bislang nicht im Verdacht, eine negative CO2-Bilanz hervorzubringen, vielmehr galten sie als wichtige CO2-Senken.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch nun haben For\u00adsche\u00adr*in\u00adnen der Unesco, des World Resources Institute (WRI) und der International Union for Conservation of Nature (IUCN) herausgefunden, dass zehn W\u00e4lder in Natur- und Kulturerbest\u00e4tten unterm Strich zur Erderhitzung beitragen, weil sie mehr CO2 aussto\u00dfen, als sie binden. Darunter befinden sich der Grand Canyon Nationalpark in den USA, die tropischen Regenw\u00e4lder von Sumatra in Indonesien und das Biosph\u00e4renreservat R\u00edo Pl\u00e1tano in Honduras.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Au\u00adto\u00adr*in\u00adnen der Studie haben Satellitenbilder mit vor Ort gesammelten Daten aus den letzten 20 Jahren kombiniert. Sie werteten alle 257 Welterbew\u00e4lder aus, indem sie die freigesetzten Treibhausgase zur Leistung an Kohlenstoffbindung und -speicher in Beziehung setzten. Der Regenwald in Sumatra, der die Liste der CO2 emittierenden W\u00e4lder anf\u00fchrt, zieht demnach j\u00e4hrlich 1.200 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr aus der Atmosph\u00e4re und st\u00f6\u00dft 4.200 Tonnen aus.<br>Anzeige<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr liegen, nicht nur in Sumatra, in exzessiver Abholzung, Rodungen und der Ausbeutung der B\u00f6den f\u00fcr landwirtschaftliche Zwecke. Auch direkte Folgen des Klimawandels wie Waldbr\u00e4nde, D\u00fcrren, Extremtemperaturen, Fluten und St\u00fcrme tragen dazu bei, dass die eigentlich bestgesch\u00fctzten W\u00e4lder der Welt kippen.<br><br>\u201eEs droht eine Abw\u00e4rtsspirale\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir m\u00fcssen uns bewusst machen, dass nat\u00fcrliche \u00d6kosysteme eine L\u00f6sung im Kampf gegen den Klimwandel darstellen k\u00f6nnen \u2013 wenn wir sie besser sch\u00fctzen\u201c, sagt Elena Osipova, Mitautorin vom IUCN. Am Samstag wollen sich auch die Ver\u00adhand\u00adle\u00adr*in\u00adnen auf der COP mit der Rolle der Natur und der \u00d6kosysteme zur Eind\u00e4mmung der Erderhitzung befassen, der 6. November steht unter dem Motto \u201eNature Day\u201c. Am Dienstag hatten sich mehr als 100 Staaten auf der COP verpflichtet, gegen Abholzungen vorzugehen. Allerdings hatte es bereits 2014 einen \u00e4hnlichen Beschluss gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn wir die W\u00e4lder nicht genug sch\u00fctzen, drohen wir in eine Abw\u00e4rtsspirale zu geraten\u201c, warnt Osipova. \u201eDie Erderhitzung steigt, die \u00d6kosysteme gehen weiter kaputt, was den Klimawandel vorantreibt, und immer so weiter.\u201c Das Ergebnis der Studie bewertet sie als sehr alarmierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Die For\u00adsche\u00adr*in\u00adnen h\u00e4tten urspr\u00fcnglich aufzeigen wollen, wie wichtig die W\u00e4lder im Kampf gegen den Klimawandel sind. Das Ergebnis habe sie dann \u00fcberrascht, sagt Osipova, sie h\u00e4tten nicht damit gerechnet, herauszufinden, dass zehn der W\u00e4lder tats\u00e4chlich als Kohlenstoffquellen wirken. Sie h\u00e4tten den Bericht daraufhin umstrukturiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits Ende Oktober hatte die Weltorganisation f\u00fcr Meteorologie (WMO) bekannt gegeben, dass Teile des brasilianischen Amazonas nicht mehr als CO2-Senke, sondern als Nettoemittent wirken. Die Aufnahmekapazit\u00e4t des gr\u00f6\u00dften Regenwalds der Welt als Ganzes sei dadurch stark reduziert. Die zust\u00e4ndige Abteilungsleiterin der WMO, Oksana Tarasova, bewertete das Ergebnis ebenfalls als \u201esehr kritisch\u201c.<br><br>Die Bilanz ist positiv \u2013 noch<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt konnten die For\u00adsche\u00adr*in\u00adnen bei der Untersuchung der Unesco-Erbest\u00e4tten eine positive Bilanz ziehen \u2013 noch. 166 der W\u00e4lder fungieren derzeit als CO2-Senken, bei 81 hielten sich CO2-Aussto\u00df, -Bindung und -Speicherung die Waage. Aber niemand k\u00f6nne absehen, wann die Bilanz ins Negative kippe, sagt Osipova. Wichtig sei, dass sofort auf lokaler sowie globaler Ebene Ma\u00dfnahmen getroffen w\u00fcrden, die W\u00e4lder besser zu sch\u00fctzen und die Erderhitzung zu begrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnung gibt laut den Forscher*innen, dass ein Wald, der aktuell mehr CO2 emittiert, als er bindet, umgehed eine leicht positive Bilanz entwickeln w\u00fcrde, wenn er ab sofort vor Abholzungen und Br\u00e4nden gesch\u00fctzt w\u00fcrde. Bis sich das \u00d6kosystem vollst\u00e4ndig regeneriert habe, dauere es l\u00e4nger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Touristenzentren, Industriegebiete, Autobahnen \u2013 man denkt eher an solche Orte, wenn es darum geht, wo viele Treibhausgase in die Atmosph\u00e4re gelangen. W\u00e4lder standen bislang nicht im Verdacht, eine negative CO2-Bilanz hervorzubringen, vielmehr galten sie als wichtige CO2-Senken. Doch nun haben For\u00adsche\u00adr*in\u00adnen der Unesco, des World Resources Institute (WRI) und der International Union for Conservation of [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Die Sch\u00e4tze der Erde werden zu CO2-Schleudern. Einige der W\u00e4lder des Unesco-Welterbes sto\u00dfen mehr Treibhausgase aus, als sie speichern","footnotes":""},"categories":[5572,5571],"tags":[10744,15357,10743],"supplier":[7869,3515,2512,16447],"class_list":["post-100187","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-co2-based","tag-carboncapture","tag-klima","tag-useco2","supplier-iucn","supplier-unesco","supplier-wood-resources-international-llc","supplier-world-meteorological-organisation-wmo"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/100187","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=100187"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/100187\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=100187"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=100187"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=100187"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=100187"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}