{"id":10008,"date":"2007-06-04T00:00:00","date_gmt":"2007-06-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070604-02n"},"modified":"2007-06-04T00:00:00","modified_gmt":"2007-06-03T22:00:00","slug":"oesterreich-flaechenressourcen-fuer-bioenergie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-flaechenressourcen-fuer-bioenergie\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich: Fl\u00e4chenressourcen f\u00fcr Bioenergie"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Selbst unter optimistischen Sch\u00e4tzungen k\u00f6nnen die verf\u00fcgbaren Biomasse-Ressourcen nicht alleine aufgebracht werden, um die Ziele des \u00d6sterreichischen Biomasse-Aktionsplanes zu erreichen. Bis 2010 werden \u2013 je nach Szenario \u2013 maximal 200.000 Hektar Fl\u00e4chen\u00e4quivalent an zus\u00e4tzlichem Rohstoffpotenzial f\u00fcr Erneuerbare Energie aus der Landwirtschaft zur Verf\u00fcgung stehen.&#8221; Die ist das Ergebnis einer Studie, die von der <a href=\"http:\/\/www.rhnoew.at\/\" >Raiffeisen-Holding N\u00d6-Wien<\/a> an die Firma <a href=\"http:\/\/www.brainbows.com\/\" >brainbows<\/a> in Auftrag gegeben wurde, um die Situation f\u00fcr Energierohstoffe in \u00d6sterreich zu evaluieren und die gestern von der Raiffeisen-Holding vorgestellt wurde. &#8220;Dennoch handelt es sich hier um ein gro\u00dfes Potenzial, das die Politik durch entsprechende Rahmenbedingungen aktivieren muss. Raiffeisen steht daf\u00fcr als wichtigster Partner der Landwirtschaft &#8211; auch bei Energierohstoffen &#8211; zur Verf\u00fcgung&#8221;, erkl\u00e4rte gestern Mag. Erwin Hameseder, Generaldirektor der Raiffeisen-Holding N\u00d6-Wien.<\/b><\/p>\n<p><b>100 Mio. Euro Eigenkapital f\u00fcr Erneuerbare Energien<\/b><br \/>Die Raiffeisen-Holding N\u00d6-Wien hat bereits im vergangenen Jahr mit dem Thema &#8220;Erneuerbare Energie&#8221; ein neues Gesch\u00e4ftsfeld er\u00f6ffnet und daf\u00fcr insgesamt 100 Mio. Euro an Eigenkapital reserviert. Um die Projekte zu evaluieren und abzuwickeln, wurde die <a href=\"http:\/\/www.renergie.at\/\" >RENERGIE<\/a> Raiffeisen Managementgesellschaft f\u00fcr erneuerbare Energie GMBH gegr\u00fcndet. Das erste Projekt von RENERGIE wird derzeit umgesetzt: eine Biogasanlage in Orth a.d. Donau ist bereits in Bau und wird noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. RENERGIE pr\u00fcft derzeit weitere Projekte in \u00d6sterreich, Deutschland, Tschechien und Rum\u00e4nien mit einem m\u00f6glichen Gesamtinvestitionsvolumen von 400 Mio. Euro. Der Fokus wird auch in Zukunft stark auf Biogas-Projekten liegen.<\/p>\n<p>Hameseder: &#8220;Wir sind mit unseren Unternehmen in der Lebensmittelwirtschaft als wesentlicher Abnehmer der agrarischen Rohstoffe schon seit langem der wichtigste Partner f\u00fcr die heimischen Bauern. Pro Jahr kaufen unsere Unternehmen in der Nahrungsmittelproduktion von den \u00f6sterreichischen Landwirten rund 4,6 Mio. Tonnen Rohstoffe im Gegenwert von mindestens 350 Mio. Euro. Diese Zusammenarbeit zwischen Raiffeisen-Verarbeitungsunternehmen und der Landwirtschaft als Lieferant wird sich weiter verst\u00e4rken, wenn wir nun auch zum K\u00e4ufer von \u201aEnergierohstoffen\u2019 schlechthin werden.&#8221;<\/p>\n<p><b>brainbows Studie geht von vorhandenen Fl\u00e4chen aus<\/b><br \/>In der brainbows-Studie wird gemeint, dass die Fl\u00e4chen in \u00d6sterreich schon bald nicht mehr f\u00fcr die von der Politik ins Auge gefasste Produktion von Bioenergie ausreichen werden. Mit dem m\u00f6glichen, zus\u00e4tzlichen Fl\u00e4chen\u00e4quivalent f\u00fcr Bioenergie k\u00f6nnte man sieben Prozent des in \u00d6sterreich verbrauchten Stromes (Basis 2005) erzeugen. &#8220;Welche Auswirkungen das auf bestehende und k\u00fcnftige Anlagen zur Erzeugung von Bioenergie hat, ist klar: \u00d6sterreich wird zu klein. Um die Produktion von Erneuerbarer Energie in \u00d6sterreich rechtzeitig sicherzustellen, m\u00fcssen wir \u2013 nach Aussch\u00f6pfung s\u00e4mtlicher heimischen Potenziale &#8211; k\u00fcnftig auf Rohstoffe aus unseren Nachbarl\u00e4ndern zur\u00fcckgreifen oder derartige Projekte direkt im Ausland realisieren&#8221;, erkl\u00e4rte Hameseder bei der Pressekonferenz. Die Raiffeisen-Holding-Gruppe hat sich daher bereits entsprechend positioniert, Z.B. mit der Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG (<a href=\"http:\/\/www.lli.at\/\" >LLI<\/a>), die sich mit j\u00fcngsten Akquisition in Rum\u00e4nien und Bulgarien den Zugang zu den Rohstoffen aus diesen L\u00e4ndern sichert.<\/p>\n<p><b>Wir haben genug Biomasse<\/b><br \/>Die vorgestellte Untersuchung \u00fcber die Biomasserohstoff-Potenziale in \u00d6sterreich hat in der \u00d6ffentlichkeit den Eindruck erweckt, wir k\u00f6nnten unsere Zielsetzungen im Bereich Bioenergie bei weitem nicht aus eigener Kraft erreichen. &#8220;Wir haben genug Biomasse!&#8221; meint dazu Dr. Heinz Kopetz Vorsitzender des <a href=\"http:\/\/www.biomasseverband.at\/\" >\u00d6sterreichischen Biomasse-Verbandes<\/a>. &#8220;Die Nutzung entscheidet \u00fcber das Potenzial, &#8221; erkl\u00e4rt Kopetz weiter. &#8220;\u00d6sterreich hat ehrgeizige Pl\u00e4ne, wenn es um den Ausbau der Erneuerbaren Energien und im Speziellen um die Forcierung der Biomassenutzung \u2013 als L\u00f6wenanteil des erneuerbaren Energiekuchens \u2013 geht. Es darf aber auch kein Zweifel aufkommen, dass wir diese Zielsetzungen zum \u00fcberwiegenden Teil aus heimischer Produktion decken wollen \u2013 und das k\u00f6nnen wir&#8221;, betont Kopetz anl\u00e4sslich der Untersuchung zu den Biomasse-Ressourcenpotenzialen in \u00d6sterreich. &#8220;Entscheidend ist nicht nur wie in der Studie von brainbows angef\u00fchrt, welche Fl\u00e4chenreserven mobilisierbar sind, sondern vor allem, wie wir diese Fl\u00e4chenressourcen nutzen. Denn die Energieausbeute und damit die CO<sub>2<\/sub>-Einsparung pro Hektar variiert bei den verschiedenen Energiekulturen extrem.&#8221;<\/p>\n<p><b>Nur Fl\u00e4chen erheben ist zu wenig<\/b><br \/>Die vorgestellte Studie erhebt in drei verschiedenen Szenarien rein die landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che, die zus\u00e4tzlich \u2013 zu den bereits derzeit energetisch genutzten rund 50.000 Hektar \u2013 zur Energieproduktion herangezogen werden kann, ohne darauf einzugehen, was darauf angebaut wird. Die gesch\u00e4tzte Bandbreite liegt hier f\u00fcr das Jahr 2020 zwischen 201.000ha bis 456.000ha. Diese Zahlen sind plausibel und decken sich auch mit den Berechnungen des \u00d6sterreichischen Biomasse-Verbandes.<\/p>\n<p>Um die Extreme bei den unterschiedlichen Energieertr\u00e4gen je Hektar aufzuzeigen: W\u00fcrden die gesamten 456.000ha rein mit Raps bepflanzt und zur Produktion von Biodiesel herangezogen werden, k\u00f6nnten damit etwa 21 Petajoule (PJ) Energie erzeugt werden. Bei ausschlie\u00dflichem Anbau von Mais, aus dem via Ganzpflanzenverbrennung W\u00e4rme gewonnen wird, entst\u00fcnden rund 119PJ Energie \u2013 das ist fast sechsmal so viel.<\/p>\n<p>&#8220;Die vorgelegte Potenzialabsch\u00e4tzung ist f\u00fcr uns insofern \u00e4u\u00dferst wertvoll, weil sie fundiert nachweist, dass die Fl\u00e4che der limitierende Faktor f\u00fcr die \u00f6sterreichische Bioenergienutzung ist und wir daher sehr genau \u00fcberlegen m\u00fcssen, wie wir mit unseren Fl\u00e4chenressourcen umgehen. Es m\u00fcssen vorrangig optimierte Nutzungskonzepte mit hohen Hektarenergieertr\u00e4gen forciert werden&#8221;, so Kopetz.<\/p>\n<p><b>Schwerpunkt auf fester Biomasse zur W\u00e4rmeproduktion<\/b><br \/>Die Produktion von fl\u00fcssigen Biokraftstoffen ist zweifellos ein sinnvolles Konzept \u2013 vor allem weil die Technologie erprobt und die heimische Produktion voll im Gang ist. Au\u00dferdem sind sowohl Biodiesel als auch Bioethanol problemlos in den Markt eingef\u00fchrt worden, die Beimischung zu fossilen Kraftstoffen ist sicher die perfekte L\u00f6sung f\u00fcr eine rasche Anhebung des Biotreibstoffanteils. Und es wird ebenfalls ein wichtiger Schritt zur Erh\u00f6hung der Versorgungssicherheit geleistet. &#8220;Langfristig muss allerdings auch die Rohstofferzeugung f\u00fcr W\u00e4rme und Strom ein Schwerpunkt bleiben. Sowohl die Raiffeisen-Untersuchung als auch der vom Lebensministerium erstellte Entwurf f\u00fcr einen nationalen Biomasseaktionsplan setzen zu stark auf die Biotreibstoffschiene. W\u00e4rme aus Biomasse war bisher und wird auch in Zukunft der mengenm\u00e4\u00dfige wichtigste Absatzmarkt f\u00fcr Bioenergie bleiben&#8221;, erl\u00e4utert der Vorsitzende.<\/p>\n<p>Deswegen m\u00fcsse bei der energetischen Nutzung von landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen neben der Rohstoffproduktion f\u00fcr fl\u00fcssige Biokraftstoffe auch entsprechendes Augenmerk auf der Produktion fester Biomasse wie Kurzumtriebsw\u00e4lder, Miscanthus, Energiegr\u00e4sern etc. liegen. &#8220;Dann werden wir in der Lage sein, den Gro\u00dfteil unseres Biomasserohstoffbedarfs im Inland zu decken. Gewisse Importe aus Zentraleuropa, speziell f\u00fcr die Treibstoffproduktion, werden aber immer notwendig bleiben und sind auch sinnvoll, weil diese L\u00e4nder \u00fcber gro\u00dfe Fl\u00e4chenpotenziale in Relation zur Einwohnerzahl verf\u00fcgen.<\/p>\n<p><b>&#8220;Tullner Erkl\u00e4rung&#8221; des Biomasse-Verbandes legt realistische Zahlen vor<\/b><br \/>Im November 2006 hat der \u00d6sterreichische Biomasse-Verband sein Leitbild f\u00fcr die Bioenergieentwicklung bis 2020 vorgelegt. Die &#8220;Tullner Erkl\u00e4rung&#8221; sch\u00e4tzt eine m\u00f6gliche Steigerung des energetischen Biomasseeinsatzes von derzeit 157PJ (2004) auf 280PJ (2020). Dazu werden etwa 400.000ha zus\u00e4tzliche landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che zur Energieproduktion gebraucht. Zusammen mit den anderen Erneuerbaren Energien k\u00f6nnte so ein Beitrag von 500 PJ zur \u00f6sterreichischen Energieversorgung geleistet werden. Unter der Voraussetzung, dass sich der Energieverbrauch um 20% senkt, ergibt das dann den im Regierungsprogramm verankerten Anteil von 45% Erneuerbaren im Jahr 2020. &#8220;Dieses Szenario liegt somit im Rahmen der Raiffeisen-Studie und entspricht ebenfalls dem Biomasseaktionsplan-Entwurf. Der Unterschied ist, dass wir in unserer Rechnung aus weniger Fl\u00e4che mehr Energie machen.&#8221; Und Kopetz h\u00e4lt fest: &#8220;\u00d6sterreich kann bis 2020 45% seines Energiebedarfs aus Erneuerbaren erzeugen und \u00fcber die H\u00e4lfte davon aus Biomasse decken.&#8221;<\/p>\n<p>Logische Konsequenz f\u00fcr all jene, die sich mit Erneuerbare Energie schon lange besch\u00e4ftigen: mit einem Mix aus Erneuerbarer Energie, z.B. auch forcierter Einsatz alternativer Antriebe, Elektroautos oder Elektromopeds, stehen zus\u00e4ztliches Potential zur Verf\u00fcgung, auch dieses k\u00f6nnte man n\u00fctzen. Energieeffizienz, z.B. im Baubereich durch Forcierung von Passiv- bzw. Plusenergieh\u00e4usern, bieten gen\u00fcgend weitere M\u00f6glichkeiten. Einen Teil des Bedarfs mit Biomasse abzudecken, scheint dann nicht mehr schwer.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li> &#8220;Tullner Erkl\u00e4rung&#8221; als <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070604-02\/0706-Tullner_Erklaerung.pdf\" >Langfassung<\/a> und als <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070604-02\/07-06-Tullner_Erklaerung_kurz.pdf\" >Kurzfassung<\/a> (PDF-Dokumente)<\/li>\n<li> Kurzfassung der Studie <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070604-02\/Studie_Erneuerbare_Energien.pdf\" >Biomasse-Ressourcenpotenzial in \u00d6sterreich<\/a> (PDF-Dokument)<\/li>\n<li> <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070604-02\/PI_Raiffeisen-Holding.pdf\" >Pressemitteilung<\/a> (PDF-Dokument) der Raiffeisen-Holding N\u00d6-Wien vom 2007-05-29<\/li>\n<li> <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070604-02\/07-06-pm-biomasseverband-at.pdf\" >Pressemitteilung<\/a> (PDF-Dokument) des \u00d6sterreichischen Biomasse-Verbands  vom 2007-05-30<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Vgl. Nachrichten vom  <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-rohstoffe-und-energie-aus-biomasse-als-zukunfts-chance\/\" >2006-12-11<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-flaechennutzungsplan-fuer-energiepflanzen-gefordert\/\" >2006-07-21<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Selbst unter optimistischen Sch&auml;tzungen k&ouml;nnen die verf&uuml;gbaren Biomasse-Ressourcen nicht alleine aufgebracht werden, um die Ziele des &Ouml;sterreichischen Biomasse-Aktionsplanes zu erreichen. 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